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Der israelitische Lehrer · 1868-02-11 · 7 (11.2.1868) · p. Seite 27

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
7 (11.2.1868)
Date
1868-02-11
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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- — 27 — her stattgefunden haben. Auch bat mast überall darauf Bedacht genommen. jüdische Lehrer in jüdischen Häusern gastlich aufzunehmen. — Eine besondere Besprechung über sspeciell jüdische Lehrersragen istnicht gut thunlick; wir wissen das aus Erfahrung- Dock können sich die jüdischen Lehrer an einer gemeinsamen Daiel zusammenfinden und dabei ohne weitere Vorbereitung inivs Programm über Alles freundlich und collegialisck sich besprechen, was ilmen besonders nabe liegt; insbesondere Angelegenheiten des Vereins „Achawa" u. dgl. So Gott will, wird auck der Redakteur dieser Zeitschrift dorlbintommen. Dennoch nndet'er es für angemessen, Vorbereitungen zu den freien Vereinigungen, von welchen wir sprechen, den geehrten Eollegen in und um Eassel zu überlassen. Selbstverständlich stellt er jedoch zu den belresfenden Veröffentlichungen diese Blätter zur Verfügung, wir wir auch, wie seither, Programme :c. der Versammlung in diesen Blättern zur Kenntnis; unserer Leser liringen werden. Berlin, (Fortsetzung bei der Beralvung über den Etat des Eultusministeriums re. auü Nr. 6 d. Bl.) Abg. »r. Kösck constarirt das Schweigen der Vertreter der Staatsregierung in Bezug auf die von ihm. in Anregung gebrachte Frage. Unterstaatssecrelär Leknert: Ich bade lediglich dejibalb geschwiegen, weil in dem, was der Abg Teckow gesagt bat, bereits die Anwort lag. Die Angelenbeir schwebt eben noch. Heiterkeit.) Ick werde die Wünsche des Vorredners übrigens kein Hrn. Culrusminister vortragen. Abg. Laftwitz: Wir haben in.Breslau das (Gebäude fertig hergestellt, die Kinder wollen hinein, "aber die Staalsreglernng lägt es nicht zu, -weil die Scknle vorher eine eonsemoneUe werden soll. Möge die Sraaisregierung wohl auf ihrer Hut sein; ne könnte mit ibrem confessionellen Standpunkte den confeisionellen Frieden noch stören und die Anzeigen machen fick bereits b'emerklich. Unlerstaalssecrekär Lebnert: Von solchen Anzeigen wisse die Staalsregierung nichts: auch sei das Verhallen der Sraalsregierung kein solches, dag es solche Erscheinungen Hervorrufen könnte. In Frankfurt a. Msei eine jüdische Realschule. Störe die Regierung dieselbe'?* Wenn man wolle, könne inan eme solche auck in Breslau errichten. Berlin, 28. Januar. In der gestrigen Sitzung des Hauses der Abgeordneten zeigte der Präsident das am M. Vorininag 10 Uhi' >in Folge eines -Rervenschlags erfolgte Ableben des Abg. *) Gewiß nicht! Als der bekannte Erfinder »er Regulative 'tz.-heimrath Stiehl, nach der Annexion die Frankfurter Schulen cnivieiren ließ oder selbst inspicirte, besuchte er alle städtischen Schulen, - nur die jüdischen nicht! Diese ignorirte er durchaus. Wußte man-S damals nach nicht, daß nicht eine, sondern sogar-zwei Mische Realschulen — die E>e- V meindeanstalt, (Philantropin,, und die Anstalt der cotthodoxen) Religionsqesellschait — in Frankfurt bestehen? O ja, inan wußte es! Man kannte sicher den Direktor Dr. Stern, der eine Persönlichkeit war, die einer Regierung in Preußen nicht unbekannt geblieben sein konnte! Man wußte auch, daß in dieser Schule stets viele Christen, und zwar mitunter aus Sen Vesten christl. Familien, wie;. B. des Senator v. Oven, ihre Kinder dott unterrichten ließen und man hat daraus bald nachher die bekannte Anordnung wegen der Ausnahme christlicher Zöglinge getroffen, welche in diesen Blättern schon zweiinal berührt worben. Bei der Eidesabnahme der städtischen