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Der israelitische Lehrer · 1867-11-14 · 46 (14.11.1867) · p. Seite 186

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
46 (14.11.1867)
Date
1867-11-14
Page
Seite 186 (sequence 2)
Language
German
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r. '■ V — 186 — Wo ch e«b ericht. Obern beim, 3 Vierem her. Gestern, am m's rjer feierte die israelitische Gemeinde "Alsheiist in einfacher aber erbebender Weise ein seltenes und bedeutungsvolles Fest—bte Einweihung eines neuen Schulsaales. 'Für die wachsende Familie unseres Freundes Marx war die Lehrerwohnung etwas enge geworden und auch die wachsende Zahl der Sckulsugeitd ließ das Bedürmtß nach einem geräumigeren Schulsaal laut werden. Ist aber in Alsheim ein Bedürfnis erkannt, so, fehlt auch die Abhülse, nicht. Bei einem gesellschaftlichen Festesten der stets in Liebe und Eintracht zusammenwirkenden Gemeindeglieder, das im vorigen Herbst stattgesunden, wurde die Anregung gegeben; schnell waren aus freiwilligen Beisteuern, — die Gemeinde zählt nur 15 bis 16 Gemeindemitglieder, zu welchen noch ein Mitglied aus der Filialgemeinde Mettenheim, das sich in loyaler Weise dein Werke 'änschloß, — die Mittel beschaffen und schon ein Jahr nack jener freiwilligen Beschlußfassung siebt das überaus nette und freundliche Saalgebäude wohleingericktet neben der schönen Synagoge untr in demselben Style ausgesübrt, ein herrlicher Sckulrauin, voy welchem'Licht und Li^be ausgeben wird über die Gemeinde, wie die lichtvolle Austastung der Aufgaben einer jüdischen Geineinde und liebevolle Eintracht, wie wir eine solche weit und breit wobl vergeblich suchen, däs Werk aufführte, Vesten Einweihung wir kur; gedenken wollen, als-einer Feier, die der Aufzeichnung in einem Schulblatte wohl würdig ist. Nach dem Mincha-Gottesdienst in der Sunagoge versammelte sich die Geineinde in dem neuen Scbulsaale. 'Nack einem vierstimmigen herrlicken Gelang — Freund Marx ist des edlen Sanges j Meister — übergab der Präses der Genleinde, Herr Ferd. Tavtd, j in einigen warmgefüblten Worten, in welchen er die dreifache Be-! deutung des neuen Raumes — als Schulsaal, als Gemeindesaal I und als Zeichen der Lieb-e und Hochachtung gegen den Lehrer — trestend bervorbob, das nein'"-Haus dem Lebrer, „aus daß er lange Jahre fick dessen freue und darin fort und fort so segensreich wirke, wie in dem alten Raume seit mehr Venn zwanzig Fahren." HierausergristMarx das Wort und entwickelte in einer 3viertelstündigen Rede die höbe Bedeutung des Tages für die Gemeinde, — denn die Schuld ist der Urgrund des geistigen Lebens und der Entwicklung, atif ihr ruht die Gemeinde, das öffentliche- und Staatsleben; und wenn inan sich bei der Einweihung einer Svnagoge freut, warum nickt mindestens ebensosehr oder noch mehr bei der Einweihung einer Schule? Ohne Schule, keine Synagoge.' Der Redner zeichnete mit treffenden Worten an Beispielen, die wir jüdischen (Gemeinden des Umkreises und ganzen Ländern entnehmen können, die Zerüttung und die Zerfahrenheit, die rer.'Mangel einer guten Schule mit sich führt. Wir sind nickt im Stande, den geflügelten Worten des Redners hier zu folgen. Aber wir bemerkten, wie sehr die Gemeinde ergristen war und daß der opferfreudige Sinn derselben stets bereit sein wird. Alles-' zu tbün für die Schule und ihren Lebrer. Die Feier schloß mit einem von Marx zu derselben besonders gedichtete paffenden Schkußverse zu dem Festliede. Abends versammelten sich die Mitglieder der Gemeinde und einige Freunde, zu welchen auch wir' auf erhaltene Einladung zu gehören das Vergnügen batten, bet . einem heiteren Festessen im neuen Schulsaale. Es wurde wacker toastirt: vom Präses der . Gemeinde auf den Lehrer