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Der israelitische Lehrer · 1868-02-26 · 9 (26.2.1868) · p. Seite 34

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
9 (26.2.1868)
Date
1868-02-26
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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34 schon bei unserer Jugend .an. Was müssen die armen I Knaben und ZMglinge und selbst die Mädchen nicht Alles j lernen! Ihr sHstu wird so überfüllt, daß, wenn dasselbe j nicht besonders geräumig ist, gar kein Platz mehr für den i gesunden Menschenverstand übrig bleibt. Daher die große! Masse von Mittelmäßigkeit in allen Lebensrichtungen und »och dazu auf Kesten her Gesundheit. Fast Niemand hat mehr heut zu Tage Zeit (selbst die Jugend nicht). Jeder beginnt sein Tagewerk mit dem Charakter der Eile (zumeist unsere arme Jugend), und wo dieser Charakter erst Platz gegriffen hat, wo der Mensch bei seiner Thätigkeit von der Besorgviß beherrscht wird, mit seiner Aufgabe nicht fertig zu werden, da ist es mit der gesunden Haltung des Nervensystems zu Ende, auch zu Ende mit der tüchtigen Lösung der Aufgabe selbst* **))." .Es ist naturgemäß, daß der Mensch lerne und > geistig arbeite; nur dem Thiere find die. seine Existenz! bedingenden, Fertigkeiten angeboren (Instinkts), der Mensch! muß und will die ihm nöthigen Kenntnisse und Fertigkeiten erst mit Mühe erwerben. Es ist aber naturgemäß, daß das Kstrd bis zum vollendeten 7. Jahre nicht lerne und arbeite, > «nd daß es von da an erst, nach und nach an Sitzen, Lernen j und Arbeiten gewöhnt werde, .so daß der 14jährige Knabe täglich höchstens 6 Stunden und weiterhin der 20jährige Jüngling höchstens 8 Stunden sitze, lerne und arbeite, denn Mehrerer widersteht und schadet der . Jugend. Es ist ferner naturgemäß, daß ein junger Mensch wenigstens vor seinem 14. Jahre nur das lerne, wozu, ihm die Natur Talent und Lust gegeben hat. Mindestens die Hälfte der übrigen Tageszeit muß auf körperliche Hebung im Freien verwendet werdru, denn dessen bedarf die Jugend eben so, wie der Ruhe, und Erholung, das Gelernte zu verdauen. Nur so kann sie gesund, kräftig, zur Tragung der vollen Last ihres künftigen Berufes tüchtig, heiter und glücklich werden. Sie schwerer und anders belasten, heißt das Talent vergeuden, Leib und Seele schwächen und die Axt an die Wurzel de» Baumes setzen. Es kommt nicht darauf an, wie viel man lerne, auch keineswegs blos darauf, wie" man lerne, — das alte Lied l der Schulmänner, sondern hauptsächlich darauf, daß man! nur so viel und nichts Anderes lerne, als sich mit der freien, vollkräftigen und regelmäßigen Entwickelung von Leib und l Seele verträgt. Desgleichen ist es naturgemäß, daß der Mensch sich auch moralisch .anstrenge, und seine Leidenschaften im Zaume hatte, denn dies erfordert sein Wohl, wie das der Gesamnttheit, und Gott hat ihm dre Willenskraft dazu. und den Lohn innerer Befriedigung dafür gegeben. Es ist naturgemäß ^und nöthig, daß diese Willenskraft durch Wahrung der gesammten Kraft ausrecht erhalten werde, denn der leiblich Geschwächte ist nothwendig auch : moralisch geschwächt, und es ist ferner naturgemäß und! nöthig, daß der Wille auch durch eine das Gemüth befriei