Beamten, Schuldirektoren und Lehrer nahm der damalige Civilcommissarius Herr v. Patow auch aus die jüdischen Geistlichen und Lehrer Rücksicht! Also, immer die Pflichten, nie die Rechte! Wann werden die civilisitten Regierungen Deutschlands einmal den mosaischen Grundsatz „Ein Maas für Alle", und die Grundbedingung aller Gerechtigkeit „Gleiche Pflichten, gleiche Rechte" würdigen auch in Beziehung auf die Juden? Red. Reichenbeim an. Der Abg. Reichenbeim war in der letzte» Zeit immer kränklich und in den letzten Wochen von den Sitzungen des Hauses beurlaubt. * Der Präsident widmet dem Verstorbenen einige Worte des Rückrufes. Sei 1859 war Herr Reichenheim odne Unterbrechung Mitglied des Abgeordnetenhauses für den Wahlkreis Waldenburg-Reicheudach; der Eommission für Handel und (Gewerbe gehörte er seitdem beständig, der Budgeteommission seit Ihü an. Zum Schluffe fordert der Präsident das Haus auf, sich, uin das Andenken des Verstorbenen zu ehren, von den Plätzen zu erheben. Dies geschieht. Der Präsident zeigt dann noch an, daß das Begräbnis; ain Mittwoch Vormittags erfolgen wird. Im Hanse der Abgeordneten fand ain Tage des Begräbnisses des Abgeordneten Reichenbeim keine Sitzung statt. Es gab sich bei der Beerdigung die größte Tbeilnahine kund nnd es zeigte sich reckt, in wie hoher Liebe nnd Achtung dei' Verstorbene stand.^Die tveiien Räume des Slerbehaui'es vermochten die Zahl der Anwesenden nickt zu fassen. Anwesend war das Präsidium des Abgeordnetenhauses nnd an Ab» Abgeordnete aus allen Fractionen. Von den Ministern >'al> inan Niemanden, dafür aber die früheren Minister GreiftSchwerin und v. Patow. Anwc'fenv waren ferner der Reelvr der- Universiäl, eine Deputation des Magistrats' unö der- Stadtverordneten, mit dein, iIherbürgerineisler Sende! und dein Tladtverordnetenvorsteher stoch dann an der' Spitze. Eine Deputation der Berliner Sckützenglide bildete, in Parade, Spalier» als der reickbegräuzte Sarg auf den Leickenwacden Hingusgelrggefl wurde. Dein Leichenwagen folgte eine unabsehbare Wagenreihe, wie wir es in solcher Art seit langer Zeit nick; mebr gesehen baden. Um l2Ubr war inan ans dein stirckhof der' israelitischen Gemeinde angelangt, wo die Beerdigung nach streng jüdischem Ritus erfolgte. Aus Westfalen Die Lehrer Wotfsdorf aus Erwitte und K a r s ch aus Anröchte hatten an den Landtags- -Abgeordneten Küster geschrieben, und denselben gebeten, die Petition von Blumen au und Genoffen zu unterstützen. Dabei haben sie die Gründe, die eine Befferstellung der jüdischen Lehrer ersordern, kräftigst hervorgehoben. Herr Köster erwiderte darauf; Herrn rr. benachrichtige ich er* - gebenst, daß ich Ihre Petition der Commission für daS Unterrichtswefen überreicht habe und nicht verfehlen werde, dieselbe angelegentlichst zu unterstütze». — Ebenso ist Herr Lehrer Ahrenfeld in Anklam der obgenannten Petition beigetreten, und hat den Vertreter des dortigen Kreises, Herrn Grafen Schwerin, Minister a. D. gebeten, dieselde i.n Abgeordnetenhause zu unterstützen- ' Aus Bayern, im Januar. Die israelitischen Religionslehrec in Unterfranks,l haben eine Contviission zur Vertretung ihrer Interessen gewählt und die nachfolgende Petition eingereicht: An die hohe Kammer der Abgeordneten. Ehrfurchtsvolle Vorstellung und Bitte der israelitischen Religionslebrer. des Preises llntersranken und Aschaffenburg, die Regelung der materiellen und rechtlichen Stellung derselben m dem neuen Schulgesetze betreffend. »tzode Kammer der Abgrordüeten! In dem Kreise Unterfrankin und Äschaffenburg sind, was Einer hohen Kammer der Aöegeordneten bekannt ist, mehrere israelitische Religi onslehrer angestellt, deren Aufgabe

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