Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 7 (11.2.1868)
- Date
- 1868-02-11
- Page
- Seite 26 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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26 isruniv" in' Paris. Meine Herren! Ick sckreib« Jbnen in Eile,! nock mit Ablofden des Kameels besckäftigt, welckes mich bieder ge- I krackt bat. Ein nack Massouab abgebender Courier wird diesen Brief der dort neuerdings eingerickretcu Post übergeben. Ick habe Zoula seit einer Wocke verlassen, weil ick sab--daß die Engländergenördigl sein werden, ibre Expedition um mehrere Monate oder gar um ein ganzes Iabr auizubalten, bevor sie im Stande sein werden, iindas Innere des Landes weiter vorzudringen. Ick habe die „Seit meines Aufenthaltes im englisck-indiscken Vager benutzt, um Indii'ck uud selbst Cbineinck;u lerrieu, .so daß ick diese Sprachen sckon mit einiger Geläungkeit spreche."indem ick. die Bekanntschaft mebrererckinesiscker Coolis gemackl babe, welch« bei der Marine dienen. Diese Svracken werden inir auf meinen weiteren Reisen sehr nüylick fein, welcke ick iin. Interesse Ibres Pereins werde unternebmen könnm, und wofür d«- Orient ein großes und frückl- - bares Feld' darbierer. desten Bearbeitung zu großem Rubme gereicken würde.. Aber wenn tiefe Pläne auch der.Zukunft aigebören, io ist dock der Hauptzweck meiner Sestdung bierbei kemen Augenblick für mick in Bergessenbeit geratben. Troo der Gefalren, welcke mit ineister Reue verbunden und, bin ick lest enucklo sen. Alles zu verrücken, um. 311 unseren Abessynucken «Äanbensgenl sfen zu gelangen. Die Ausgabe ist nickt leickt: die benackbarlen B> lker Barias und Cainemas Cbangallas'bestnden sich in foriwäbi-endem Kriege mit stbren '.ll'ackbaren. welcke on Streifzüge in ibr Land macken, um Selarvn;u erbeuten. - Ick babe djie Bekannrsckafr eines Häurrlings dieses barbari cken Stammes gemackl. welcker mir eine gesickerte Rene bis jenseits des Sein Tacaz;e>, wo die Provinz Walealt.-in Abeffynien anfängt, verivrochen Kai- Diese Provinz, welcke eine berräck licke jüdische Bevölkerung besitzt und von einem Fürsten beberr«'ckt wird, der ein Rival des Tbeokoros ist, wird, wie ick boffe, gastne rndlicker gegen die Curoväer stck benebmen, als die übrigen Privinzen. Sie ''eben, meine Herren, daß ick Alles ibue. was in meiscklicken straften stiegt, um meine Ausgabe zu erfüllen. Weder C^ek irge» nock Barbaresi-Bölker,f nock tausenderlei Entbehrungen und <^efabren werdest mick aiHbal^n in meiiiern Streben, meine Ahessyniscken lylauhensbrüd^r^ruszusucken, um ibnen den Trost und die Hoffnung^eister besseren Bukunn zu bringen. Erbalkenen Rackrickten zufolge innerliegen dlest armen Brüder setzt allein denkbaren Unglück, ste' ünt beständigen Plüirderungeu und anderen Astden ausgefeer, bei deren Beickreibung das Blut in den Ädern erstarrt- Mebrere Abastvnier baben mir erzäbll,. daß die Fala>'ckas> von Bagameder Haufenweise an d<A.,Festungswerken arbeiten, welche Tbeoddros ist Dubra-Tabor austübren läßt. Mebrere bockgckstellle Rabbiner liegen in «Gefängnissen an stellen und-sterben des Hunger - tovrs, falls jvas Henkerbeil ibnen nickt erüber den Lebenssaden durcki'ckneidei. Ein großer Tbeil der Juden bar stck nack Walca-t, Couara und Agaoirmedir gestückrer? wo das vernickiende Schwert des Tbeodoros ste äickr erreichen kann-, ^Lbr Berein bat jetzit eine beilige Aufgabe zu erfüllen; er muß o'bne Aufschub die i'iebe unserer (Glaubensgenossen anrufen, um., denen unserer Äbennnncken Brüder .Hilfe zu leisten, welcke, aus fhren Wohnungen vertrieben, sich in der sckreckltchsten Entbehrung bestnden-- Diese armen Leute betracklen ibre Quälereien als ein Borzeichen für die baldige