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Der israelitische Lehrer · 1867-11-21 · 47 (21.11.1867) · p. Seite 191

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
47 (21.11.1867)
Date
1867-11-21
Page
Seite 191 (sequence 3)
Language
German
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191 Eintrittsgelder (?) bei den Gemeinderechnern zu erheben, das löbliche Institut *) wäre nicht ins Leben getreten oder gar | viele wären nicht als Mitglieder einzetreten. Doch fällt auch «in Theil diele- JndifferentiSmuS auf die Schultern unserer Herren Rabbiner, die stch mit derselben Kälte sowohl von dem Schulals auch von dem Kirchenwesen abwenden. Der langersehnten Kirchenverfassung (wenn man sie so nennen kann) die uns der bald erscheinende rvero milbringen wird, sind die Blicke zugewendet. Und in diesem Meisterwerk findet sich auch nicht ein Wort über Gottesdienst. Die Lehrer (Vorsänger) sind darin ganz ignorirt und werden nach wie vor die lebendige Maschine des über Alles hoch erhabene» djib bilden. Auch die Herren Rabbinen sind mit ihrer darin angewiesenen Stellung nicht sonderlich zufrieden. Doch haben stch diese Herren, wie bekannt, zusammengeschaart und mit Energie Protest erhoben Und unsere Lehrer? WaS sie thun? — Sie raisonniren! Goldene Zukunft! Möchte doch auch auf unserem pädagogisch - synagogellen Felde ein Wecker gleich dem italienischen Nationialhelde Garibaldi erfheinen, der mit seinem Idealismus und seiner EinheitS- 1 dee den alten Sauerteig wegräumt! B. in E. LaaSphe, 29. Oktober. ••) Sie und Ihre Leser kennen den Ornatsstreit, den ich zu bestehen hatte. Ich kann Ihnen nun dre erfreuliche Mitlheilung machen, daß ich soeben in öffentlicher Sitzung von der gegen mich erhobenen Anklage freigesprochen wurde, und die erwachsenen Kosten dem Staate zur Last fallen. Ich bade mit der kleinlichen und nichtssagenden Angelegenheit vrel Mühe gehabt und war im Ganzen in dieser Sache sechsmal vor Gericht. Ich hatte «ich auf das Rescript des Ministers Ladenburg berufen; allein selbst dies reichte nicht aus. Ich mußte ein Gut achten von einem Rabbinen beibringen, daß diese AmtStracht eine altjüoische sei! — Auch vom Vorstand und den Repräsentanten mußte ich ein Attest beibringen, daß die Anlegung dieser AmtStracht meinerseits keine willkürliche Handlung, sondern von dieser als Pflicht anbesohleu sei. In dieser Beziehung mußte ich leider Erfahrungen machen, wie sie die Lehrer eben oft zu machen nöthig haben. Sapienti aat! Sjmon. — (Wir gratuliren Herrn Simon zur Gewinnung seines Proceffes und danken ihm für die wackere Verfechtung der Sache. Wenn wir aber unsere Meinung offen und frei sagen sollen, so wünschten wir, daß die jüdischen Lehrer sich fernerhin der Anlegung dieser AmtStracht durchaus enthielten. ES mag etwa- Intoleranz bei solchen Anklagen mit unterlaufen; aber — nach unserer Ansicht ist es durchaus unnöthiz, daß israelitische Lehrer in *1 Der geehrte Herr Einsender meint hier wohl den badischen isr. Lehrer »Wittwenoerein; doch hat er dain seinem Schreiben an« zusühren vergessen Wir gestehen, daß da», wawir von diesem Vereine wiffen, uns nicht für denselbm begeistern kann. Es wird wohl J^er überzeugt sein, daß wir anerkennen. waS Selbsthülfe, Fürsorge für die Hinterbliebenen unsere- Standeheißt. Aber von einem Gehalte *on 300 fl.