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Der israelitische Lehrer · 1867-11-14 · 46 (14.11.1867) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
46 (14.11.1867)
Date
1867-11-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der Jsrartitisclu> lehret ■I Zeitschrift für die gesatnmten Interessen des israelitischen LehrerstandeS und zugleich <*_ Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwcn und -Waisen in Deutschland. 46. Mainz, den 14. November 1867.' (Lisdevter ^Lblrxanx.) Wöchentlich 1 Nummer. Vierteljährlicher Abonnementspreis 27 kr. ■= ty* Thlr. Bei srankirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr' Anzeigen zu 1 Cgr. die Pelitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und. Buchhandlungen an. Bücherfchau. Die Schrift des Lebens. Anbegriff des gesammten Judenthums in Lehre, Gottesverehrung und Sittengesetz. Schrsitgemäß, volkschümlich und zur Kenntnißnahme für Israeliten und Nichtisraeliten dargestellt in drei Theilen von vr. Leopold Stein, Frankfurt a. M. 1807. (Schluß.) Die drei folgenden Capitel I <.—VI. sind theils pers-ffticher^ theils sachlicher Natur; sie geben Ansschlüffe über die Richtung und Wirksamkeit St/s. sind aber dennoch nicht ohne Beziehung zu den Zeitfragen der Gegenwart. St. hat sich anfänglich die Brrniilteiung zwischen den extremen religiösen Parteien zur Aufgabe gesetzt. Er hat eine solche in unserei-Z it als verfrüht erkannt und hält dafür, jede den Kampf sortlühren zu lasten. Zu bedauern ist nur, daß in Rücksicht aus den durch Kampf und Spaltung vielfach geftö11> n Gemeinde Frieden die Strebsamkeit auf Seiten der ängstlich oder gleichgültig gewordenen Fortschritts Partei nachgelaffen hat, ja diese Partei dem äußern Scheine nach der Rückschritt Partei huldigt und selbst Männer dieser Richtung, auch wenn sie derrelben nur zum Scheine angehören, zu Leitern der Gemeinden (Rabbinern oder Borstehern) beruft Ec glaubt man den gestörten Gemeludtscieden wieder hergkstellt zu haben; in Wahrheit nur zum Scheine. Der Wablkpruch auch dieser auf religiösem Gebiete getriebenen Politik ist: ^.prös nous le deluge. Et. geißelt diese religiösen Zusonde un'erer Zeit und bedauert, daß mit ihm die freie Wirkt,mkeit so vieler strebsamen Männer im Amte gehemmt worden ist. Er ist froh, durch seinen Rücktritt vom Amte sich d'e Freihe t des Redens und Wirkens wieder gewonnen zu haben. St. nennt die Unfreiheit, in welcher er gehalten wurde und seine Gesinnungs- und Amtsgenoffen noch gehalten weilen, eine Verurtheilung zur Heuchelei. Sie ist dies freilich, msofern es sich um bereits hinreichend geklärte Religionsanschruungen handelt, denen der Rabbiner im Leben unteu werd», muß und keine Folge geben darf. Zwang, der hierin durch Berhällmste und Rücksichten den > Rabbinern auferlegt wi^d, ist verdammenswertb. Aber doch! darf auch der Rabbiner nicht verlangen, daß jede seiner 1 subjektiven Ansichten pwctische Anwendung (.-ivpvd roto) i durch ihn oder die Gemeinde finde. So verwirft St. hier > die Speisegesetze im weitesten Umfange. Er nimmt — mit I Maimonides — an, daß sie die Trennung der Israeliten 1 von den heidnischen Völk-rin zur Absicht-hatten, während! wir in unserer Zeit Bereinigung mit der uns umgebenden, selbst andersgläubigen, Menschheit ei streben. Wir haben freilich die Gründe für Et.'s Ansicht und Behauptung noch zu erwarten; aber doch diusen wir hier wohl sagen, daß dieselbe controoerS und discutirbar ist. St. gibt ja überhaupt nach eigener Erklärung feine Ansichten nickt als i apodiktische Wahrheiten; vielmehr was er lehrt, ist seine! subjectioe Auffassung vom Judenthum. Wir streiten mit > ihm nicht, wie er auch mit uns nicht streiten will. Und j so lasten sich die Speisegei'etze, wenn auch nicht in ihrem | weitesten Umfange, nach der Anschauung Anderer, — auch i der unsrigen, — vom Standpunkte der Humanität und l Sanität rechtfertigen. Grundsätze der Humanität und Sanii tat sind aber auch vor der Rrligion zu pflegen. In wie ' weit und ob in dem von den Speisegesetzen vorgeschriebenen ' Maaße, das ist freilich eine andere Frage. Wir reden hier nur vom Principe, nicht den spcciellen Vorschriften.! In den folgenden Cap teln gibt St. übersichtlich den Jni halt des Werkes an. Er wird das vollständige Gebiet der Re-! ligiönslehre in ihren 3 Theilen: Dogma, Ethik und Ceremonial- 1 lehre duichwandein Bon der Dogmatik »st bereits der Anfang geliefert. Wir heben uns die Kritik des Gegebenen vorläufig noch — bis zur weiteren Vervollständigung — auf. Die Behandlung des Ceremonialgefetzes verspricht ^icht nur viel des Interessanten, sondern auch Piquanten zu liefern. In der Dogmatik wie Eth k werden auch die bezüglichen UnteNcheidungslehren des Christenthums mit dem gewohnten F eimulhe des V.rfasters, aber doch mit der gebührenden Würdigung historischer Verhältniste besprochen werden. Der Verfaffer hofft dam t in beiden Lagern belehrend und aufklärend zu wirken, Vorurtheüe zu zerstreuen und die Wahrheit in ihr rechtes Licht zu Pellen.!

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