Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 48 (28.11.1867)
- Date
- 1867-11-28
- Page
- Seite 195 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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sammlungen Männer und Krauen innerhalb deffelben RaumeS in gesonderten Reihen nebeneinander sitzen. Sogar die Ordnung und Ruhe zeichnet sich in solchen Synagogen vortdeilbafk ans. R. Aus Württemberg. Herr vr. Adolph Levi in Stuttgart, Borsteher des isr. Waisenvcreins, Oberkirckenvorsteher, Mitglied der isr. Oberkirchenbehörde, des isr- Kirchenvorsteberamts und deS Magistrats in Stuttgart bat von Sr. Majestät dem Könige den Friedrichsorden erhalten. Herr- Lieb mann, Hausvater am j Waisenhanse„Wilhelmspflege" hat die goldene Cwilvervienstmevaille verlieben bekominen. Derselbe ist zugleich für die jüdischen Unterrichtsfächer s.'ebrer am K. Schullehrerscminar und verdanken ibm viele Lehrer des Landes die Einführung ins jüdische Lehramt, i Herr v. Schmidt, Präsident des Katholischen Kirckenratbs und! der iir. Oberkirckenbehörde hat diese Auszeichnung durch ein Schreij ben begleitet, daö den Adressanten wie Adressaten ebvt; wir lassen i den Wortlaut desselben folgen und werden alle Lehrer-Eollegen! sich mit der Auszeichnung unseres würdigen Berussgen offen geebrl i fühlen und freuenj „Geehrter Herrt | Bennögc Höchster Entschließung vom heutigen Tage baden | Sr. 8. Maj- Objien die goldene Eivilverdienst-Medaillc gnädigst zu verleiben gerubl. Der Herr Minister des Kirchen- und Schul- Wesens vr. v. «Aollber dat mich beauftragt, Ihnen hievon Eröffnung;u inacken nnd Ihnen denen aufrichtigen Glückwunsch zu der gnädigsten Anerkennung, deren Ihr dicnsttreues und ersprießliches Wirken für das Wohl der Waisenanstalt Höchsten Ortes gewürdigt worden ist, auszudrücten. Indem ick diesen hoben Auftrag vollziehe und Ihnen das besagte Ehrenzeichen anbei zustelle, gereicht es mir;nm Bergnügen. Sie zugleich des Wohlgefallens, mit welchem die iir. Ober-Kirchen! Behörde Ihre vieljährige Thätigkeil an der iir. Waisenanstalt stets j betrachtet hat, sowie meiner persönlichen lebhaften Theilnahme j an der Ihnen zugewandte» Auszeichnung zu versichern.! Hochachtungsvoll j Der Borstank der iir. O. stirctzenbehörde:! Regierungsdirector " Schmidt. Stuttgart, den Oktober 1^7." Das neue Lesebuch für die iir. Schulen Württembergs ist erschienen-*) Das Bekiirfniß eines zweckmäßigen LefcbuchS für die ' israelitische Schule veranlaßte im Jahre >857 die israelitische O der kirchenbehörde zur Anferrigiing eines solchen eine Redaetions-Eoinmission zu bestellen, welche ursprünglich aus den Herren Doeiore» Stern, Oberlehrer der israel. Realschule in Frankfurt' a- M.. Or. Jost, Lehrer an dieser Schule nnd vr. Wassermann. Rabbiner in Mühringen, zusaminengesetzl war- Als bald' darauf I>r Jost mil Tod abging, übernahmen die zwei andere» Herren die Arbeit. Der gesammelte Slosi wurde von Herrn Seminar-Reetor Slockmayer in Eßlingen und dem Referenten der Oberkirchen-Behörde. Äirchenrath vr. v. Biaier gesichtet, Unpassendes ausgeschiedcn und Zweckmäßigeres an dessen Stelle gesetzt, und den beiden st. Oberschulbehkrden, evang. Eonsistorium unk karh. stirchenrath, zur Be gutachtung vorgelegt, Rack einer sorgfältige» Prüfung von Seiten dieser Behörden und nach einer nochmaligen Revision durch einen Professor am hiesigen Gymnasium wurde der Entwurf von dein K-Eultministerinm gutgeheißen lind die Einführung in den israel- Schulen, des Landes beschloffen. Das Buch enthält außer