Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 12 (17.3.1868)
- Date
- 1868-03-17
- Page
- Seite 47 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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f — 47 - fold»e in Den Gemeinderakh gebracht. — Das Rabbinat Buttenbausen ist noch unbesetzt, ein Csspreuße soll die Stelle erhalten. Petersbagen a. W.,!>. Mär", Geehrter Herr Redakteur! Ihre Zeitschrift veröffentlicht in Rr. l"d. Z. einen Eorrei'pondenz- Arlikel „Vom RKein", welcher' verschiedene Aufrisse gegen das jiuratorinm der Marks-Haindors'schen Slisning und insbesondere gegen dessen Mitglied Herrn r'ebrer Blumenfeld enthält, Yetzrerer wird seine BerkKeidignng, wenn er eine solche für erforderlich erachten sollte, schon selb« führen. AlS Mitglied des .>turalorinins wollte ich mir indesfe» erlauben, dar Nachstehende;n bemerken. Tie in Eöln gewählte Eommsssion war bei der von ihr vorgenoininenen ssteoision der Slanuen von der Voraussetzung ausgegangen, dasdie Bedürfnisse der Anstalt wesentlich durch die zehnjährigen Beiträge der Gemeinden gedeckt werken sollte». Tiefe Voraussetzung in nickt eingelrelen, indem von den Gemeinde» im Ganzen nur Tblr. jährliche Beiträge übernommen wurden. Bei dieser Sachlage mnszie eine neue Revision des Stalins vorgenommen werke». Bei dieier neuen Yesung wurde zu rf l.'> des Statuts vom rturatorinin gewissenhaft geprüft, ob die Annall auf die Bsliä'lbeiiräge der aus derselben-entlassenen Yelner verdickten könne. Mau kam zu kein rKeiultate, daß dieses zwar.wünsck'ensiverrh aber nicki inöglick sei. Ter Eial .der Anslall wein eine jährliche Ausgabe von eirea .'>>» » Tblr. nack. AnfesseuEinnahmeii und vorhanden: Marks'scke diente .. l<x»> Tolr. Zinsen von Sliflnngskapitallen .. <> „ Auf l" Aabre nbernonnnene Beiträge der Gemeinden_liii» „ Zusammen . . . i'U I Thle. Ter Ausfall beträgt ionach ea. :i 1‘«» Tblr. CD dieser Ans fall jederzeit durch freiwillige Beiträge gedeckt werken tan», in immerdiii fraglich. Auf jeden Zoll würde das >i »ratet mm bei einer solchen Sachlage leickisinnig gehandelt nnd den Benank der ganzen Annall wesentlich gefährdet haben, wenn es auf Einnahme giirlleit verzichtet hätte, inioweu ,'olcke nicht auf durchaus ver werflichar (issundlage beruhen. Yetzieres kann nicht zngenanden werden. Bei de» christlichen Seininarien ni Preusren sind die ein lassenen VehVcv iheilweise viel härteren Bedingnngen itinerworfe». unk wenn es auch anertannl werden mui;, das; den j»rischen Yetnern so viel als möglich Erleichlerung verschafft werden muss, weil ne durchgebends eine vrelärere- Slellnng haben, als ilne ckrinlicke Eollegen, io wird es dock Niemand unbtUig finken können, wenn »ne eine dreijährige Uiilerhallnng. in >!on und Wohnung nnd. ebenso lange währenden Unterricht, sowie Ans btlknng für den tuiifiigen Yebensberuf im (ssanzen .>> Ti'lrd nnd dazu ern in iniährlicken Raten gezahlt werden müssen. Sollten wirklich einzelne Yebrer dnrchans nickt im Stande seindiesen Beitrag zu zahlen, m> wird das.'inralorium sicherlich nie Anstand »elmien, begründelen Gesuchen um Erlas; oder wenigstens Mi::de rnng der Beiträge Folge zu geben, asso einen Truck auf wirklich dürftige Yeln'ee, wenn tiefe Türttigkeil in ordmmgsmäsilger Wesse nackgewiesen rvird. nickt ausüben. . Ter Einsender des gedachten Artikels tann versickert sein, das; das >!nralorium in keiner We»'e beabsichtigt, den Zineressen der Yebrer entgegen zu treten, das; es vielmehr diese Interessen durch aus würdigt und zu schützen nicht und daß es den übrigen Mil gliedern