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Der israelitische Lehrer · 1868-02-04 · 6 (4.2.1868) · p. Seite 22

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
6 (4.2.1868)
Date
1868-02-04
Page
Seite 22 (sequence 2)
Language
German
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22 l) daß da» Lehrergehalt nach örtlichen Verhältnissen festgestellt werde, und als Minimalsatz nicht unter 250 Thlr. jährlich betragen soll; 5) daß dem Lehrer Sitz und Stimme im Schulvorstande beigelegt werde; ' 6) daß das in §. 67 des Gesetzes vom 23. Juli 1847 ausgesprochene Verbot des BesucheS solcher Schulen durch nichtjüdische Kinder aufgehoben wird. Die Nothwendigkeit und Nützlichkeit. der unter 1 bis 5 aufgestellten Punkte ergeben sich aus dem früher Angeführten, sowie aus der Sache .selbst. Die Bestimmung unter Nr. 6 dagegen ist eine Forderung; ber Gerechtigkeit. Wenn jüdische Kinder christliche Schulen besuchen dürfen, so läßt sich nicht absehen, weshalb nicht.auch christlichen Kindern der Besuch jüdischer Schulen gestattet sein. soll. Wenn von dem Gerechtigkeitssinne unserer hohen Gesetzgeber nur zu erwarten steht, daß sie den hochwichtigen Gegenstand einer genauen Prüfung unterwerfen und berückfichttgen werden, so gewinnt dadurch die Aussicht auf baldige Abstellung der das jüdische Elementarschulwesen drückenden Mängel und Uebelstände um so mehr an Gewißheit, als von vielen andern Staaten Deutschlands, wie Hannover, Württemberg,.Bayern, Oldenburg, Baden rc, mit gutem Beispiele vorangegangen ist und diese den Wünschen der jüdischen Schulen durch Gleichstellung derselben mit den christlichen Schulen gerecht geworden sind. Möge unser theures Vaterland diesen Act dsr Humanität und Gerechtigkeit seinen israelitischen Bewohnern r icht länger vorenthalten. sFolgt die Petttion als Begleitschreiben ) B ü ck e r f cb a u. Dr. M. SW ei ring, Uebungsbuch zum Uebersetzen aus dem Deutschen in's Lateinische, für die mittlcren Claffen der Gymnasien, Real- und höheren Bürgerschulen. Erste Abtheilung. Zweite, vielfach verbesserte Auflage. Bonn, Max Cohen u. Sohn. 1867. und beleben. Diese Bemerkungen find natürlich auch auf unfern hebräischen Sprachunterricht anwendbax, und ihr« Beachtung dürste von Nutzen sein. j R. Wochenbericht. Alzey, 26. Januar. Ihre Aütfdmft bringt ebenso wie viele andere eine Mitlbcilung, daß die allgein. deutsche Lehrerversammlung in Cassel in der Synagoge tagen soll, mit dem Schlußsätze: „Es wird dies überall peinliches Aufseben erregen." Wir bezweiseln, daß das befürchtete oder erwartete Aufseben überall ein peinliches sein werde. In jüdischen Kreisen gewiß nickt: denn man fürchtet jüdischer Seils nickt den nacktbeiligen Einfluß christlicher Idee». Das Iudentlmm trägt seine ewigen Wahrbeiten in sich selbst und wird -fcnrdi seine viertausendjäbrige Geschickte gebalten: es siebt in der christlichen Lebre, welche die Einbeil Gottes und die sinailische Sittenlebre unter die Böller zu tragen übernommen, eine Mitarbeiterinim Weinberge des Herrn. Diese Auffassung dürste selbst furchtsame Gemütber in Israel damit venöbnen, wenn etwa christliche Ideen in den gebeiligten Räumen der Synagoge besprochen werden sollten. Urbrigcns tbun wir bierbei einen Blick in die Stellung, welche die Kirche benlzuiage noch zur Sckule einzunebmen gesonnen