—50 fl Eintritt-geldundjÜhrl.S—Nfl.durch den Rechner für den Verein erheben lasten ist keine wohlthatige Fürsorge, ist thcil» weise entwürdigende Bevormundung; oft auch — Grausamkeit. Und doch sind wir überzeugt, daß unser Verein eine größere Zukunft hat, sicherere Garantieen und mit der Zeit höhere Unterstützungen bietm kann. Staat-Hülse — Laffalle — ist immer unbedeutend und entkräftigend. Red. **) Unlieb verspätet. Red. solcher Weise die oft im Gaü-en unschuldige Eitelkeit des christlichen Priester» auf sei« geistliche AmtStracht zur persönlichen Rancune und schließlich zur Intoleranz binaufschrauben. Der Lehrer ist zuemi und vor Allem Lehrer, kein Geistlicher. Laßt den Rabbinen ihre Ornate und laßt sie diesen Streit — ob dieser Omat eine jüdische oder christliche AmtStracht sei, auSsechten Bleiben wir hübsch bescheiden in unserer einfachen Trachtals VolkSlehrer; darin liegt unsere Kraft, liege unser Stolz. Seim wir froh, wenn man un» nicht mehr mit der altm AmtStracht der Lehrer: « einen spitzen Frack, Jabots. Lfneal und Stock verhöhnt., ES ist vielleicht spaßhaft und kleinlich, meint sich die christliche Hobe und niedere Geistlichkeit für ihre Amtstracht wehrt, aber nach unseren noch bestehenden gesellschaftlichen Gebräuchen, nach dm noch herrschenden Anschauungm, nach welchen „der Rock dm Mann macht," können wir eS durchaus nicht al» so sehr intolera rl erkmnen, wie Biele wähnen. Für die Lehrer, wir wiederholen dieS, ist die Sache zu unbedeutend, als daß sie dadurch ihre schönen Stundm sich vergällm lasten sollten. . In unserem Rheinbestm tragm. die Lehrer keinen Omat b i ihren „geistlichen" Amtshandlungen und unsere Predigten und gottesdimstlichm Vorträge aller Art verfehlen doch nicht ihres Zweckes — wen» sie gut sind. Dagegen hab>n wir schon hochgestellte Geistliche und — selbst berühmte Rabbinen in „feierlichster* AmtStracht — dummes Zeug schwätzen hören. Red.) — In Bayern sind :2i jüdische VolSichulen. SS müssen demnach mindestmS 4<X) Religionsschulen in diesem Lande sein. — Der Gehalt der Rabbinen in Württemberg wurde auS Staatsmitteln um t 100 fl. erhöht. Weimar Im Eisenacher Oberlande haben die Höchstbesteuerten den Eommerzienrai h Rosenblatt in dm Landtag gewählt. Es ist dies dt S eraemal, daß ein Jude irr unsere Landesoertretung tritt. R. ist von anerkannt liberaler Gesinnung, stand jedoch bis ter anß-rbald de» politisch« Parleitreibens. Schmalkalden, 2.1. Octowr. Am 21. October, Lcbemini Azeretb, nach beendetem MotteSt ieittte, fand, ut der Synagoge zu Barchfeld eine Feier statt, au' die Alt und Jung schon lange vorbei sicd gefreut batte, denn. .sie galt einem Manne, der eine - Viebe und Hochschävung in der 'ktneuiDe fick zu erwerben gewußt batte, wie nur in seltenen Fället. Herr Fakvb Weil, ein ikind dieser Gemeinde, bat in derselbe i nun 2.', Zabre als Eantor gewirkt und es verstanden, durch einen gediegenen, tiefempfundenen Bortrag der t'Vbete — unterm vt von einem woblklmgenden Organe — solwe Ordnung und Erbauung in Den Gottesdienst einer Landgemeinde einznbürgern, dat inan wünschen dürfte, es möchte in jedem Gottesbaut'e so einfact, aber doch erbe bind und würdig zugeben. Da in kein lautes B »rbeteit oon Seite» der Mttglieder zu verNebinen, da sind die „b liebten“ Triller-am das geringste Minimum revuctrt und der El orgetaug, bet dem alle milwtrkeu. erbebt und fördert die Anvae t. Doch nicht dieses allem jiert Hr». Seil und in eine Genug chuung für seine Mübe und Arbeit, viel mehr noch in es fein edles Herz, fein inenschenfreundlick^'s Gemütb, frei von jedem Falsch und Trug, das tbn fv beliebt inacht. Auf ibn ist das Word Schi lers anzuwenden: ^.Bon Tell soll keiner unge tröstet scheiden.“ Wo er kann, hilft <ir mit Rath und Tbat: und, selbst vonRabrnn siorge» nickt frei, fit er fähig und

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