Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 12 (17.3.1868)
- Date
- 1868-03-17
- Page
- Seite 48 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Er dankte für den Geist der-Bersöhnlichkeit, welcher bei den Berathunzen der Versammlung geherrscht habe, und ermahnte, in diesem Geiste auch ferner fort- und namentlich auf die Gemeinden einzuwirken. Die Protokolle sollen gedruckt werden. ES wurde unter dm Conserenz-Milgliedern die Gründung einer Stiftung zur Heranbildung jüdischer Gelehrten wld Künstler unter dem Protektorate des CulluS-Ministers beschlossen und dafür sofort bereits bis zu 5t 00 fl. gezeichnet, worunter mehrere Schenkungen von fl. 1000 und 500 mit Jahresbeiträgen von 200 fl. rc. Die Audienz der orthodoxen Consirenz Mitglieder beim Eultus-Minister blieb ohne Erfolg. Er erklärte sich bereit, gesunde (I) Rathschläge entgegennehmen zu wollen^ gab auch Jedem seine persönliche Hochachtungen erkennen, corrigirle indeß die Meinung, wonach sich einzelne der gegenwärtigen Conferenz-Mitgliever als Vertreter der reip. Gemeinden betrachteten, indem sie nicht von diesen geschickt, sondern von ihm berufm seien. Der hiesige „GleichkieitS-Club". glaubte auch im Sinne des neuen Zeitgeistes und der beschloss. nen'Gleichb'rechtigung der Juden handeln zu müsien und beantragte, daß die Zünfte fortan auch den Juden das Meisterrecht ertbeilen sollten. Der Antrag wurde indeß nicht Win Beschluß erhoben, uns Furcht,^ dem Bürgermeister und auch wohl noch einigen Anderen unbequem W werden (!). ^)crrr1ige. Erscheinungen werden noch oft Vorkommen, Wenn die Grundsätze auf dem Papiere stehen, sind sie noch^nictt in's Leben eingedrung-n; "wenn auch im Princive anerkannt, roch nicht in Wirklichkeit ausgesührt. Wie für die leibliche, io ist auch für die geistige Nahrung eine gewisse Zeit erforderlich, bisie sich asiimilirt hat und m aiievum et sanguincm übergegangen ist. Rumänien. Ans Anlaß der Juden-Verfolgun^ in Berlat hatte M Montcfiore an Fürst Karl gcschriercn. Derselbe hat ihm jetzt durch Minister ^Stefan'0>o!iiue antworten lasten, daß her Fürst den bereis früher geäußerten Gefühlen und Gesinnungen in Betreff -religiöier Duldsamkeit und politischer -t->leichdcrechtigung.jür alle Staatseinwohner treu geblieben 'ei. Tie Vorfälle in' Berlat seien zu bedauern, und es fei bereits Untersuchung angcordnet, um die schuldig Befundenen (?) zu firann und den Beschädigten den scstgkstelllcn {:) Schaden zu ersitzen. Indeß sei auch ror dem unbedingten Glauben an die Wahrheit der übertriebenen Zeitungsberichte-zu warn-n und nicht zu vergeben, daß die Juden selbst den, Skandal veranlaßt, wenn nickt prooocrrt haben <?!) — Wir wissen längst, daß die runnnrische Regierung eine vollständige Judenvertreibung beabsuffllgt und diese .Absick t nur - durch Schein und Lüge »er OkWelt massirt, bis sie am Ende mit der vollendeten und nicht mehr avWändernden-Thatiache ror die Oeffentlichkeit tritt. Teßhalb sollte man am w.nigsten den Versicherungen der rumänischen Negierung Glauben' schenken «rd höhere Interventionen veranlassen. Solche sind für die Juden in Rumänien wenigstens ebeüso nöthig und an der Zeit, wie chur die orientalische Christen. Aus Rußland. Ten Juden war es bekanntlich verboten, in Westrußland Güter zu besitzen; sie waren lediglich auf die Brennereien und Schenken angewiesen. Man erkennt indeß, daß zur Leitung der mit den Gütern verbundenen Mühlen und sonstigcn Etablissements Niemand Kenntnisse und Geschick hat, wie die Juden. Die gesetzliche Bestimmung ist daher dahin abgeändert worden, daß fortan Juden solche Etablissements übernehmen, aber nicht ganze GüterlComplexe I besitzen dürfen. Also wiederum nur die halbe, oder eigehtlich keine Gerechtigkeit, trotz — der christlichen Liebe. Man kann nur die Juden nicht entbehren — also doch das hevorzugte Volk — und nutzt sie nach Sklaven-Art auH. Nur darum erhält man sie im Lande und erweitert —i nicht ihre Rechte, sondern den Spielraum ibrer geschäst ichest Bewegung und industriellen Thätiakeit. auch Rußland ist der Macht Gottes unterthänig rd sich daher dem Geiste'der Wahrheit r^nd Gerechmil der Zeit unterwerfen müsien. Jedoch und w tizkeit j C* i it l a J* u ii fl jiir (£finfrrfnj ijfs ijprrins iürnplit. klkinpnlaMM für Mlsihglkli uni! ^lirinsikmiinf . <;uq,lcick Coeneralverianiinlnuq der Unterstntzlingskasse des Vereins) in Dorililnnd am 20. und 21. Bpril Bonn. i> Bhr. .Tagesordnung: ,L. 1. Geschäftsbericht des Vorstandes.! 2. Besprechung ber Mittel zur Hebung und Förderung j der. Casie. I! 3. Ausnahme neüer Mitglieder. 10 1. Entwurf eine: Geschäftsordnung für die Consircnzm des Vereins , 2.. Fortsctzrmg ded Debatte über das Dppenheim'sche Referat: Lcküor.splan s> . 3. Ileber das D Unterrichts bei ür tie jüdische Schule, aaß und die Bebandlung des ReligionSsolchen Schülern, welche nicht den Gesammtunterricht in ter jüd. Schule erhalten. Res. Lcvinger. -i. Frese Besprechungen. Arsch Nichtmitglieder des Verein?, insbesondere die und Gemeindevorsteher, sind sreundlichst Herren j Rabbiner cingeladscn. Bjelefeld, oi ne L wird üaturgem^ß geheilt. Adresie (Gegenseitig fr vermMvorUicher Revacreur: I. klingen st ein in Lderriheim in Rhenihesien; Selbstverlag eommifiion bei Lstar Leiner m Leipzig. — Tampf-Schnellprrfsendruck van 5. März lt?G3. Der Vorstand. ar ungenschwindsucht dhne innerliche Medicamente Dr. II. Rottmann in Mannheim. ICO.) der Redaktion. Für den Buchhandel: in n I. Gottsleben in Mainz.