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Der israelitische Lehrer · 1868-02-19 · 8 (19.2.1868) · p. Seite 31

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
8 (19.2.1868)
Date
1868-02-19
Page
Seite 31 (sequence 3)
Language
German
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31 eingezogen. ES ist Schade, daß die Aufforderung zu Beiträgen grade in die jetzige schlimme Zeit der großen Theuerung, wo Jeder für sich und Andere so viel zu leisten hat, fällt. — Hoffen wir jedoch, daß durch Thätigkeit und Energie der Mitglieder des Curatoriums, der Gemeindevorsteher, Rabbiner und Lehrer die Beiträge, wenn auch erst später, reichlich fließen werden. . . . n Bayern im Januar. Sie wollen etwas aus unserem Vaterlande ^wissen '? Run, Vas Renette itt die große Schlappe, welche unsere Hyperonbodoxen durch das Milirärgesetz erlitten. Der 8 12 desselben, welcher von der zeitweisen Befreiung von der Einreibung bandelt, erwäbnt auch der Jiabbinats-Eandidaten. Da sollte nun —so wollten es die frommen Herren — der regelmäßigen Ausbildung der Rabbiner in weltlichen Wissenschatten der daraus dadurch gemacht werden, daß das Zeugnis; eines Rabbiners;>nn 'Nachweis der. Eandidaienschaft genüge. Rattirlich, da bekommt man Alles in die Hände. Man „lenite" in Würzburg, die Dispens von dem Zeugnis; einer Anstalt nacktzllt des Edikts vom Iss. Juni le>l:i erfolgte bobern Srrs später leichtlick, und eine Prüfung, bei der man wieder das Hauptwort führte in Würzbnrg, vollendete den Rabbiner. Alle Hebel wurden daber in Bewegung gesetzt, die Wortführer der Hyperorlbodoxie. die sick^ - überall ohne alle Vollmacht für die einzigen wahren Träger deS Judeulbumö ausgeben, zogen gen München und berichtete» schon nack allen Seile», daß Alles getickt" in. Aber hinter de» Bergen wohnen anck Leute, und am reckten Orte wurde anck gewirkt und den hervorragenden Männern der stammet die Rvlhwendigkeil einer wiffensckaktlicken Bildung künftiger Rabbiner dargethan, so daß ein Ämenvemenl dev Abgeordneten Münck, welche den Rackweis eines Ghiniiasial.-Absvlutoriuins vorickreibl,' trotz dem Widerspruch eines Ruland. welcher bei dieser Gelegenheit seiner Abneigung gegen dre Juden ossen Ausdruck gab. und trotz der (Gegenrede deü Ministers, in der >rammer angenommen wurde. Run galt es bei der l. stammer, dem Hemmschuh alles Jorisllnuis, noch das llnglück abzuwehren uns Herr- Rabbiner Bamberger reine selb» nach München und suckle aller Lrten und bei allen bervor-r-agenden Persönlichkeiten des - Rückschritts in der l- Aammer die Anchnerzung dieser ^kodlsikalion zu bewirke», und wirklich schlug der Referent des zuüändigen- Aussckusses, Hr. v. Sckrenk, weiland Mitglied des Abel'scken .Ministeriums fluchwürdigen Andenkens, das falleulasse» desselben vor- Aber diesmal entwickelte man anck von der ankern Seite die öfters wünschenswerrl>e Tätigkeit. Die (Gemeinden Jürkb, Nürnberg und München richteten Petitionen für die Beibehaltung jener Modifikation an die l. riainnier. die aufgeklärten »tauimermitgliever wurden über den Sackverball belehrt »nd so erfolgte sie auch, trotz dein fick Hr. von Zu rlibein anö Würzburg auf eine ibm eingebändigre., von de» hervorragendsten jüdischen Gelehrten — wer sind diese? — Unterzeichnete Druckschrift berief, in welcher die Entbehrlichkeit alles ander» Wissens außer dem Talmud nackgewiesen sein sollte. Ausfallend hiebei war das Perballen des Ministers des Innern — der betressende Eulknsminitter war abwesend — welcher erklärte, daß sich die Staalöregiernng in dieser »frage neutral verhalle und der die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen nickt zu kennen schien. So werden wir durch dieses Gesetz, also auf einem Umweg, für die folge dock Rabbiner bekommen, die außer dem Talmud noch Etwas (Gründliches gelernt