ist. Wo ist da Ansrickligkeil in der Bebaupkung, daß Sckule und Kircke unzertrennlich seien und einheitliche Zwecke verfolgen, wenn vorgeblich die Tendenzen der Sckule die.Räume der Kircke enrweiben'? Im Iudentbum gingen von jeber Betb bakneietd und Betb bamidrasch, „Synagoge und Sckmle" Hand in Hand und lauschten Rainen und Räume gegenseitig aus. R. Aus Rassau im Januar. Tie „Miuelrb. Zeitung" enthielt unlängst folgende Mittbeilung: Das israelitische Religionslcbrerseminar zu Bad-EmS, das seit den 4"r Jahren besieht und sich einer jährlichen Sraaissnbvention von 5M fl. zu erfreuen batte» wird in Iolge Wegfalls dieser Unterstützung seiner Auslösung entgegen geben. Wir sind indessen begierig zu erfahren, ob dort noch Zöglinge vorbanden oderob dieselben bereits an andere Schul« entlassen worden sind- Jüdische Seminare besiuden sich in Preußen u. Anoch in Berlin, Hannover, Kassel und in Münster in Es wird isr. Lehrern nicht unangenehm sein, Anzeige und Kritik auch von Büchern, wie das vorliegende, zu erhalten. da gar manche wohl in den Fall kommen, privatim auch lateinisch zu unterrichten. Dieses Buch beweist seine Brauchbarkeit schon durch die nothwendig gewordene zweite Auflage. Bei den Uebungsstücken ist aus die entsprechenden Paragraphen der von demselben Verfasser erschienenen lat. Grammatik hingewiesen. Beide. Bücher gehen also Hand in Hand. Für die mittleren Classen dar? natürlich auch der systematische grammatikalische Unterricht nicht fehlen; nur für die unteren Classen ist es verfehlt, mit dem trockenen, weil nicht verstandenen System der Grammatik den Svrachunterricht zu beginnen. Grammatikalische Bemerkungen dürfen da nur nebenbei ohne System, so wie die Gelegenheit sich dazu bietet, eingestreut werden. Erst wenn sprachliches Material gesammelt worden, ist es an der Zeit, dieses systematisch zu ordnen. Diese systematische Ordnung de» sprachlichen Materials nennen wir grammatikalischen Unterricht In solcher Weise hört er auf ein trockener zu sein und wird nicht abstoßen und ermüden, sondern anziehen Westpbalcn. — - Wenige Tage nachher erbieli diese Anfrage in ,folgendem ibre Erwidernng: In Ihrem Mutigen Blalte erkundigt sich ein Correspondem anö dem Rüeingau nach dem hiesigen isr. Lehrer- Seminar. Dasselbe bestellt nock mit gegenwärtig drei Zöglingen)» dock sind ibm die Mittel nur bis zum Mär; bewilligt. Schreiber dieses stebl mit demselben zwar in keiner Verbindung, bat aber, seitdem sich dasselbe in Eins befindet, wieder'boll Veranlassung gehabt, sich von der segensreichen Wirksamkeit desselben zu überzeugen. Im Allgemeinen haben sich nur arme, zum Tbcil sogar verwabrlosie Knaben zu demselben gemeldet. Um so anerkennenswerlber sind die Bemühungen des Direktors Dir. Hochstädter. Seine Zöglinge sind allenthalben gestickt, bei uns sowobl als in Hessen und Rheinpreußen, wo medrere derselben als Elemerttarlebrer angestellt sind; einigö baben in Amerika Anstellung als Lehrer gesunden. Zunächst freilich erstreckt sich die Wirksamkeit der durch das diesige Seminar gebildeten Lebrer auf die Gemeinden unseres Regierungsbezirks, und die unverkennbare bessere Bildung der israelitischen Landbewohner desselben im Vergleich zu anderen Gegenden des Königreichs ist großentheils dem besseren. t

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