Ankunft des Messias, uud das^Berlastgen, nack Palästina zllrückzukehren, bstt stck aller Falasckas unwidersteblick und der Art b unäckligt, daß ste bereit sind, das'Land ibres Exils zu verlaste:, um fick im Lande ibrer Abnen nieverzulasten. Wennfcker Berein das Projekt einer Colönisation des heiligen Landes feftbalt und die Mittel dazu nickt fehlen, so könnte man leickt in Palästina Tausende dieser Falasckas als Colonisten einführen, welcke alle Ackerbauer und die gesch icktesten Arbeiter sind. Sie werden diesen Borscklag in einer gedeimen Sitzung prüfen und mir sobald als möglich den Beschluß mitrbxilen, welches Sie darüber fasten werden? Sobald ick Kgmeele gesunden babe, werde ick nack Eaffela abreisen, von wo ick, das (Gebiet der Cbangallas durchziebend, nack Walcait geben werde: denn das ist der einzige Weg, auf welchem ick Kosten kann, in das von Falaschas bewohnte Gebiet zu gelangen. Angesichts der rSben Barbarei, worin diese Völkerschaften leben, steb» ick iminer gerüstet da und bin nie obne Waffen. Bur Erböbung des! Unglückes unterscheidet stck ibre Sprache durch- - aus von derjenigen der anderen Bklker der Umgegend, und es ist sebr schwer, unter ibnen jemand zu stnden, welcher eine fremde Sprache sprickl. Ick verlaste Sie nun für einig« Tage. Wenn das Land rubig wäre, so wurde ick nur Eine Wocke nökbig baben', um;u unseren «Glaubens! rudern zu gelangen; jetzt werde ich wenigstendrei Wocken nkrbi 1 baben, um den Weg über den Hamassten und Sire zurückzulegen Das Land, wo ick jetzt weile, ist eine wahrhafte Alpeu-<degerd, bewaldet, bis aus die Spitzen der Berge, welcke unzgbligen wilden Tbieren als Bustuchrsstätle dienen, wie Löwen, Tigern, Elepbanten ünd Rbinoceros, und alle Abend börl man ein böllisckell Gebeut in der Rackbarschaft unserer Belte. Dank Gott! mir ist nock kein Unbeil widenabren, mit Ansnabme des'Angriffs einer Hyäne in der Räbe eines Brunnens; ste war von außerordentlicher Größe, aber ste wurde sofort von mehreren Kugeln meiner'Revolver getrosten uud verschied unter de» Lanzenstichen meiner Begleiter. Unter dem 2 butze Gottes werde ick die Reise sorli'cven, stets mein Biel vor An zen baltenv und vor beißer Sehnsucht nack meinen Abestynii'cken Brüder, brennend. Ick bitte Sie mir Ibr so schätzbares Woblwollen zu bewahren; nicken Sie ciicb der beiligen Sache, welche die Boriebung Ibnen anvertraul bat, mebr Kraft und Ausdebnung zu geben. Ibr ganz ergebener gez. Joseph tzalevi. Qdernbeiist, l. Februar. Das Heil der „Schrift ches Leovold Stein ist erschienen. Was wir voraussaben, ist bereits lbeilweiie eingecrost.m. Das Werk bat sich sckon jetzt einen gjroßen. stets wachsenden Kreis von Freunden und Lesern erworben. Es ist eine epochemachende Schrift, die nickt verfehlt, selbst aus Freunde des berkömmlicken Ickventbums, wie auf fortschrittlich gei' nnie Ricknfraeiile» eine wabrbaft tiefgebende Wirkung auszuülen. Wir entkalken uns, weiter auf den Inhalt der Sckrift einzr geben; es wird dies später von dem gesckätzlea bisherigen Recen enlen der Sckrift geschehen. Wir machen darauf aufmerksam, da> man bei dem geehrten Herausgeber, bei jeder Buckbanvlung Eommissionsverlag der Cbr. Herrmann'schen Buchhandlung (Moriz Diesterweg' in Frankfurt a. M, sowie auch bei dem Herausc eber dieser Blätter subscribiren kann. Odernbeim, 1. Februar. Bon mebreren Seilen sind an unS Anfragen über d^n Besuch der,.allgemeinen deulscken Lebrerversammlung" in Kaffeli gelangt. Wir zweifeln nicht, daß den jüdische» Lehrern dort eiste gleick freundliche und gastliche Ausnahme, wie de» christlichen, zu Tbeil werden wird. Ist dies ja selbstverständlich und überall geschehen, wo die deutschen Lehrerversammlungen biS-