Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 9 (26.2.1868)
- Date
- 1868-02-26
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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35 - — .irübtr wird späler berichtet werden. Zur jetzt sei nur bemerkt, »aß kür dieselben folgende Borträge angemcldet sind über »1 Die Taktschrcibemethode. — Theoretisch idargestellt von O. Kalbe, Lehrer an der 1. Stadttöchterschule in Hannover, praktisch von 3. Wahl, Scminarlebrer i» Zriedberg. b) Die Reform des deutschen Aufsatzes. — vr. Horst Keferstei» von Dresdenc) Die neuen Klassikerausgaben und das deutsche Lesebuch. J — Derselbe. '’JDer zur Einleitung der 17. allgemeinen deutschen Lehrerversammlung erwählte Ausschuß. Folgen die Rainen-, Odern beim, 3>. Zebr. Wir genügen einer wiederholt und mehrfach an uns ergangenen Aufforderung, indem wir nachfolgende Ansprache veröffentlichen. Tbenre Glaubensgenossen! '■ ” Das Unterzeichnete ütiraunium der Marks-Haindorf'scken zStiflung wendet sich vertrauensvoll an Euch mit der Bitte um ^^Beisteuerri für Vas Lehrer-Sem inar zu Münster. Aus unserer .Äeifolgenden Denkschrift werdet Ihr ersehen. Vast unsere festen '^Einnahmen, noch nickt die Hälfte des Bedarfs decken und das, .sonach der "Rest durch freiwillige Beiträge beschafft werden mnß. j Wir sind indessen getrost und unverzagt an das Werk gegangen, um das Seminar ans seinem jetzigen Standpunkte mir lottes Hülfe wieder;n dein seines fr übern Glanzes, zu einer insterbaften und segensreichen Anstalt zu erbeben. Bor Allem ist unser Bestreben dabin gerichtet, einen akademisch gebildeten, ,urch gediegene Kenntnisse, pädagogische Befähigung und frommen! ^Lebenswandel ausgezeichneten, womöglich einen zum Rabbiner be! Hsäbigten Mann zu gewinnen, damit dieser als Seminar-DirecloL -tim Verein mit den übrigen Seminar-Lehrern die Zöglinge zu "wahrhaft tüchtigen, berufstreuen und echt religiösen Lebreru heran . bilde. Zu allem diesem gehören aber bedeutende Mittel, welche Zn den letzten Iakren in dem, gt öfteren Anforderungen entsprechen »en, Umfange fehlte». Wir hegen nun das feste Berlrauen zu Euch, verehrte Glaubensbrüder, daß Ihr uns in diesem Streben mit »lildthätiger Hand und mit thalkräftiger Ausdauer treulich zur Leite steben werdet! Es in ein ernstes und heiliges Werk, an denen Ausban wir uns Alle betbeiligen inüssen, mit dessen Bestand unsere '2 theuersten Interessen verknüpft sind. Wer die Schule hat, bat die Zukunft: das Heil unserer A Kinder, der Heranwachsenden und zukünftigen Generationen hängt davon ab, daft tüchtige und gewissenhafte Lehrer sie zu tüchtigen und braven Menschen und zu wahrhaften'Israeliten, die ibreu Glauben kennen und üben, beranbilden. Bon jebcr hat die Sckule im Iudenldum einen hohen Rang eingenommen. Unsere Boriabren haben ihr iininer die größte Aufmerksainkeit.gewidmet und zu idrer Unterhaltung die schwersten fH Opfer nicht gescheut- Die gelehrtesten und berühmtesten Weisen Israels haben stets ihr größtes Berdienst und ihren höchsten Rubin in dem Unterricht und der AuSbilvung zahlreicher Schüler gesucht. Auch in den dunkelsten und drangvollsten Zeilen ist die Schule nie ganz verwaist geblieben: Wissenschaft und Forschung« drang baden unsere Borellern auf ibrer so oft traürigen und mit ihrem Blut gezeichneten Wanverustg in der Welt überall hin begleitet uNd sind ihnen Trost und Stütze gewesen. In jetzigen Zeilen aber, wo ein frischer freier Geist alle Fesseln, auch die