des.Nuratorinnis zur hohen Befriedigung gereicht, einen so würdigen nnd tüchtigen Berlreter des Yebrersiandes, wie Hrn. Blumenfeld, zum Eollegen zu haben. Das .Kuratorium tbeill aber keineswegs die Befürchtung des Herrn Einsenders, daß das Interesse und die Äirkiamkeil der Yebrer zu Guussen der Anstalt, durch ihre Verpflichtung zu zehnjährigen Beiträgen L 5 Thlr., abnehmen würde. In dieser Hinssckt bat es volles Vertrauen auf die Ehrenhaftigkeit des jüdischen Yebrerssandes. Herr Blumenfeld bat ssck den Interessen dieses Standes warm 'angenommen nnd iss dieser' durch ilm sehr gm vertreten, Wenn übrigens Einsender den Hrn. Blumenfeld allein für die Beschlüsse des >inratorillins verantwortlich macheil will, so übersieht er, daß das >iuratorinm als Eollegium nach Siiinuieiiniehrheit entscheidet und er dock nickt wisse» kann, wie Hr, Blumenfeld gestimmt hat. Was mich beniffl, so erkläre ich offen, das; ick für die jetzige .rassung des r? 1ä gestimmt-habe, und, io sehr ick. auch firünsche, den Yebrern die Yass der Bflickibeiträge abneliinen zu könne», dies unter den jetzigen Verhältnissen für durchaus nachlbeilig und unthunlich gehalten haben würde.! Ter Herr Einsender scheint übrigens die mit dem revidirten Statut versendete Tenkschrifi, welche.dieMotive der Abänderungen. eingehend behandelte, nickt gelesen zu! habe», sonn würde er vielleicht. wenn auch nickt den. mcuerielten Znbakr — Ansicklen.sind einmal verschieden—dock den Ton seines Artikels geänden haben. Tiefe Motive würden vielleicht Wlderle.znng und Bekämpfung, nickl aber abfpreckrende Zgnorirnng mtie'iu haben. Mil vorzüglicher' Hochachtung - Metz, Rechls-Anwalt. Frankfurt a. M. Ter 20. Jahresbericht des hiesigen isr. FrauenvereinS ist erschienen. Nach demselben haben nn ve>floffenen Jahre die Bestrebungen des Vereins einen ununterbrochenen und gedeihlichen Fortgang genommen und ist es der Verwaltung gelungen, wieder mehrere Zöglinge theils einer ihren Begriffen entsprechenden Thatigkrit: zu ubergeben, theils einem selbständigen Berufe zu überweisen. Bei ernsacher zimckmäßiger Erziehung geht das Streben des Vereins dahin, den armen Waffen einen wahrhaften Ersatz für das Ellernk,aus zu bieten und nach Vollendung, des nothigen Unterrichts sie einer ersprießlichen ErwerbsthLtigkeit zuzusühren Ter Bericht berührt am Schluffe die in vielen großen Städten austauchendcnBestrebungen, auf eine Erweiterung der Eiwerhsthätigkeit des weiblichen Geschlechts hinzuarbeiten, und spricht die Erwartung aus, daß auch unsere Stadt diesem bedeutsamen sccialen Fortschritte nicht lange mehr fern bleiben werde. Der Verein Halle sich im verflossenen Jahre einer ungeschmälerten Theilnahme 'zu erfreuen und »st es ihm gelungen, den an ihn Herangl tretenen Ansprüchen zu enliprechen. Ter derzeitige Vorsteher ist Hr. Dr. B Günsberg. ^Meiningen. T>e Emancipation der Juden ist durchgegangen und die ZulässtgUit der M scheben zwischen Juden und Christen anerkannl, jedoch mit der Bedingung, daß die Kinder solcher Ehen ch istffch erzogen werden mirsse^ Wien. .Das st'si.isterium hat eine Gesetzesoorlage betreffs Abschaffung des Judeneides gemacht, welcher als mit den Princlpien der Gleichstellung nicht mehr vereinbar erklärt wird. Man gibt also hiermit zu, daß der Judeneid nur ein Ausdruck politischen Trucks und religiöser Unduldsanlkeit ist und keinesweges in den r.ligiösen Anschauungen und Satzungen des Juoeiithums seineil Grund und!. ieiue Entstehung habe. Pesth. Die Schlußsitzung der Notablen-Conferenz ist unter dem Vorsitze des Cultus-Ministers gehalten worden.