Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 15 (8.4.1868)
- Date
- 1868-04-08
- Page
- Seite 11 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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11 ►' Lernweise heraus und in die vertiefende, zum Selbstfchaffen anregende moderne Unierrichtskunst einzulenkeu. Ich muß abdrechen: wer mich verstehe» will, wird mich versteh.n. Oder läßt sich nicht noch die große Masse, Litern sowohl wie Behörden, Hohe wie Nieder,, sott und tott noch von dem äußeren Pompe der dogmatischen, ans Eclat berechnete» Lehr.vette besteche» »rid täuschen'.? Man wll Kenntnisse, in lürzester Zeit vi. l Kenntnis'«, vieles, glanzendes Wissen. Und die preisgekrönte Meisterin, sie bretet Vas Alles zu vollenr Genüge, in bequemer, so neng umständlich r Weise, bequem für Le. rer und Lernende. So einiachen uud anspruchlose» Wesens, wie sie. überhcbi sie die Ihrigen all der mühs.ligen Studien der mysteriösen Psychologie und der Kintesikatur — diese als thörichts, ni.nützes und nnsr.ichibarcs Abniühen bei Seile werfend. Ob das von ihr geförderte Wissen auch Hall und Bestand rurd prakri cheir Werrh hat, — wer tragt darnach, oder könnte noch darnach fragen wollen! Waenicht bleibt, das bleibt einmal nicht. W.r kann dafür?! We anders unsere Pesta'o zisch T-este. weg',ä:e, .rrnrere Drntcrisch Fröbel'sche L-Hr- und Lerurv.isc! Aus einer» plannraßig durchgerührte», von hehrer piych.log scher Ansch-iirrriig und Erkeiinn.iß beseelten und bcherrichle» Anjch.uungsunlerr.cht fußend, ur.d nie nno nirger-ds, von Ansang lus zu Ende, von >.en Princ p der Anschaulichkeit abweichend: schafft und erhebt sie die Schule, wie keine andere, zu eirrcx gyiiinasli chen Ar b.irsstöttc, zur Erweclui»l n Pstrgrstälte t i 1111 ei, cr Kräf.e und indiv.deller Ernnick.luiür»; wo reh rende und Lernende alle Krarte einrrr ctzt» haben, und alle Sinne und Pcriiiescn nstgel a t.« we.d n von den Erschtiiiuiigcn z wo alle Thälig eiten der Echr ler so ganz ru den Momenten t.S Selbst Erkennens uif -DarstelleuS, tcs Protne.rer s und N prod.icik.ns. aufgeheil und alles Material in kl.i irren Partien tlud Tosen gebolcii, je und je mit dem bereits. Aneclegtcn zu einem rr-.nische.i Ganzen sich vercnigt. — Eins daS Andere, ie die Vorstellurig den Begriff. b>lebend, wie ter Bear eff die Borstcllnug. verg-istig-no und verklär.nd. -Mrcht trirrmphirend mit einer glanzvollen Aiisstatlnng einer Hollen Intelligenz, ist das von ihr geförderte Wissen und Können ein organisches Gewebe, durch und durch seelffch lelebt. weil Eins im Ar der« trfrb>nd »nd rzrs.iicnd. Eins im Antenr an'geherd. Eins im Ander», weil seelisch vrrllart, fortlebend — für alle Zeiten. Es erfaßt unser Unterricht nicht rie einz.lne Kraft: sein Wesen ergnist den ganzen Menschen: alle vermögen erregend, fesselnd, nälrend, stärkend, macht er den Lernenden ' zum ringenden- und kämpfenden, zum selbstschaffendcn, zum schöpferischen Wesen. Nicht Wissen ist siine Parole, sondern — Schaffen. Wobl keine Arbeit für M.ethlinge nnd Brodjäger, für Schiffbrüchige und Ehartatane. Gott sci's geklagt! — s>e sind hermgegangen, die Väter, Pestalozzi u. Diesterw.-g, mit ihnen Benecke und Fröbel: — sie mögen noch lange, wie der große Kaiser in seinem großen Schlöffe schlafen und träumen, bis auch um ihren Berg die Rabe» nicht mehr stiegen. Freunde! — Bürge unserm Thun, in unser»» dornenvollen Dasein, nicht pädagogische Kraft und göttliche Verheißung, — wir müßten mif den ex lirre» I rd.-ir klagen, und w-inen an den Wassern Bäbylon's uns seinen Mauern. Wochenbericht. Odern hei, n, 2. April. In einem Attikel der „Nheinrschen Blätter" vonlff. Ado'phDouaa: in rllemyork „Erfahrungen eines deutichen Schulnrannes im Gebiete des niner.l.inischrn Schulwesens" wird den Israeltten Vas ehrenvolle Zeugnrß aegeben, daß. „bei den Altengländer» der Bilonngslrieb so bedeutend, wie ihn — oit l lei d>tinit Ausr:ahm e der Inden — nie vorher noch nachh r eia anderes Volk besessen hat." An einer andern Stelle desselben intereffanlen Aussahes heißt es: „Somit bervähtt sich auch bezüglich der heh.rn Bildungsanstalten ter Satz, daß die Nencnglander die bildungseifrigste Natron der Welt sind. Bor den Inten haben sie in tiefer Hinsicht nämlich noch de.S voraus, daß sie, mirhrend diese blos für die Bildung der eigenen Kinder frci- 'gcbig sind, eine wahrhaft große Freigebigkeit »>>r die Bridung aller Jugend entm ckeln." So sehr wir tas rühmliche Zeugnis; des Ic.kenden Schnlinannes d rnkend anerkennen, so miiffen wir doch gerade die letzten Einst rüntiingc» als unbegründet zurack weisen - trnd wir würden wohl lieber ans den Ruhm verzichten, - dw l iltungeri-irigste .llalion der Welt zu sein, als dieser Eigenschaft den Makel des Egoismus aiihefle» layen. Meint ter Herr Verfasser tamir, daß »nlrr Inden eben mir ter Vater für seine eigene» Kinder sorge, so wird ihn ein Blick irr die jüdische» Geairindeverhältniffe von tem Uirgrr'nd dieser Behrrrrtuiig belehren, denn in jeder, auch ter ärmsten. Gemeinte wer es selbst in einer Z it, wo die Bildung noch aus der niedrigsten Stufe stand, wo in großen christlichen Gemeinden noch kaum eine Krrchjchule existirte, religiöse Pflicht, 'die Alle eifull en, ob sie mit Kindern gesegnet, oder krnderios waren: eine Schule zu erhalten, wo die Kleinen (hebräi ch) lesen und schreiben hmte». Und heute, welche ungeheuren Opfer bringen die jüdischen Gemeinden für ihre Schulen. Opfer, mit welchen die der nichtjüdischcn Gemeinden gar nicht zu vergleichen sind, und an welchen ohne Unterschied alle Glieder der Gemeind« Theil nehme»! Un> in alter Zeit, alnoch in jeder größeren jüdischen Gemeinde der Rabbiner