digende Lage und wohlwollende Behandlung auf das Gute * gerichtet werde, da ohne diese der Mensch am Guten keme , Freude haben kann. Rur so werden auch Religion und! Sittenlehre wirksam sein, aber dem körperlich Geschwächten und durch stetenDruckGekräukten wird keine Religion und keineMoral der Wett willensstark und zum Guten geneigt machen' *)." *) Dr. (3. SC. Lauer. (Fortsetzung folgt.) **) Dr. Falidor, di« Schwächung der Generation rc. Wochenbericht. Pdernbeim. Die „Allg. deutsche Lebrerzeitung" enthält ein vorläufiges Programm der 17. allzemdeutschen Lehrerversammlung- Die diesjährige allgem. deutsche Lebrer Versammlung wird zu Kassel gehalten werden. Ihre Hauplsitzungen sollen diesmal ausnahmsweise in der zweiten Hälfte der Pfingstwoche stattfinden, nämlich am Donnerstag, Freirag.und Sonnabend, den 4., 5. und 6- Zuni, die Borversanunlnng, ain Abend des 3. Juni- Für die Äusscknßkonseren; wird die SivungSzeil erst in Kassel selbst näher bestiininr werden- Zur Tagesordnllng sind bis jetzt folgende Borträge angemeldel worden: . 1 Diesterwegs Wort: „Lebe im «Ganzen— Diedern ann, Schulvorsteber und Mitglied Minterimistischen Obersckulbchörde in .Hamburg. 2) Die berechtigten Wünsche der deutschen Bolks'ckullebrer- — E a l l s en, Organist n- Lehrer in (Rektors (Schleswig). 3 Durch welche Momente vermag die Bolksschnle als Erziehungsanstalt zu wirken? — Pfeifer, Lebrer in Hof .Obersranken). t) Was bat die deui'cke Schule zu rbun, um die Jugend selbstständig und tbarkrästig zu machen? — Dr. Karl Pilz von Leipzig. 5) Die Gegenwart verlangt, das; der deutsche Botksschullebrer ein Schulmann werde. — Ä. Schanid, Lehrer und Organist ain Doin zu Raumburg. 6 Fst die Regulativ Pädagogik anznerkenne» oder zu bekämpfen? — Dr. Panitz, Oberlehrer an der Realschule zu Leipzig. 7> Die Schule im Kampfe mit dem Leben. — Dr. Horst K e s e r st e i» von Dresdens 6) Die Anordnung und regelmäßige Berufung von Schulsynoden in für die Entwicklung des deutschen Schulwesens nickt nur nützlich, sondern auch norbwendig. .Zugleich über die Einrichtung und das Reckt der Dbeilnehmer. — Db. Hofs mann. Oberlehrer in Hamburg. 0 Die pädagogische Bedeutung der Bolkswirthschastslebre. — Gustav Ebun, Oberlehrer zu Frankfurt a. M. Ist) Die Lebre von Arbeit-und Kapital in der Schule. — Tiedcmann von Hamburg. 11) Die Pstickr des Staates, seine Armen zu erziehen- — Dr. Riecke, Sladtprarrer zu Reussen Würremberg). 12) Waisenerziebung. — Dr. Brüllow, Erziebungsinspektor und Ledrcr im Kornmesser'schen Waisenbause in Berlin. 13) Schule und Gesundbeit. — Schnell, Schulvorsteher in Prenzlau. 11 Die Rothwendigkeil der organischen Berbindung des Fröbel'schen Kindergartens mir der Bolksschnle. — Friedrich Dietrich, Lebrer in Breslau. 15) Hat die Sckule einen besonderen Rackdruck ans die Entwicklung des Gemürbs zu legen? —Backbaus, Schulinspektor in Osnabrück. 16- Lesen und Lektüre der Jugend.' — Dr. Tbeodor Zimmer mann, Schulvorsteber in Hamburg. 17) Die Schule der Frauen. — Dr. A. Meier, Direktor einer Töchterschule zu Lübeck. Was in den Rebenversammlungcn von den vorjährigen Berhandlunaen wieder ausgenommen und fortgesührt werden soll-

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