Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 46 (14.11.1867)
- Date
- 1867-11-14
- Page
- Seite 187 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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aller Lehrer Ansicht jene Lesestücke, welche, natürlich für jedes religiöse Bekenntniß gesondert, durchaus würdig und liebevoll gehalten und jeder Kritik und jeden Haders bar sein sollen. Gelegentlich des Referats IV. Selbsthilfe ans dem Gebiete der Lehrerbildung rc. vom Seminarlehrer Böbm in Alldorf ist unter Ziff- 5 c. bemerkt: die Selbhilfe ist nothwendig in Rücksicht auf die eigene Aus- und Fortbildung. Res. rübinte cS in sonders von den Nürnberger Lehrern, dass sie in ibrem Vereine rüstig auch in der Erlernung fremder Sprachen wirken und schaffen und fordere;ur 'Nachahmung aus. Ich stimmte nickt nur in die'em Mahnruf mit ein. sondern wies auch nack, daß die Ausbildung auf dem Gebiete dieses Wissens in unserer dem Handel;ugewendeten Zeit ein Hanpterforderniß und sicher bald „unerläßlich" sei. 'Namentlich möchten jüngere Lehrer das hierin in ihrer Ausbildungszeit Versäumte mit Ausdauer und unverdrossen nackbolen- Vom eigenen Standpunkte aus könnte ick bestätigen, daß mir mein kleines Wissen in der französischen und englischen Sprache schon manche Stunde der Genugthuung, eine Erhöhung der Achtung und wertbvolle Beziehungen zu bessern Zirkeln und Sphären gebracht habe, was auf den nickt immer' mit Rosen bestreuten Wegen eines spez. israel. Lehrers auch der Beachtung verdiene. Die Versammlung zeigte sich in Worten beifällig und ich batte überdies die Freude, daß viele, namentlich junge Lehrer, nachträglich ineine Erfahrungen auf diesein Gebiete kennen zu lernen wünschten, worin ich denselben gerne diente. Referent bat in ähnlicher Weise, wie hier den geschätzten Lesern deS Isr. .Lehrer, seinen Mandanten, dein Kreisscbullel'rervcrein Rotb Bericht erstattet. Das Schlußwort dieses inündlichen Berichts an m- Bereinsmitglieder dabier, den Dank für das inir übertragene Mandat bildend, lasse ick, als nickt bierbergehörig, selbstrrrständlich weg. Ick füge Noch Einiges speeiell 'für die Leser dieses Blattes Interessante bei: Die Bethcilignng von Seiten der isr. Lehrer in Augsburg war oine sehr schwache und betrug im Ganzen 13. Bon München, so nabe an AugSbnrg, — keiner; viele andere isr. College» aus der nächsten Räbe Angöburgs glänzten durch ihre Abwesenbeit- I Ernten — aber nickt säen. -jom’O Desto rühmender muß deS Herrn Rabbiners Or. Hirsckfeld in Augsburg gedacht werden. Das sichtlich rege Interesse, mit welchem der gedachte -Herr allen Verhandlungen und Debatten folgte, ließ uns den bewährten Schul- und Lebrerfreund erkennen. Wir wurden in unserer Ansicht aber nock mehr bestärkt, nackdein wir auck auS nicktisrael. Kreisen so außerordentlich Rübmenöwerihes über seine gelehrte Bildung und treffliche Aintsführung vernoinmen. Es ist gewiß selbstredend, wenn wir versichern, von einem ckristl. Lehrer ans Augsburg veniominen zu haben, daß Hern: vr. Hirsckfeld der gefeierteste Redner in der ganzen Stadt sei, was auch, wie unS mitgetbeilt wurde, vor Kurzem im Augsburger Abendblatte bestätigt wurde. Die von Hrn. Dr. H. erschienene Anleitung zur Erlernung des.hebräischen *) ist bereits von der iör- Kirckeubehörde in Stuttgart als sehr beacktenswerth und zur Einführung in den Würtiemb. Schulen empfohlen, was wir anck von den Lehrern des Rabb.