Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1867-11-28 · 48 (28.11.1867) · p. Seite 196

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
48 (28.11.1867)
Date
1867-11-28
Page
Seite 196 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4896751-5428720-5431801--1778-4898210
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

196 Hraubase abgeben, wenn er nicht, wie ich. so in der Nähe wohnt, daß ihm, so bald er nur die Nase zum Fenster hinausstreckt, ihr miserabler Geruch sich aufdrängt? Sie, wie ich, haben Ihre Zeit bester zu benutzen. Doch, glauben Eie nicht, daß ich mich ereifre. Die ganze „Sememeist noch kein „Pfuiwerth, wenn man sich auch schon bemüßigt findet, eS beim Lesen auszusprechen; ihre Uhr ist längst abgelaufen, fie ist 'nur noch der Schatten alter Größe. Mo, hören Eie! In der Beilage zum 6. November heißt es in einem Artikel unter der Ueberschrift „Wiener Briesewörtlich wie folgt: „Nebst den Grundrechten und. dem Ehegesetz beschäftigten unser Abgeordnetenhaus mehr als eine Woche hindurch jene 3 polnischen Jüdinnen, welche ihren Vätern oder Galten, unter Mitnahme verschiedener beweglicher Werthgegenstände, in Klöster entlaufen find, und eine ebenso große Vorliebe für die katholische Religion als für de« praktischen Commuuismus an den Tag legen. Man sollte meinen: es sei sehr gleichgültig, ob Chaje Sara Radamsky und Mirl Mar- Sulies als Jüdinnen oder als neugebackene Christinnen mit em Strafgericht in Berührung kommen, und das österreichische Abgeordnetehaus hätte Wichtigeres zu thun, als sich um solche Lappalien zu kümmern. Allein der Jude, der eben noch nach Emancipation gerungen, ist heute schon nicht mehr mit seiner Gleichstellung zufrieden: er will bevorzugt sein. Diesem eigenthümlichen Verlangen begegnen wir selbst bei talentvollen, bei geistreichen Juden; fie fordern allen Ernstes eine besondere Rücksicht für ihr Volk. Wenn mau ei» kleines Judenjungelchen am Ohrläppchen-zupst, schreien alle Juden des Erdballs über die unerhörte Mißhandlung, über das brutale Attentat. Wirft, man die schüchterne Bemerkung hin, daß dem Jüngelchen vielleicht Recht geschehen sei, so wird man für einen Reactionär erklärt. Die Geschichte der Juden läßt sich in den Satz zusammenfaffen: Fünfzehn Jahrhunderte haben die Christen die Juden malträtirt, heute malträtiren die Juden uns. Die Damen Chaje Sara Radamsky und Mirl Margulies find Werkzeuge dieser historischen Vergeltung und fie haben ihre Mission erfüllt rc." Also die Juden malträtiren die Christen! Sie verlangen ihr Recht — und das ist freilich Unrecht. Sie wollen Schutz ihrer Person, ihres Eigenthüms, des natürlichsten aller Rechte: das Recht des Vaters sein Kind vor listiger Ueberredung zu schützen und das ist freilich Anmaßung. Sie glauben, daß das Unrecht, das Einem geschieht, Allen geschehen ist; daß Unrecht Unrecht bleibt, gegen wen es auch ausgeführt werde und daß es unter allen Umständen Pflicht ist, sein Recht bis zum Aeußersten zu verfolgen; sie glauben, daß wenn der Vater durch Gott weiß welche List vom Herzen seines Kindes gerissen wird, und das in einem Lande, wo ein Gesetz neben dem Gesetz des Landes, herrscht, das solchen Rauh sanctionirt — dies allerdings ein Gegenstand von der höchsten Wichtigkeit ist, der die regste Antheilnahme der gesetzlichen Bchörden zu fordern berechtigt ist, denn — heute mir, morgen dir; was heute Einem geschieht, kann morgen Tausenden geschehen; — das glauben die Juden; aber von ihrem Glauben wollen wirja durchaus nichts anerkennen. (Fortsetzung folgt ) Paris, 14. November. Professor Levi Schwager des bekannten und vielgenannten Volksmannes Ludwig Bamberger und des Hessischen Abgeordneten Rudolph Bambemer aus Main;) wurde;um Hofmeister deS kaiserlichen Prinzen 9wpoleon ernannt. London, 14. Novbr. Das Fr. Journal laßt sich schreiben: Judenverfolgungen in England, in Scene gesoyt von den Zöglingen des Cadettenbauses in Sandhurst, werfet auf die dortige Disciplin nickt das glänzendste Lickt, (Näberes ist uns bierüber bi« zur Stunde nocd nickt bekannt geworden. Red.) Anzeigen. Acliawa! Tie verehrlichen Mitglieder deS Vereins „Achawa" werden behufs Ausstellung eines ordentlichen Mitglieder- VerzeichniffcS freundlichst gebeten, mir oder dem Vorstande oder Agenten des betreffenden BezirkScomitvS baldigst genaue Mittheilungen zu machen über: 1) Ihren Vor- und Zunahme, 2) Ihr Alter bei der Aufnahme in den Herein, 3) Ihren Wohnort, und 4) Ob Eie verheirathet oder ledig. Odernbeim, den 20. November 1867. Der Geschäftsführer der „Achawa": I. Klingenstein. Die Zsr. Neligions-, (He' mentar- und Vorbeterstelle zu Schotten, Großh. Hessen, ist zu besetzen und bitten rvir tüchtige Neflectanten, ohne Familie, sich wegen des Näheren an Unterzeichneten Vorstand zu wenden. Jacob Kaufmann. In'der israelitischen Religionsgemeinde zu Düdelsheim, im Kresse Büdingen, (Gr. Heff. Provinz Oberhesstn) ist die Stelle eines Religionslchrers Cantors und Schächters vacant geworden und anderweitig zu besetzen. Ter fixe Gehalt beträgt 275 fl. Außerdem trägt die obligatorisch mit dem Amte verbundene Schächterfunktion 120 fl. Wohnung frei und die gewöhnlichen Accidenzien. Befähigte Bewerber, welche diese Stelle alsbald oder bis zum 1. Januar künftigen Jahres antreten wollen, wollen ihre Bewerbungen unter Beifügung ihrer Zeugnisie demnächst an den unterfertigten Vorstand einsenden Düdelsheim, den 18. October 1867. Der Vorstand der israel. Religionsgemeinde. Verantwortlicher Redactrur: I. k k>n gen stein in Ldernheim m Rheinhessen; Selbstverlag der Redaction. Für dm Buchhandel: in Commission bei LSk-r Seiner in Sechzig. — Dmnpf-SchnellpressendruS von I. Sott Sieben in SM «inj.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.