Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 14 (1.4.1868)
- Date
- 1868-04-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/4896751-5428714-5431841--1876-4898288- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
befähigt trcvbfn, bei den ciiivlucn VorstcUnngn, länger ju verweilen, nädifccm die Reife gekommen, — di« angelegten und e,harkte» Kräfte dienstbar zu macken der göttlichen Bestimmung, um in die gäbrende Masse Zucht und Gesetz zu bringen. (Schluß folgt.- - Alliance ieraClite universelle. dllzev, 1 v. Marz. Di-AU-ance, welche nun bereits eine Großmacht eeworben, lat ibr Gclbbuck, worin die i Berichte über die Sitzungen vom letzten Semester deS! verflossenen Jahres enlbaiten sind, versandt. Wir ent-! nehmen daraus mit großem Vergnügen, daß. wie die Zabl . der Mitglieder überhaupt, so namentlich die der d> titsche», sich vermehrt hat. Den für die Hebung der jüdischen! Wiss.'nscha't ansges tzten Vrei» hat Dr. Rabbinowicz erhalten. ES ist wieder viel von der Vcimebrnng und Wirlsanikeit der Schulen im Dient die Rede, anch kamen wieder Falle von geraubten Kindern, Zwangotanlen nnd änderet« ou Inden verübten Gewalthrtc» vor, wofür die Abhülse der Allianee in Anspruch gcnoinnien wurde. Im Vo>dergrni>de st-he» hierbei die inmäu.-; scheu Angelegenbeitl». Ei'>e Deputation dÄ rumänischen i Juden wobntc sogar der er'ten Sitzung bei, «im die Alliance auf das Genaueste über die Vorgänge der Bar-; barci zu unterrichten Die Tbaisachcn sino inzivischen auf anbeim Wege bekann: geworden, und die Ereignisse der Folgezeit reichen sogar tveiter, als die in der damaligen Sitzung zur Sprache gebrachten. Von besonderem Interesse ist indeß auS tem Berichte der -weiten Sitzung die Anwesenheit des H. Picot. PrivaiskrelärS oe» Fürste» von Rumänien.. Er gibt vor, in Privat ,ugelegenheiten ohne ossiciellen Auftrag nack Paris gekommen zu sei», will eS jedock nicht unterlassen, der Alliance Aufklärung über die so bcdaucrnowertben rumänischen Angelegenheiten zu geben. Die Hauptabsickt der Regierung,sagt Picot, war gegen die moldauischen Juden gerichtet, welche mehr als einen Trittbeil der ganzen Bevölkerung bilden und sich von den übrigen Landesbewohnern durch Sprache , Gewohnheiten, Herkommen und selbst Kleidung unterscheiden. Die RegierungSmaßregcln sind Allgemein und beziehen sich l.auf das Vagabundenwesen, 2. die öffentliche Gesundheit und 3. gewisse gesetzliche Verbote. Die Maßregeln gegen die Vagabunden betrafen Leute, welche ohne Erlaubnis au« den angränzcnden Ländern gekommen waren, und sich in großer Anzahl über die ganze Moldau verbreitet hatten. Die Austreibung betraf viele Israeliten, gegen nxlche sich zum Bedauern der Regierung der Eifer der Untcrbeamten geltend gemacht hat. Durch diese wurden die bedauernSwerthcn Gewaltthaten veranlaßt. Die Gesundheit-Maßregel betraf hauptsächlich die Israeliten , welche in ungesunde» Quartiere» riniger Städte angehä.iN, in Zeiten der Epidemie der Heerd ge-' säbrlicker Ansteckung für die ganze Bevölkerung werden könnten. Die neuen Gewerbeverbote endlich batten zum Zwecke: 1. die zahlreichen Schenken der Israeliten zu schließen, welche unter den niedrigen Elasten die Trunksucht be- 1 fördern, 2. dsp Israeliten zu bindern, Ländereien zu besitzen oder zu packten, weil sie solche zum Nacktheit der Bauern auSgenutzt haben. Die Verantwortlichkeit für diese Maßregeln trägt bei einer conslitnlionellen Regierung, wie die riiniäniiche, da« Ministerium^ WaS den Fürsten selbst angebt, so bezeugt er bei jeder Geleaeubeit seine Sympathie >ür die Israeliten. Er will ihre Eatancipation, aber die Iiraliten müssen sivorbereile», indem sie alles das ablege», wiS sie, wenigstens änß.rlich und in der Kleidung, von de» übrigen Landbeivohn.-rirnnlerickeidet. Es würde ihn freue», wenn er «'ich mit der Alliance ü.-er die Mittel zu oerständigen vermöchte, durch wlcke eie rnmäiiische» Israeliten aus die Bthii de) Forlschrillj und der Bildung gebrachl werde» kölliiten. Diese AilSeiiimdersetzilug gab Sloss zn zahlreichen Bemertting ii. E-.» M.'glied enlgegnele, daß die rumänischen Zsrae - li'cn nickt die Einzigen seien, welche Fortschritte ans der Bibn der Biidung zu »tacken Kälten, ngd daß der all-, gemeine Zitstand Rumänien-,hierin noch vieb zu wün scheu laise, er behauptete, daß die Israeliten, weit enlsernt den andern Rumänen nackzusteke». ib.eitLandsleuten im' Allaeiii'in.-n voraus seien. In Rnmänie», wie in den fttachdarländern zeigen die Israeliten mehr Geschmack an Belehrung und entwickeln einen größer» E ier zur Gründung von Schulen, als ihre christlichen Landsleute; ihre Sitten sind milder, die Verbrechen unter ihnen sind weniger zahlreich; sie liebe» mehr die Arbeit und Iiidustrie, und wenn sie in einigen Städten ungesunde Quartiere bewohne», so vernachlästigt die städtische Pplizei die Vorschriften der Gesundheit. Der Präsisent fügte hiiizu, daß die Erörterungen deS Hrn. Picot keine der Ibatsachen aufhebe. Weder daS Lagadundiren, noch die Vorschriften der Gesundheit könnten die gegen die Israeliten begangenen Verbrechen entschuldigen; kurz, die LandeSgcsetzc gingen auf Unterdrückung au« und verletzten die mit den garantibendcn Mächten abgefchlostene Uebkveinkunft von 1858, welche den Israeliten gleiche bürgerliche Rechte mit den Christen zusichern. Der Hr. Präsident gibt aldann Kcnntniß von einem Schritte, welchen Hr. Ubicini NamcnS Hrn. GoleSeoS, de« Minister« der äußer« Angelegenheiten, bei ihm ge» than habe und läßt »inen Brief vorlefen, in welchem er der rumänischen Regierung anzeigt. daß nur rin vollständig,« Emancipation-geseh da« einzige Mittel sei, u«