Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 1 (1.1.1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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cheiden können, Lie aus Indifferenz gegen Alles auch ihr eigenes Interesse wahrzunehmen sich nicht zbemüssigt sehen. Wir hoffen und wünschen, daß alle preußische jüdische Lehrer unserer Aufforderung entsprechen werden. Die dieses nickl. tbun, zählen wir zu den Indifferenten. Schande über sie! — Da wir hier von der Petition des College» Blumenau gesprochen, so erlauben Sie unS wohl die Bemerkung, daß nack unscrm Dafürbalten das mutatu_ mutandis mit derselben nicht überall vorgenommen, da ein wichtiges Argument, welches im Jahre 1667 darin nicht fehlen durfte, übergegangen worden ist. Wir vermissen ncnüich darin nicht nur die Hervorbebung der Stellung derjüdischen Schule in der Provinz Posen, sondern ganz besonders auch die derselben in den Provinzen Äurheffen und Hannover, wo die jüdische Schule als öffentliche Sckule vom Staate anerkannt ist*), daß also in eiuem und demselben Staate eine dreifache Gese6gebung in Bezug der jüdischen Schule besteht, ein Uebelstand, dessen schnelle Beseitigung im Namen des gekränkten Rechts gefordert werden inuß. Ob in der beigefügten Denkschrift auf die Klarlegung dieser- Sachlage gebührende Rücksicht genommen worden ist, wiffen wir nickt, da wir dieselbe nickt kennen Wir würden es daher gern sehen, wenn dieselbe nochmals in diesen Blättern abgedruckt würde**., da wobl sämmtliche Unterzeichner sie gewiß auch kennen lernen möchten.! Als wir unfern Artikel in Wro. 50. d. Bl. schrieben, war unS Blumenau's Artikel in Mo. 17. d. Bl. noch nickt zug^gangen. Wir hätten sonst unser hartes Wort gegen denselben, da wir der strengsten Wahrheit und Unparteilichkeit zugetban sind, zurückgenommen. was hiermit geschieht; lassen aber das, was Blumenau einen Ausfall gegen sich nennt, besteben, invein es von ihln durck seinen Einsall gegen uns provocirr worden ist. Wir beinerken ibm nur nock, daß wir auch gegen Calm in Soberndeim niemals eine Feder eisigetauckt hätten, wenn derselbe das schöne Gebetwort 'ji C7i irr n:nn >7*i n; 'rin ijs’nin in hji bedenkend erwogen, welchen Seelenkamps wohl College» vurckgekämpft baden müffen, ehe sie es über sich vermochten, brieflich bettelnd sich an die Mildthätigkeit auswäniger Glaubenszenoffen zu wenden, und sein gebässigtes Auftreten nnterlaffen hätte. Dafür bat er nun seinen Lolm wohlverdient erhalten. Kein Wort mehr über das Abgelbane. I In Mo. 50 Ihres Blattes ist rfinc Anzeige aus Münster enthalten, nach weicher an dem jvortigcn Seminar, da nun das Curatorium gebildet worden ist, ein akademisch gebildeter Direktor angestellt werden soll. Diese Aufforderung erscheint wie ein Blitz aus heiterin Himinel, da seit der Mittbeilung des Herrn Rittergutsbesitzers?oeb in der Conferenz zu Hamm im Juni <-. kein Wörtchen über die Entwicklung der Reorganisation Vieser Anstalt in die Oesfentlichkeit gedrungen ist, was inan nach dem Borausgegangenen wol erwarten dlirste, weil eben dadurch Vas Bertranen zur Anstalt iin Interesse Aller gehoben worden wäre. Man nagt sich jetzt, welche Männer bilden denn das Curatorium? Sind es Männer, die durch ibren Charakter und ibre Intelligenz dem betreffenden Publikum die Gewähr bieten, daß seinen Erwartungen entsprochen, daß seine Hoffnungen auf die Anstalt nicht getäuscht werden, daß nicht Alles — Verwaltung und Unterricht, Dinge *) DaS ist wohl wahr; als öffentliche Schulen sind die in Hannover und Kurheffen anerkannt. Aber sie sind doch immer noch nicht bai, was wir fordern dürfen und müffen: vollkommen gleichgestellt den christlichen Schulen. Red. **) Sol^geschehen in Rr. 3, da wir kein