Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 8 (19.2.1868)
- Date
- 1868-02-19
- Page
- Seite 30 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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1 I 30 anerkennen möchten. Doch ist dies eine Frage, die wir an dieser Stelle nicht zu beantworten im Stande sind Md die wohl schon zu einer anderen Zeit besprochen werden wird. Eine andere Frage ist die, 'ob das für die Bedürfnisse de- Volke« im Allgemeinen Nöthige und Wissenswerthe und dafür die jüdisch-religiöse Bildung, seither in unseren jüdischen Schulen gefordert^ sich wohl mit einander ververtragen, sich unterstützen oder beengen; mit einem Worte: es ist dringend geboten, daß die jüdischen Lehrer, Schulaufseher und Eltern sich auch einmal klar werden, ob Alles das, was man von der jüdischen Volks- und Reliigionsschule fordert, auch geleistet werden kann ohne Beschädigung der geistigen und körperlichen Entwicklung des Kindes? Wir haben hier nur die Kchcher, nicht die Lehrer im Auge. Allerdings, für die jüdischein Religionslehrer ist das zugewiesene Arbeitsmaas ein verhaltnißmäßig Geringeres; ob eS aus andern Gründen'nicht dennoch ein höchst anstrengendes und aufreibendes ist, können und wollen wir hier ebenfalls nicht prüfen; aber die armen Kinder! Können 'sie es fertig bringen? Hören wir einmal, was neuere Schriftsteller über unfern Gegenstand sprechen. (Forts. folgt.) Bücherschau Bilder aus dem altjüdischen Familienleben von Prof. Moritz Oppenheim. Mit begleitendem Texte vo» Leopold Stein. Photographirt von I. Schäfer. Verlag von H. Keller in Frankfurt a. M. Wir lenken hier die-Aufmeikfamkett wiederholt*) aus diese herrlichen, geniürhanreg-nden Bilder, deren Verbreitung in jüdischen wie christlichen Kreisen nur angelegentlichst ^mpfoh.en werden kann. Von einer ausreichenden Verbreitung dieser Bilder hängtdie photographische Vervielfältigung noch anderer Originalgemälde des Meisters ähnlichen Genre's grd. Dies zu ermöglichen, ist im Interesse der Kunst und Geschichte zu wünschen; dazu beizutragen ist Pflicht. Diese Bilder tragen eben'o lehr dazu bei, den Kunstsinn und den ästhetischen Geschmack zu veredeln, wie das Interesse am religiüim Haus- und Familienleben Israel'« zu wecken. Es sind meistentheils Bilder des ältjüdrichen Ghettolebens; die Gegenstände der Darstellung gehören in dieser Form der Geschichte an. Das jüdische Haus und Leben unserer Tage ist in diesen Bildern fast nicht wrederzuerkennen Dieser Ilmstand erhöht den Reiz der Bilder; er gibt. Juden und Christen reichlichen Stoff zu denken. . Welcher Art diese Gedanken-sein könnten, würden wir am Besten in der Beschreibung der einzelnen Bilder entwickeln können Wir beschränken uns indeß uu heute darauf, an die in der vorjährigen Achawa veröffentlichte Stein'sche Erklärung der Bilder zu erinuem. Man wird da schon erkenn-n, daß trotz der Proia der Verhältnisie doch, dem jüdischen Leben die Poesie nicht fehlte, daß, obgleich es rings am Israel dunkel war, es in ihrem Innern bell leuchtete. Man wird er selbst aus diesen Bildern herausleien. Trotz der vermeintlichen Gottesverleugnung -fand sich in Israel innige Andacht und Gottes Verehrung; trotz der angedichteten Leidenschaften, wie Rachsucht, Geldsucht — Liebe und Aaf- *) Wir verweisen auf die ausführlich! Einführung rn unterer 3. Achawa. . . Redaktion. Opferung; trotz der schuldgegebenen Sittenlosigkeit — Pietät und Familiensinn; auch sogar trotz der niedergehaltenen Stimmung ging Witz und Laune nicht verloren. Besonders unsere Lehrerwelt möchten wir angehen, sich der Verdrei» tung dieser Bilder in ihren Kreisen anzuaehmen. Sie dienen damit nebenbei auch den Interessen des Achawa-VereinS, da der Rabatt der durch den Geschäftsführer von der Verlagshandlung bezogenen Exemplare in die Vereinskaffe fließt. Man möge daher nur gefälligst das Verzeichniß der verkauften Exemplare dem Geschäftsführer einsendeu Um indeß auch dm Herren Lehrern selbst die Anschaffung dieser wahrhaft schönen Bilder zu ermöglichen, ist die Verwaltung erbötig, denselben au» Verlangen 1<1 % des Verkaufspreises als Vergütung zu bewilligen, wofür sie auch dann die Kosten der Versendung zu tragen hätten Die BestellMg mag nach solgenoei» Verzeichniß aufgegeben werden, da in demselben stummer und Titel der Bilder wieder gegeben ist: l. Jabbath-Anfang. 2. Der Segen des Rabbi. 3. Sabbath-Nachmittag. 4. Sabbath-Ruhe. 5 Oster- (Seder-) Abend 6 Die Hochzett Preis der 6 Bilder: I. Größe st. 30; II. Größe fl. 8 6 kr; III. Größe fl. 4 48 kr. Preis pro Blatt: I. Größe fl Ü; II. Größe fl l. 45 kr.; III. Größe 54 kr. Alzey im Januar 1868. Dr Rothschild. Wochenbericht. Aus der Pfalz un Februar. Der katho . CleruS in der Pfalz agitirt feit einigen Wochen sehr gegen daS Zustandekommen unseres neuen Schulgesetzes und werden bereits in allen, katholischen Gemeinden von den christlichen Bürgern Unrerschristen zu einer an die Kammer gerichteten Adresse in dieiem Sinne gesammelt. Trotzdem hofft der Lehrerstand, daß höhern Ortes »'eine gerechten Wünsche gewürdigt und seine langgehegten Erwartungen nicht getäuscht werden. Trier, 2. Februar. Ich war im Begriffe, meine Angabe in Nr. 2 des „Jsr. L." — die Mitglieder des Curatoriums der Max-Heindors'schen Stiftung betreffend — zu berichtigen, als ich Nr. 4 erhielt, in der solches durch Herrn Blumenau geschah; meine Angabe beruhte aus ungenaue Miltheilungen, die ich früher erhielt. Es sind nun in alle Gemeinden Rheinlands und Westphalens folgende Stücke versandt worden: 1) eine ausführliche Denkschrift, 2) das revldirte Statut, 3) eine Ansprache an die Gemeinden vom Curatonum und 4) eine Aufforderung zu Beiträgen mtt Sudscriptionslisten, von Hrn. Lüb unterzeichnet -Ich sinde diele alle gut und dem Zwecke entsprechend abgesatzt; nur will mir in der Ansprache die oft vorkommende vertrauliche Anrede: „Euch" „Ihr" rc. nicht gefallen; bei Geldsachen hört doch alle Gemüthlibkeit auf. Ich lege Ihnen die Ansprache bei mit dem Wunsche, solche in den „Jir. L." abdrucken lassen zu wollen*), und bin ich auf Ihr Verlangen auch gerne bereit, Ihnen die übrigen Stücke, wenn sie solche aufnehmenwollen, zu verschaffen**). Zur ausgeschriebenen Direktorstelle haben sich bereits schon mehrere tüchtige Männer gemeldet und werden von den Mitgliedern des Curatariums Erkundigungen über diese *) Soll bald thunlichst geschehen. Red. *"i Wir bitten darum. Red.