unseren, gesprengt bat. wo auf allen materiellen - und geistigen (Gebieten ein gewaltiger Zug des Lebens und der Thätigkeit herrscht, dürfen wir Inden am wenigsten Zurückbleiben. Wir dürfen die Hände nicht ruhig in den Sctwoß jegenz wir müsien vielmehr zeigen,-daß wir weder Anstrengungen noch Opfer , scheuen, wo es sich um die geistigen Interessen des Iudenthnms, wo es sich um die Zukunft unserer Ktyder bandelt- So lange in unserem Baierlande die Volksschule einen streng eonfessionellen Charakter trägt, müsseu wir auch jüdische Elementar- Lehrer, auf jeden Fall aber tüchtige Religions-Lebrer' baden, die unseren Kindern den rechtön Weg in Lehre und iin Leben zeigen : und iu den meisten Gemeinden zugleich die Leitung des Gottesdienstes übernehmen inüssen. Solche Männer können aber nur in : einer spccisisck jüdischen Änstalt ihre Ausbildung er'halten, und eine solche Anstalt soll unser Seminar sein. Das Curarormm bat den seiten Willen, die Anstalt iin Sinne des wahren Iudenlliums - zu leiten. Wir hoffen, einen Seminar-Director zu gewinnen, der in diesem Sinne wirkt, und werden ihm in diesem Streben fest und treulich zur Seite stehen und nach Kräften mit dafür Sorge tragen, daß die Lehrer unserer Kinder im religiösen Geiste des gesitteten Iudenlhums berangebildel werdkn. Schluß f.). Aus Rheinhefscn im Februar. Eine kürzlich in A. gefeierte Hochzeit führte auch Gäste aus der sogenannten haute volt-e "benachbarter Großstädte in die dortige Synagoge. Obgleich der Akt der Trauung — wie "stets dort — selbst nach Aeußerung dieser Gäste > würdig vollzogen wurde, erging sich doch namentlich ein Theil der weiblichen Gesellschaft weidlich in fortwährendem Geflüster und störendem Geplauder. Es sind dies Nachwirkungen deö zwar innerlich reformirtcn, aber äußerlich noch nicht vollständig geordneten Gottesdienstes jener Gemeinden, wo die Theilnahme am Gottesdienste auf wenige Tage des Jahres sich beschränkt und Andacht selbst an diesen Tagen nicht gesunden wird,. und wo — wie in alter Zeit, als man noch über unverständlichen und ungeordneten Gottesdienst klagte — nach Herzenslust geplaudert, gesticuiirt und lorgnettirt. aber nicht andächtig, oder vicllcichl gar nicht gebetet und auf die Predigt gehört wird. In 4l. aber ist man an Theilnahme und Andacht, an Ruche und Ordnung im Gottesdienste zu allen Zetten des Jahres gewöhnt. Ein solch von der strengen und vernünftigen Sitte abweichendes Denrhmen mußte hier daher allgemein auffallen. Christliche Theilnehmer mußten trotz des geläuterten JudentbnmS undsheis gebildeten Juden nothwendig an das alte Bild der Juoenschule erinnert werden, womit stets bei ihnen, wenn vielle'eyt aus Rücksicht keine Verhöhnunz des JudenthumS d-ch eine Erhebung ihrer Religion und GottoSvcrehrung auf Kostens der unierigen verbunden ist. Sorgen wir daher namentlich in den großen, Ton angebenden Städten für bessere Gestaltung unserer gottesdienstlichen und überhaupt religiösen Verhältnisse. Den» Zucht und Ordnung im Goitcshause kann nicht blos polizeilich erzwungen werden, sondern mug aus dem Innern des Individuums, sicherlich dcS gebildeten, von selbst erwachsen. Vom Rhein. 16.Februar. Aus Weftpbalcn ertönen von Zeit zu Zeit Nachrichten herüber. welche unS Kunde bringen über den Neubau deS Marks-Haindorf'schen Lehrer- Seminars^: Münster. In erster Reche iutercssirt »nS; jetzt die in Aussicht genommene" Wahl eines Seminar-! Direktors. Unserer Meinung nach können und werden sich