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Der israelitische Lehrer · 1867-11-14 · 46 (14.11.1867) · p. Seite 188

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
46 (14.11.1867)
Date
1867-11-14
Page
Seite 188 (sequence 4)
Language
German
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188 träge. Das Haus wolle beschließen: 1) dem k. k Ministerium der Justiz und des Cultvs anzuempfehlen, dagegen zu wirken, daß minderjährige Mädchen oder Frauen, »■ lche ihren Eltern oder Ehegatten entlaufen sind, in Nonnenklöstern festgehalten oder dort vom Verkehr mit ihren Angehörigen abgeschnitten werden. 2) Es sei, soweit eS sich um Anwendung d«S Hofkanzleidecretes vom 13. Mai Is38 handle, diese Petition dem confesi oneßen Ausschüsse zur Berichterstattung und Antragstellung zuzuweisen Der Justizminister erklärt Namens der Regierung, idem Anträge in beiden Punkten nicht' entgegentreten zu wollen. Nach einer Reihe von thatsäch ichen Mittheilungen »der die in Rede stehenden Fälle Seitens des - Ministers stellt JDr. Zyblikiewicz den Antrag auf Tagesordnung. Dr. Laydesberger (von Lex rechten Seite), erklärt, daß eS sich für ihn nicht um den ipeciellen Fall sondern um daS Princip der Gerechtigkeit bandle, und nachdem der Justizminister selbst erklärt, mit beiden vom Geiste der Gerechtigkeit getragenen Äntiägen eiyoerstandcn zu sein, so solle wohl auch das Haus seine Zustimmung denselben nicht versagen. Tie Sache, sagt Redner, verhalte sich keineswegs so, wie sie von dem Vorredner dargestellt wurde. Das Haus wird nicht wegen der Tanfe eines Judenwädchens belästigt, sondern es wirs die Frage aufgeworfen, ob in Oesterreich überhaupt die väterliche Gewalt von irgend Jemandem be- . einlrächtigt, ob die Staats- und bürgerliche Gewalt gehemmt werden darf von Co:poratiouen, die ich zwar achte, denen ich aber ein solches Recht nichl znsprcchen kann. Wenn ich auch keinen Anstand nehme, der Regierun, sowie dem Statthalter Galiziens mein? volle Anerkennung arszusprechcn für die Energie, mit der sie Radamski fn Schutz nahmen, so ist doch so viel unzweifelhaft, daß Radamski damals seine noch unbestrittene väterliche G»malt be'aß und ihm die Tochter trotzdem durch 10 Tage zur Rüdkipi ache voienthalten wurde. Es leben in Galizien 50o— 600,0 0 Juden. und ich frage, ob die Sicherheit und.Ruhe der Familien nicht dadurch gefährdet werde, wenn Falle, wie der vorliegende, möglich find. Ich bitte daher das Haus, dem eisten Antrag des Lusschusie? zuzustimmen, da dukäv denselben Niemandem, und auch nicht de« Kloster, nähe getreten wird. Wollen Sie also die Bevölkerung Galisiens beruh'gen, so nebmeu Sie diesen Antrag an. (Beifall links.) Berichterstatter vr. Figuly: Es wild jedenfalls sehe gut und nützlich sein, 'dahin zu wirken, daß entlausime Judenmädchen in den Klöstern kein Asyl finden und dort'geheim gehalten werden können. Man hat seit jeher die Petitionen zur Empfehlung an die einzelnen Ministerien geleitet, so dü'ste cs auch in diesem Falle ange;e:gt sein. Was das Hofdecret vom 13. Mai 1636 fcetrifftJi'o sei dies durch die e:.wähnten Loisalle wieder in den Vordergrund