- Bezirkes Augsbnrg bestätigen hörten- Zum Schluß sei noch Hrn. Rabbiner vr. H. unser herzlicher Dank gebracht für die bewiesene gastfreundliche Gesinnung, init welcher er uns einige so schöne *) Ist uns nicht bekannt; dürften wir um I Exemplar zur Besprechung in unserem Blatte bitten? Red. Stunden in seinen Räuincn bereitete, bei welcher Gelegenheit wir neben dem tüchtigen Theologen auch den erfahrenen ^Schulmann kennen lernten. ' Von der bevorstehenden neuen Schulgesetzgebung . in Bayern werden wohl die israel. Schulen in Bayerm nicht gani unberührt bleiben. So viel ist mit Gewißheit uns berichtet worden, daß die israel. Schulen an allen Rechtswvbllhaten gleichhestlich' participiren- Die israel. ReligionSschnllebrer litten vor Kurzem in Schwcinfurt eine Versammlung, wobei eine Adresse an den z. Z. versammelten Landtag besprochen und beratben wurde. *) Bergmann. — In Lemberg hat am 24. Oktober VörmittagS bei dem dasigen Bezirksgerichte in Strafsachen die Schluß- Verhandlung wider die der Uebertretung des Diebstahls angeklagte und aus den Verhandlungen de2 österreichischen Abgeordnetenhauses bekannte Sara Radamski stattgesunden Bon den Parteien erschienen die Angeklagte und deren als Ankläger fungirender Vater persönlich, utzd zwar Beide ohne Beihülfe eines Rechtsfreundes. Die Angeklagte gab die ihr zur Last gelegten straf, aren . Handlungen zu, entschuldigte jedoch solche theils damit, daß sie die Entwendeten Sachen als Eigenthum ihrer verstorbenen Mutter angesehen habe, theils aber damit, daß sie hierdurch auf den Vater dlos eine Pression ausüben wollte, um denselben zur Ertheilung der Einwilligung in die Taufe zu bewegen. Der Richter ging indeß auf diese Entschuldigung nicht ein, erkannte die Jnculpatin der Uebertretung des Diebstahl» schuldig und verurtheilte dieselbe zu zehntägigem Arreste. Beioe Theile haben wider dieses Erkenntniß die Berufung angemeldct. Nach der Verhandlung begab sich die Jnculpalin in Begleitung eines von der Polizeidirection delegirtm Commissars zurück in das Kloster der Benedicterinnen. Die Verhandlung hatte manche ergreifende Scenen. Asich die gleichzeitig wider den Vater bei dem Cioilgerichte, abder Obervormundschaftsbehörde, wegen Mißbrauches der väterlichen Gewalt eingeleltete Untersuchung ist bereits gunb Abschlüsse gediehen. Herr Radamski wurde der väterlichen Gewalt verlustig erklärt und für dessen Tochter ein Curator ausgestellt. Auch gegen diese Entscheidung ist von^ dem Vater die Berufung an das Oberlandesgericht ergriffen worden. ~ | — Wien, 29. October. In der heutigen Einung des Abgeordnetenhauses stand auf der Tagesordnung! der Bericht des Petitionsausschusses über die Affairen Radamski und Jonas Freund in Galizien. Berichterstatter vr.!Figuly bemerkt, der PetitionüauSschuß sei nicht in der Lage gewesen, beurtheilen zu können, was an allen diesen Angaben Richtiges sei. So viel lag vor, daß mehrere Falle j vorgekommen sind, wo Töchter, die noch minderjährig sind, ihren Eltern, eine minderfährige Frau ihrem Gatten ins Kloster entliefen, und daß diese Frauen im Kloster verhlieoen sind. Ter übrige Thatbestand muß den Erhebungen überlassen bleiben. Der Petitions-Ausschuß stellt folgende An- *j Um nähere Mitteilungen möchten wir unsere geehrten College» — di« iir. Religionslehrer Bayerns recht sehr bitten. Ueoer» Haupt, warum beachtet man bei solchen Gelegenheiten so wenig Bedeutung der Presse? Sind ja für ähnliche Bestrebungen in and Ländern die Schritte gleichstrebender Genossen immerhin höchst bea tenSwerth. Red.