Marx, von Lehrer Marx auf die Gei meinde, von Klingenstein auf die Jugend, insbesondere der Gemeinde Alsheim, die in diesen Räumen unterrichtet werden soll u. s. f. Erheiternde Gesänge von einem Harmonium begleitet, (das gewöhnlichin der -Synagoge zur Verherrlichung des Gottesdienstes benützt wird; es,wird wohl wenig so kleine Gemeinden geben, die sich eines solchen Ehorgesanges erfreuen), musikalische Vorträge aller Art, von musikkundigen Gemeindegliedern gespendet, ein herr-! licher munterer Geist trugen dazu bei, dies einfache Fest zu einem heiteren und unvergeßlichen zu machen- Möge die herrliche Gemeinde blühen und gedeihen als erhebendes Vorbild für andere jüdische Gemeinden! Möge sich Freund Marx lauge, lange des Glückes freuen, das ibn mngiebt! K. Aus Mittelfranken, 11. Cct. (Fortsetzung und Schluß.) Der Tbätigkeit der Kreis- und Bezirksvereine wird rühmend gedacht und aus einer Auslese der in denselben behandelten Fragen, aus dem Gebiete der Pädagogik hervorgehoben, daß das Interesse für Fortbildung der Lehrer und Hebung der Volksschule ein ungemein reges sei und die Mündigkeit des Lehrerstandes rechtfertige, was auch osfieiell anerkannt werde. Bösartige Angriffe auf den Verein wurden vom Vorstände in energischen Worten mannhaft zurückgewiesen. „Wir dulden um keinen Preis Zwiespalt in unserem Vereine, in unserem stattlichen Hause, dessen Grund Gemeinsinn, dessen Wände edler Wettstreit, Bernsstreue, Duldung, Mildthätigkeit, dessen Dach die Liebe, und auf welchem mit Flammenschrift geschrieben sei: „Eoneordia."" Aus der ins Breite gehenden Rechuungsablage des Eaffiers, Lehrer Völkl aus Nürnberg will ick vorübergehend nur hervor- 'heben, daß der Verein ein Gesammtver mögen vou 30*31 fl. besitzt, erworben seit 1861. Ich erlaube mir noch, auf das Referat deö Herrn LehrerS Deubler von Nürnberg 'in.. -UV.) ju verweisen, „ein deutsches Lesebuch in den Volksschulen Bayerns betreffend." Der Passus iv., worin es heißt, daß in. der letzten Ünterrichtsstuse der Stoff u. s. w. nie gegen den Standpunkt der Wissenschaft verstoße, j erfüllte mick mit einigem Mißtrauen; ick konnte nach meinein Erachten nm so mehr einen Zusatz in der Fassung verlangen, alS - auch die Religion der einzelnen Eonfeffiviten als Stoff des Lefe-! buchs bezeichnet wurde. Wir Israeliten, zunächst Lehrer und Schüler j sind es, die auch hier oft sckon „unsern Rücken den Schlagen" j ansznsetzen hatten. Fast existirt kein Lehrbuch der Geschickte, Geo-; graphie :c. oder Lesebuch, worin nickt der israelitischen Religconsj Wahrheiten, der israelitischen Geschickte in einer Weise gedacht ist, > daß den verständigen israelitischen Bekennern das Herz i>n Leibe wehe thut, ob der absichtlichen ober ans Unkenntniß sich eingescklickenen Fälschungen und Entstellungen am israelilirhen Lehrbegriffe und an der Geichicktswahrheil. Man wenle nicht ein, j daß wir das projectirte Lesebuch eigens für unsere Dcknlen durch einen Israeliten uns anpaffen und was uns nickt beliebt, aussickten können, wie vom Häster'-schen Leiebuck bekamt ist; das genügt uns nicht; wir haben ein Reckt zu.verlang.n-, daß auch die betreff. Ausgaben für katb. und Protest. Schulet in Ansehung der israel. Religionsgesckickte in streng nnpartheiiscker Weise, fern von jedem inhutnanen Gedanken, mit möglichster Schonung und mit Zartgefühl, wie die positiv geossenbarte Rligion Israels es erheischt, gedacht werde, um wahrer Nächsteniebe und Duldung zu dienen. Ich beantragte daher, daß der bregte Schlußiatz IV. so laute: daß er nie gegen den Standpmkt der Wissenschaft, der. Toleranz und Humanität gegen irgend ein religiöses Bekenntniß verstoße. Ref. Deubler stimmte dem bt, da nach seiner und wohl

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