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Der israelitische Lehrer · 1868-04-01 · 14 (1.4.1868) · p. Seite 6

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
14 (1.4.1868)
Date
1868-04-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 AuS Nor d d eii r s ck> l a n b, Milte März. DaS Jnstinik zstr Förderung der jübifchcn Literatur hat seine neuen Gayen versandt. .Außer der Fortsetzung von Gräh' G-schichkswerk ist nichts.Werthvolles unter denselben. PhilipxsoiOs ausgewärmte Leitartikel der Allg. Zeitung deS Iuden^hum-S, politischen Inhalts, lese wer Lust bat; diejenigen religiösen Inhaltwerden für das nächste ^§ahr versp-ochen. .Ter Verfasser rechtfertigt diesenWiechcrabdruck baniil, daß man die zerstreuten Abhandlungen berübn.ttr Männer nach deren Tode zu sammeln pflege. Ter Verfasser ist «btr doch ein berühmter Mann; er bitte also I wobt diese mühevolle ' Arbeit der Rachwett überleben.können. Oder fürchtet er, das neidische und unbillige, lliibeil der Narlavelt halte diese Zachen des Saniieins und Auflcirabr.'iiS nicht für w.rlb gehalten? — Jedoch — das JnsÄiut z. htt gutes Honorar! Tiefer Boribeil kernnit jedenfalls dem lebenden, Autor zu Gute. Außerdcn' wird nrch die . schlechte U.berietzn.ig eines schlecht.» srainöst''chen- Romans geboten. Ich habe die Lcciure des Romans -nicht voU-iiden tönneu und Andere mit n ir auch incl t.. Vi.Ueia t genügt dies für die Kritik. So wut ich gelef.n bebe, kruiile ich auch von jüdischer Teiib-->iz nicht> entdecken; j.d^ch treten jüdische Personen h.iidelnd jdeiin auf., Ist daS genua, um den Renian zu einem' jüdischen z» mach»»? G; in inöglich . daß Wertlrclldres zur Bei iffeuttich > ng nia-l Vorgelegen bal. Aber d.iiiii Weniges und Gute'; TaS Publikum zab.l die Truikbcg'N nicht, fond.in wä k den Inb.i'.t ab. Ter Verwaltung ia:be ich, ein Gleiche; zu thuu, denn, ich bin ein Freund und- Förderer des Institut;. Aus West ja len, 1L. März, e'nler dem 22. v. M. ist vom..General - Pest - Amte deS Nortdeulschen Buntes der Maiks-Haiudori'iänn Stiftung in Münst.r, wie fiüber dein Peieine tafetbn, unter dem stiubrum . ^Aiigelegeuheiteii' der M..rko-.ö;aiiidoij'jchen Slislung* Pettoire heil c.ngcsäiinil worden. Königsberg, 2tt. März. Im vorigen Sommer nahm der jüdische .Schneidermeister Abramson den tleinen zwölfjährigen aus- Rußland hikibergelcuimeiieii Dekteljuiigcn Hirsch Schulzki in seine Familie aus und bewieß sich im vollsten ' Maße als barmherziger Samariter.*,» Er meldete den Suaden auch bei der Polizei * an und glautte somit Alles gelban zu haken, was nötbig sei. Index batte der Mann keine Abi.nng, daß gerade dieser edlen Handlung wegen er angeklagt werden würde. Es besieht nämlich ein Gesetz aus dem Jahre 16-17, wonach die Genehmigung des Ministers des Innern innerhalb feck-r Wochen eing/bolt werden muß, einen ausländischen Juden bei sich aufzunehmcn. Die Strafe *) Tcs ist doch immer rin eigerthümliter Ausdruck. Man sollre alouden. die Urbung von Wohlthängkeit wäre «ine se bekannte kigersckast der Iudrn, baß man zur Bezeichnung derselben keine Beispiele aus der christlichen Legende bedürfe. Redaktion. für Unterlassung dieser gesetzlichen Verordnung ist sebr hart, da das Maß derselben von 20 bis 200 Tbabr festgesetzt ist. E» mußte sonach die VerurtheHung deS i» beschränkten Verhältnisse» lebenden Abramson erfolgen, und wurde vom Gerichtshof vie niedrigste Strafe von 20 Thaler gegen ibn ajlSgesprocheu. Und daS gesibiebt im Jahr 1606, in demselben Jahre, wo Freihel r M. C. von Rothschild Mitglied 6:3 HerrendauseS und der Banquier Oppenheim i» den Adels» and erhoben wurde. — Der Vorstand der hiesigen Svnagsgengemeinde bat gestern in hiesigen Bläsern iiacknehende Bekanntmachung erlassen: „In Folge mehrerer ve» auswärts an den Vorstand gerichteten Anfragen, ow die den hiesigen verschiedenen RotbstandS-Gomite's zur Verweuduna überwiesenen Mittel auch im Sinne vollster Gleichheit in Bezug aus daS religiöse Bekeniilnisr v.rlb.i.t werden. nimmt derselbe hiermit Veranlassung, im Ge'üb'.e wahrer Befriedigung ösfeittlich zu erklären, daß bei der, dein Noibskande in Ostpreußen gegenüber, in so reichem Maße geübte» Wobltbätigkeit nirgend; attch nur der geringste Unterschied zwischen Elnist.» und Juden zu Tage -'..treten ist, und sä-i'.mtlichc Eomite'S bre aufopfernde Tbätigkeik ohne Rücksicht ajif daS B-elenntniß der Türitigen entfalten. Als besonders a»erke:-.ii.-»,'wertst muß bezeichnet werden, de.ß dei.jeuige» jüdisch.stl Guiieinoen Ostpreußens, deren Viilgtiedcr durch religiöse Bedeiikcu von der Benutzung b-r. dort eingerichtete» Suppenanstalten abgehalte» werden, aus ihren geäußerten pvuni'ch besondere Fonds zur Vertkeiluiig an ibre Ar>»t>i sofort überwiesen werden. Ter Vorstand richtet zugleich au seine Glaubensgenossen die Bitte, auch ferner den hiesigen Gcinite'S reichliche Spenden zustießen zu lasse», ihib ist er der Ueberzeugung, daß gerechte Wüus.be stet « trolle Berücksichtigung sindcn werden.* Wien,. 18. Mäiz. Tie selbstständige Iudengemeinde i» Prera» hat dem M inister Giskra das Ehreubürgerrecht ertheilt, das derselbesaukend accepkirl hat. — Tie Fleischer der Stadt Iar>s-law in Galizien, fast sämmtlich Ieraelite»,'- prokestiren gegen die bisher von der katholischen Geistlichkeit beanspruchte Abgabe von .einem Cenlner Unschlitt jäbrlick zur Beleuch-tnng der katholischen Kirchen; da diese allen Privilegien mit den neuen StaatSgrundgesetzen nicht barmoniren. Ter Elerua ließ den verweigerten Leuchtstoff durch die Polizei von den renitenten Juden eintreioe». Wird die Geistlichkeit durchdringen? Wir glauben nicht. — AuS Ungarn, im März. Die Notablenversammluiig hat auch da- Schulwesen in den Bereich ihrer Besprechung gezogen und theilen wir anbei einiges über die Organisirung eines Lehrerseminars hier mit: Lehrseminar. 1. Das Lehrerseminar hat mit dem Rabbinerseminar einen und denselben Lehrkörper.

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