einzige« Exemplar von Nr. 6 au« dem Jahre 1862 mehr besitzen. Hoffentlich wird'« da nicht zu spät sein. Red. die daö Publikum vielleicht mehr interessiren, als manche Leute D glauben—doch nach den vielen Verhandlungen beim Alten bleiben M werde? Rur eine öffentliche Darstellung der Sachlage und die W Mittheilung der 'Jimnen der Mitglieder des Curatormms kann H hierüber Beruhigung geben. Dazu möchten wir durch Gegenwärtigcs veranlassen. — Doch indem wir dieses geschrieben, wird von M der Rordsee bei nns angcfragt: „Was ist in Münster vorgegangen? W Ich lese so eben im Israelit, daß Oberlehrer Cohen und Guilleaume M pensionirt worden sind; wer ver-tritt ihre Stelle?" DaS Erste« *1 ist uns ganz neu, da wir jenes Blatt nicht lesen und das Andere W wiffen wir auck nicht. Das aber wiffen wir, daß man vor dreißig Jahren in Westphalen von einem koscher» Herzen und trefenen H Magen sprach, daß matl den trefenen Magen nack Erfindung der » Trickinen vielleicht kaschern wollte und dieses möglicherweise durch >M die angezogene Mittheilung in dem hyperorthodoxen Blatte voll- H brackt zu haben glaubt. Hiermit bar üian aber in zwiefacher Weise m den Zweck verfehlt. Denn, erstens findet die Anstalt dennoch in den Augen der Männer des „Israelit" keine Gnade, welcher sie -j| auch nickt bedarf, wenn sie das Vertrauen des Publikums besitzt; t| und dieses erfährt zweitens von jener Miltheilung nichts^ weil es im Allgemeinen jeneS^Blatl nicht liest, also auch für die Anstalt 9 dadurch nickt gewonyeu wird. - Das Vertrauen des Publikum- M kann nur erworben, rrjp. gekräftigt werden durch Mittheilung in Ä diesen Blättern oderim andern, die dem Publikum zugänglicher » sind. Bedurfte cs hierzu erst, einer Anregung?— W Anmerkung: Als wir das Obige schon geschrieben hatten, lasen 4 wir in der' heutigen Zeitung: „In der Sitzung des Herren- H Hauses vom 16. d. M. überreichte der Minister des Inner» 4 Namens des erkrankten Kultusministers zwei Gesetzentwürfe, 1 über Errichtung rc. der Volksschule, 2) über Pensionirung,\j der Lebrer, Also ist das Unterrichtsgesetz doch dq! Ob es nun A nicht auck zweckmäßig erscheinen dürste, die oben besprochene J Petition auck dem Her-renhause schleunigst zu überreichen? 'D Wir geben dieses der Erwägung anheim und bitten um schnelle- Handeln! Wir sind von Anfang an der Ansicht gewesen,'daß die Petition beiden .Häusern des Landtages überreicht werden müßte und haben uns deshalb des Ausdrucks „der Legislative" 1 in den srübern Artikeln bedient. Falls man dieser- Ansicht beitreten sollte, so könnten die College» auch dem Präsidium de- Herrenhauses direkt nachdem ihm die Petition überreicht worden, A ihre Beitrittserklärung zugehen laffen. Der Correspondent. ■] AuS der Provinz Hessen. Don zweienUngenann» 'i l ten ist in der hessischen Morgenzeitung ein Aufruf zur; Gründung eines Armeninstituts an die Israeliten Hessen-; ergangen. Leider scheint aber die Sache einen schlechten Fortl gang zu nehmen Als Antwort hierauf wurde in demselben .« Blatte bemerkbar gemacht, daß die Beseitigung der Vor- > steherämter zeitgemäß zweckmäßig und das zur Unterhaltung verausgabte Geld zu obigem Zwecke forterhoben werden l sollte. Wenngleich die Auflösung der Vorsteherämter in! den meisten Gemeinden Anklang finden möchte, so bezweifle ich '; doch, daß die bisherige Klassensteuer von denselben weiter bezahlt werden wird. Freiwillige Zeichnungen scheinen noch spärlich eingeqangen zu sein. Nur von Sontra ist dies eröffnet - i worden. Brilon (.Westphalen), im Dezember. Gegenüber dem; steigenden Jnterrefse, welches man der Hebung des jüdischen i Gottesdienstes zuwendet, möchte es wol an der Zeit sein,!^ das Beste des liturgifchm Nachlasses der Vergangenheit vor!;