der Tiecussion. gedrängt rrord.n. Der Petitioneausichuß konnte keinen- Antrag auf Erlosiung eines bezüglichen Gesttzes «eilen, aber es sei Sache des eonfessionellen 4ni»schusies, sich dahin auSzuiprechen, ob dieses Hofdecikt in Zukinft noch zu Recht belt-ch«» bleiben soll. Ter Berichterstatter empfiehlt d>.e Ausschußanträge und glaubt, die Bevölkeiung 'habe ein Recht, zu ve langen, daß über keinen ihrer Wünsche und die dieselben betreffend-n Ereignisie einfach zur Tagesordnung ü^ergegangen weide. Es wird VeranaooiUlcher Siedacteur: I. Ulingen st ein in Ldcrnheim m iLommifflon bei Lslar Leiner m Leipzig. — Tan, zur Abstimmung geschritten. Bei derselben wird der Antrag ZybUkiewicz: .Es sei üb r den AuSschußantrag zur Tagesordnung überzugehen," abgelehnt. Dafür stimmt die ganze Rechte, ausgenommen Sawc-y-ski und Landesberger, vom Eentrum Abt Zeidler, Baron Kotz, Graf FalkenHayn. und Andere. Der Ausschußantrag wird hieraus mit großer Majorität angenommen Für denselben stimmt die ganze Linke und ein großer Theil des Centrums Für den zweiten Th-il des Ausschußantrages stimmen von den Polen nebst den Abgeordneten Landesberoer und Sawczynski noch die Abgeördnet.n Rogawski und Zbyszewski. Lehrer-Stelle vacant. In der israelisischeir R ligions-Gemeinde zu Nieder- Olm bci Mainz ist eine Stelle offen für einen geprüslen, jungen israelitischen Lehrer. Vorderer und Schächter. Gehalt 220 fl. Nebenverdienste I0O Thlr., Cchächterdienst mit inbeqrisilii, nebst freiem Logis und Heizung. Emtiitt bis zum 23. Februar 1?68. OssertiN baldigst au den Vorstand der isr. Neligionsgemeinde zu Nsteder-Olm bei Mainz: 1 A. Klein. Nebenderdienst für Lehrer. Tiejeiiigen Herren!Leb,er, welche ibr Einkominen durch einen passenden Nebenerwerb obne alles Risiko erböbe» wollen, werden nebele», ibjre weribe Adresse nnter der Chiffre l, .». >r. l»»l« an die Herren Haa Ci stein fc* Nogter in Frankfurt a Ak. franco einzuichilke». Odette ZieUe. In der israelitischen N l'aionsgcmeinde zu Düdelsheim, im Kreist Büdmgen, (Gr H ss. Provinz Oberhessen) ist die Stelle eine-'Rebgiorsli hrers. Canto s unv Schächters vacant geworden und ande'Meilig zu besetzen. Der fix«! Gebalt betiägl 27:') fl. Außerdem trägt die obligatorisch mit dem Amte verbundene Schächleisiliiktioii 120 fl. Wohnung frei und die! gewöhnlich« n AccEenzien j Befähigte Bewerber, welche diese Stelle alsbalv oder! bis zum 1. Januar künftigen Jahres ontreten wollen, wollen! ihre Bew rbungen unter Beifügung ihrer Zeugnisse demnächst an den untersertiglen Boistand einsenden-,! Düdelsheim, den 18. October >867. I Trr Vorstan) der israel. Rrligionögrmeinde. > ßk. \ X O X C K. | Ein junger Manu, mit guten Zeugnissen versehen, sucht > auf,den 1ö. November c bei einer Gemeinde eine Stelle! als Prinatl« brer. Elwaige Osierten wolle man gest. unter ■ Edlssre II M. Nr. 4 an di Exp. ds. Bl. gelangen lassen. s«t>einhel eii; kelbsiveclaK der Jul-ccticn. Für den Buchhandel: in xs-Sii-nelivicstendruck von I. lLoltsleben in Mainz. Hierzu eine literarische Beilage von A. Pichlcr's Wittwe & Sohn in Wien.

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