baden, und Rabbiner Bamberger wird gern oder ungern^bon seinem, durch Tbaten nacktveislickcn 'Grundsatz adgehen und Scküler zu seinen Talmuvjüngern annebmen müssen, welche ein Gymnasium besuchen, piii . . . Hoffen wir noch, dieser Sieg werde die Gegner des Rückschritts unter uns ermuntern, aus der eingerissenen Gleichgiltigkeit sich anfzurassen und wieder für die gute Sache einige Thätigkeit einzuseven. Dabin rechnen wir die Wiederbesetzung der Predigerstelle in München und ernttlicke Inangriffnahme der Besetzung der Rabbiuerstelle in 'Nürnberg, so wie es denn überhaupt nur konsequent und selbstverständlich wäre, daß die Männer, welcke in ihren Ansichten und in ihrem Leben freisinnigen «Grundsätzen huldigen . aufhörten, bei jeder Gelegenheit das Lob der frömmigteit J jener Helden der Hyp worlkodorie zu besingen, ihre Werke und Unternehmungen durch Geldmittel zu unterstützen und wohlgefällig zu vermerken, wenn jene für sie iromin sind. Gelegentlich der bevorgettandenen Vermählung unseres Königs war von dem Vorstand der Eultns.zemeinde München ein Aufruf zur «Gründung eines Waiienhan'eS an die «Gemeinden ergangen, der auch seinen Hanplideen nach verdienten Anklang ge-, fn»den hat. Aber alsbald war die HyverorlKodoxie in ihrem 'Trgan bei der Hand, solche Schritte zu verdächtigen, da schon ty.'} fürlh ein WaisenbanS sei. das zugleich das Privilegium fder jj Rechigläubigkeit als die bette Bürgschaft in sich trage. Wir sehen davon ab, daß gerade dieses Institut, welches jetzt erst seine Siattilen zur Anfnabme von nickt in fürib geboruen Waisen änderte, - seiner Richtung nach ein anderes Waisenhaus, das zeitgemäßer» 5 Prinzipien Ranin schafft, nötbig macht, überdies auch nur >kuaben aumimmt: denn die eingetretene» ilmstände haben den ganzen Plan vorläufig begraben. Aber wartim ignorirt man denn die prinzipielle Aenderung, welche sich in Rücksicht auf die Erziehung ' der' Waisen beranSgebildet bat'? Hat sich doch die Erziehung in Waisenhäusern überlebt und die zweckmäßigere!, weit billigere und mit geringeren Mitteln ausführbarere famiiienerziehung wird allwärtS als besser erkannt! Beuge dessen ist das Verfahren de-, Eentralausichuffes des bayerischen LeKrervereins und des Direktoriums des Waisenhauses in Leipzig! Hier sollte man dock auf das Urtbeil der pädagogischen Welt Gewicht legen, ehe man seine s Pläne in die Welt hinausienvel! Diesem Sachverhalt bat unser Verein, unser „Achawa" ja auch Rechnung getragen >ti,d wir erreichten durch Unterstützung der Willwen gleich im ersten Jahre des Vereinswirken das, waS? ein in's Leben zu rufendes Waisenhaus erst nach langer Zeit erlangen kann. Dabei lassen wir der Mutter ihre minder, die sie gewiß nur mit schwerem Herzen den Händen bezahlter Subjekte l'iugibt und bewahren die >tinver selbst vor einseitiger Erziehung bei leichterer Ueberwackung. Deshalb sollreu Gemeinden, besonders aber Lehrer eine regere Belbätigung an den Tag legen durch zahlreicher» Beitritt und häufigeren Spende», und die Mitglieder mehr wirken '.durch z'u veranstaltende persönliche Sammlungen in ihren Gemeinden bei festlichen Gelegen bellen. Das nun l>ald zur Verhandlung toinmenve Schulgesetz wirk» | anck unfern» Lehrerstand manche Veränderungen bringen. Der i Entwun selbst läßt bezüglich der iir- Lehrer Alles beim Alten» wie den» überhaupt in unserm Enlrus und Schulwesen gar nicht- -j geschieht Es ist kies der Ansfluß der pbgedacklen Renlralilät der Staatsregiernng in unseni- Angelegenheiten. Ein deutscher Dichter, ick glaube es ist frUligrarl», sagt: Der Teufel ist neutral. Wir trage»! aber selbst Scknld an dieser! Behandlung, da von unserer Seite nichts geschehen ist, um kW (Grundsatz der vollkommenen Gleichberechtigung iin ÄUgeinepien zum Ausdruck zn

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