einer *) Wir werden eine ausführliche Besprechung des un» «ben;ugehenden Werkes folgen lasten. Redreichen AnSwahl von moralischen Erzählungen und Gedichten zur' Bildung de« Herzens, hinlänglichen Stoff zum Unterrichte in der allgemeinen und jüdischen Geschichte, in der Geographie und Raturlehre. wobei den neuesten Erfindungen und Entdeckungen ans diesem Gebiete , Eisenbahn, Telegraphie us. w. gebührende Rechnung getragen wurde. Sowohl bei der Auswahl alter alS bei der Bearbeitung neuer Stücke wurde auch in formeller Beziehung die größte Sorgfalt angewendet, so daß das Buch in sprachlicher Hinsicht alS mustergiliig betrachtet werden kann. Ein Anhang «für Württembergii'che Schulen, bearbeitet von vr. v. Maier, enthält in weiteren 5</j Bogen daö Wichtigste au» der Geschichte und Geographie Württembergs; besonders anmuthig ist die Beschreibung des Tauberthals aus der Feder v. Maier'S, der hierdurch seiner Heimath ein schönes Denkmal gesetzt. Das Buck enthält Lesestücke aus allgemeiner Geschickte 31, aus der jüdischen «beschichte 12, aus der Länderkunde 17, Erzählungen-31, (Gedichte, Sinnsprücke, Rärhsel 71, aus der 'Raturkunde 58. DaS . Lesebuch ist zugleich Sprach- und Reallesebuch. Die deutsche Literatur isr würdig vertreten, die stoffliche Anordnung methodisch ausgestellt. Das Buch wird der israelitischen Bolksschule frommen I mit) ten Unterricht fördern. Bayern. 8-1 unseres neuen Gewerbegeseves lautet: „Alle Staatsangehörigen i^hiie—Unterschied des Geschleckt» und des Glaubensbekenntnisses sind zum^Beiriebe von Gewerben im ganzen Unkfange des stknigsreichs berechtigt. In vieler Be- > rechligung liegt insbesondere die Befugniß verschiedenartige Geschäfte gleichzeitig an mehreren Orten und in mehreren Lokalitäten desiclben Ortes zu betreiben, von einem Gewerbe znm. andern überzngehen." Aus dem bayr Schwtiben, im November. Sie haben die Art und Weise, mit der man in Galizien Seelen für die katholische Kirche, vielleicht schließlich auch Nonne« für die Klöster fängt, durch getreue Wiedergabe der Verhandlungen im österreichischen Abgeordnetenhaus« gekennzeichnet Die Sache bat ihre hohe Bedeutung nach verschiedenen Seiten hin, insbesondere für Oesterreich. Sie bietet ■ jedoch auch un« Stoff zum Nachdenken und eignet sich zur! Besprechung für diese jüdische Schulzeitung. Für den! Oesterreicher mag die Art und Weise belehrend sein, wie die Geistlichkeit — auch in dieser Zeit, wo so energische Stim« i men gegen, das Concordat, welches Oesterreich fesselt und j die Geister in Banden hält, laut werden, — die Gesetze j des Landes, die einfachsten und nothwendigsten Bedingungen des öffentlichen Rechts mißachtet unv mit Füßen tritt; e» mag ihnen therlweise rin Sporn sein für diese Bewegung, damit die natürlichen Rechte des Vater« geschützt werden gegen die List der Klöster, die sich nicht scheuen, Diebsherbergen zu sein, wenn eS in ihren Kram paßt. Allein für uns außerhalb Oesterreichs hat die Sache noch eine andere Seite, - gibt zu bedeutungsvollen Betrachtungen Veranlassung, die ' auch uns angehen, die auch nach Innen unsere volle Beachtung beanspruchen. Bevor wir jedoch in diese Betrachtungen eintreten, erlauben Sie rnir, Sie auf eine Aeußerung in einem „weltbekannten* Blatte aufmerksam zu machen; eine Aeußerung, die ob ihrer ganz eigeathümlichen lächerlichen Gemeinheit wohl einer Registrirung in diesen Blättern verdient. Sie - lesen ja wohl nicht die „Augsburger" „„allgemeine"*? —^ wer wird sich auch mit den Klatschereien der altersschwachen''