Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 15 (8.4.1868)
- Date
- 1868-04-08
- Page
- Seite 13 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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I I — 13 — bauen und ein Urbild menschlicher^ Tugend gewinnen an Paris und Ulysses, an Medca und Achilles, an BrutuS und Julius Cäsar 'i Nein, die Patriarchengeschichte mag geschmäht werden, «'eil in manchen Schuten des Gnten zu viel geschieht, aus Abneigung gegen die Art und Weise, mie man diese Geschichten „die Kinder an sich erleben lassen will" oder wegen der »Folgerungen, die man daraus ziebrn will; das Kind darf darum nicht mit den, Bade ausgeschüttet werden und wir glauben daher, das; cs nie anschaulichere Lebensbilder für die ersten Jahre des Schullebens geben wird, ' als die ersten Gcsäid l,n der Bibel, daß die reinmenschlichen Tugenden der Gastfreundlichkeit „ich Friedensliebe, Wohlthötigkcit, Mitleid selbst mit cuneünber (Litte für die Sodoiniter!) nie besser gezeichnet werden können, als in der (beschichte Äbraham'S, die wunderbaren Fügunacn des nicnschlichen Ldnäsals, die gcttliche Erziehung des Menichen nie bester als Joseph! Wir sagen dies nicht aus Loreingeuoinnirnheit als Jude, aber wir sind stolz auf das Bewußtst in— und man wird uns diesen Stolz uicit verargen, — dasi die Geistesschätze des jildi'chen Schristthums, ganz abgesehen von ihrem ethischen Wer.he, für alle Zeiten zu den edelsten Grundlagen der Geistes- und Herzensbildung gehören; und das; den Kindern aller Nationen diese Urgeschichten weit naher liege», als die Gcsä ichten der eigen, n Nation, u. -war darum, weil sie das Grgentheil von dem sind, was dicGegu r so gerne daraus niacheu; weil sie mdt den rrclusiv-.n ^-orientalischen Israeliten als Mi stcrbi.d ausjullen ' glicht die immeihin einstiiigc , tnr das Kind dirrck^nis unbegreifliche beiden und nationale Ti'gend, fond rn der reinmcnschlich.n Tugend (ich genügen liesten, weil sie eben zuerst weder J--r-w!ii>i: roch Sechen, weder Orientalen noch Ger maul», sondern zuoberst — Menschen zeirlnri! Alzey, 2!». A.ar. Tie hebräische Zeitschrift „Hamagid" fährt fort, ausführliche Aufsätze nalur i wistenschaitlichen und mediciuischen Inhalts zu lringen. , Tiefe!ben liefern nid IS Ruws für die Foiichung, si ni der» Huben den Zwect, diese ll^istenschast in die Ciegenken des Orients zu trag,», wo ihr Inhalt ncdj rru ist. So sind Juden und die lebräitchc Sprache wird, riiu! dieLermittelrr der Wistensdiast, nur das: jetzt der Wej sten dem Osten zurückgibt. was jener ehedem von > diesem empfangen hat. Auch im Mittelalter waren! Inden und die hebräische Sprache noch die Lermiuler, -orientalischer Philosophie und zwar für den gebilde.en und gelehrten Westen. TieScholastikerAlbertns Magnus und Thomas von Aquino schöpften aus Avieebron's (Jbn Gabirol) «*kor Chajiri (fons ritao), ynd die außcrdeulsche Philosophie der ka'.holischen Kirche ist meistenlheils bei dieser Scholastik tTbonigsßMNius) sieben geblieben. MaimonideS (^lors Newuchim) war stlbst noch der Lehrer für Leibuitz. A Lom Ober m a i n. Das In ercffe für den Verein „Achawa" hebt sich in unserer Gegend von Jahr zu Jahr, sowie überhaupt das sonst als „schrecklich neu" verrufene „Gebirg" zur Formelung des Guten und Edlen gar vielfältig die Hand bieet. Reichliche Spenden stoffen in diesem I -hre unserer Unterstützungskaffe zu, und das Bereinsbuch istfast in jeveul .Hanse zur beliebten Lektüre g wordeu. Man wirkt also gerne mit, Männern, die ihre Jugendkriiche, wie ihre Manncskrasl der Erziehung und dem Unterridte der Jugend gewidmet haben, eine möglichst sorgcnneie Crst.n; zn sd affen, wenn sic zu iernerer Berussthäthigkeit nicht niehr die Krait besehen; man träat gerne da:n bei, Lehrer-Wi twen und -Waisen vor Noll) aeno Eatbehrnna zu td,ütze». Arme Neiserde, die nidst nur auS den mrsdi, denen cuiopäisden Länkcru Unterstützung suchend zu uns kommen sondern oft von Hunger und Kuntincr getrieben, aus deni fernen Osten tcrwandcrn, um Barnch rzigk.it auzuflebcn, sic siaveu in unseren Gemeinden wohlorga! iur:c Hil'skaffeu. Unsere Synagogen sind durchgehend-; »eil restaur rl, der GolwSoienst, durch g it cingeübte Gelänge d,r Juacnd und der Gemeinde gel oben, ist würdevoll; allenthalbeit sinden sid) Wohlthätigkeitsvrre ne. "ES ist also im „Gebirg" der religiöse Sinn denn doch nicht ganz gestl inrndc». Ehre vielmehr da» würdigen Rabbiner, Ehre den Kultusverivaltnugen. die durch gerne nstrmeS Znsainlnenwirken w.he R,l gionsübungen in ähren Geaneiudcn stets rege eihe.l en. Große B.weauug erregt gegemvär tg. in Bayern der von ter Regierung ,e» Kamnuru vorgelegte Entwurf eines neuen Schulgesetze--, das an die Schule erhitzte Anfoideruiigkn stellt, umsaffend' re Bildung der Lehrer v-rieuet, aber auch deren Besseiitelliing begründet. Maat sucht vrn gewistcr Seite die Säde zn Hinte,treibe», und cire Fluth von Adresten gegen daS Sdii.lgeptz ist Beweis reuug v^n oer Rührigkeit dieser Leute. Aber rach der veiueilciss eie Tbeil des Lölkes v.rsänmt nicht, sich -u rüh cn. und die Kammern dm6) Gegcna:reffen z» überzeugen, daß denn dock) ein guter Theil der Bevölkcrug das neue Cchu'gesrtz nur z,iig maß finde. Hoffen wir, daß unsere Lollsvew trctung durch Auuekme res n-.uen Gesetzes ciiremlaiiast gesüblien Perürstiiü Red nnng trage. Berlin, 26. Mäiz. Der Gesctzritwurf, letr. die Aushebung der polizeilidien Beschränkungen der Eheschließung, welcher dem uort dem scheu Bundevcrgelcgt weiden soll, hat als §. 2 folgenden P.-ffus: „Tie polizeilichen Besdränkunge» der Besugnist zur Eheschließung, wrläie in Ansehen der Eh» zwiiden Juden und für die Ang, hörigen eiiueliirr bürgerlichen Berufsstände bestehen, werden aufgehoben."