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Der israelitische Lehrer · 1867-11-07 · 45 (7.11.1867) · p. Seite 182

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
45 (7.11.1867)
Date
1867-11-07
Page
Seite 182 (sequence 2)
Language
German
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182 Unfittlichkeit entfremden und für die wahre« und guten be* Judenthums erziehen. Als sie darin erstarkt waren, öffneten sich die Pforten Palästinas wieder, Israel trat in die Well unter alle Völker der Erde, um als Lehrer und Priester dieselben durch Wort und Beispiel zu belehren und zu erziehen. Dies ist die cosmopolitische Miffion deS Judeuthmns. Israel hörte nun auch auf, ein ackerbautreibendes Volk zu sein, eSwidmete sich vorzüglich dem Handel, welcher die Verbindung mi? den Völkern und den Verkehr mit ihnen am meisten begünstigt. Der Universalismus des Judenthums'ünd seine Bestimmung als Welt-! religion ist somit über alle Zweifel erhaben. St. weist mit Recht daraus hm, daß Israels Bestrebungen nicht rückwärts nach Osten, sondern vorwärts nach Westen, nach immer weiterer Ausbreitung jüdischer Gottes- und Sittenlehre, weisen. Gin schönes Apercu ist die Bemerkung, daß schon im alten Tempel Israels Gott im Westen thronte und von jenem nur noch die Westmauer, aber auch nur diese noch erhallen sei. Israels Lehre ist also trotz ibrer Sonderheit dennoch die. allgemeine^ Israels ÄuSerwahlung ist nur .eine Bezeichnung seiner Mission,, diese Sonderlehre zu einer allgemeinen für die ganze Menschheit zu machen. Trotz seines Anschlusses au die Menschheit muß Israel darum doch diese Eonderlehre bewahren, denn es ist zum Träger und Wächter derselben berufen. Mit ihm gange der Well die Wahrheit und Liebe verloren. ' (Schluß folgt.) Gedächtnißrede für den verstorbenen Herrn Leopold , Rltter v. Lämel rc von vr. A Stein. Prag 1667.; Gedächtnißreden haben' m der . Regel nur eine locale und persönliche Bedeutung Die vorliegende zeichnet sich dadurch aus, d^ß sie das Leben und Wirken des Besprochenen nicht in trockenen biographischen ■ Notizen, sonder.! in der Entwicke.ung eines religiösen Gedankens schildert, welcher dis Leben und Dirken des Mannes erfüllte. Dieser Gedanke ist die Bewährung der jüdischen Gerechtigkeit im Leben (npns)- Mit Recht wird hervorgehoben, daß dies der umfassende Begriff aller Tugenden des menschlischen Lebens, der voll- - ständigen Pflichterfüllung gegen Gott und Menschen ist. Die gewöhnliche Auffassung voll npns. als Almosen ist einseitig; Ich habe immer Aergerniß an der Erklärung des npis als pco (Geld) in dem bekannten Ausspruche s'-"2>'2 npnäi n"n 'an jrn ns genommen. Der Grund dafür ist vielleicht in einer gewiffen Zeit- und LebenSricklung der Juden zu suchen, welche einen zu grellen Unterschied zwilchen reich und arm schuf. Ebenso einflußreich auf diese Anschauung und Auslegung dürste aber auch wohl das mosaische Geietz gewesen sein, welches Die Armenpflege Nicht blos von dem Mitleid der Menschen abhängig machte und in das Belieben der Reichen stellte, sondern als eine Pflicht erklärte, welche erfüllt werden müsie, und dadurch den Armen in Israel -gewissermaßen ein Recht gab, Almosen zu-fordern. R Wochenbericht. Vom Rhein, £>. JDct Sie, Herr Redakteur. baben wohl schon vor Monaten aus den Journalen von den Sckrillen der Lehrer Preußens, die durch die Lehrer Berlins 'angeregt worden sind, um endliche Regelung der Schule durch das in der Verfassung verheißene Unterrichtsgesetz Üenntniß genommen- Wir haben geglaubt, daß auch die preußisch-jüdischen Lehrer, deren Stellung noch viel mehr alS die ihrer christlichen Eollegen zu wünschen übrig läßt/eS bei dieser Gelegenheit an geeigneten Schritten für die gesetzliche Regelung ihrer Stellung nicht fehlen lasten würden, zumal sie nicht einmal ihren jüdischen Collegen in der Provinz Heffen, die als Voltslehrer anerkannt sind, gleichgestellt sind. Und dennoch haben wir von derartigen Schritten bis jetzt nichts vernommen. Selbst die rheinisch-westfälische Conferenz, die sonst wohl bahnbrechend vorangebet, scheint die Erscheinung der Zeit nicht zu beachten, obwohl dieser Gegenstand wichtig genüg wäre, zu besten Besprechung eine außergewöhnliche Conferenz zu berufen, oder deren Mitglieder wenigstens durch Cirkulär zur Unterfdbrift einer Petition, die unsre Wünsche berreffenven Orts zur recktzeitigen Kenntniß bringt, zu veranlassen. Hierzu möchten wir den Vorstand der genannten Conferenz durch Gegenwärtiges veranlassen, da der Zusammentritt der preußischen Legislative, indein die Wahl der Wablmänner auf den :H v. )Jl. angesetzl ist, nabe bevorstedet, Gefabr also im Vorzüge ist, .und Herr Bluinenau, so acdtungs- und ehrwürdig er auch sonst immerbm sein mag, nicht glauben darf, daß er als Sekundant seines /freundes Cabn gegen uns sich so unsterblich gemacht babe, daß er viele Angelegenbeil, die die Existenzfrage auch der jüdischen Schule betrifft, roptschweigen zu können Ursache babe. Also, rasch, j.Hand ans Werk, die Zeit drängt. Nachbemerkung der Redaktion. Eine Circitlanon der Petition dürste zu lauge wäbreu. Wir einpsehlen de» Herren, eine Petition zu entwerfen, sie im „Isr. Lehrer" zu veröffentlichen, — Vesten Spalten wir einer so /bedeut.ingspbllen Angelegenheit selbstverständlich mir Vergnügen offnen -und vre Zustimmungen*) schleunigst iw sraiikirten Briefen zil erbiilen. Nölbigensalls stellen wir einen besonderen Abdruck der Peiilio» aus dem „Isr. Lebrer" daun recht gern noch zur Verfügung. Aber.Eile dürste Nolb/tbun. Die Gesetze werden in Noroveutichland jetzt gar schnell — im Haudumdrebe» — gemacht, unk das Abgeordnetenbaus könnte darmn gar bald wieder verabschiedet werden. /Aus Mittelsrauken, 11. Oet. <.Fortsetzung. b Als Prmeip bei Vertbeiiuug der Uuterstüvuugeit jvil -gelten, daß unkemillelre Doppel- und eiusache Waisen vollständig, die andern nach dein'Grade der V.'dürsilgketl tbellweiie zu unlerstüveil seien. Des srühereu Regensburger und nachmal. Gmizenbänser Projeers, rei'p. Beschlusses. belr. Errichtung zweier We iseilbäuier, wozu die Fundirung durch Aelien zu beschaffen sei, winde nicht weiter gedacht, und scheint .— wo bl auffallend — aus sich zu beruhen. Der Vorstand erinnerte nebenbei und als Beweis für die Vorzüge der .ramilieilerziebung noch daran, daß das in Leipzig bis znin Einzüge der Preußen im Jahre 16W bestandene Waiienbat s seitdem aushörle, indein das fragliche Gebäude während der Oempalion als Lazaretb diente, und nach dem Abzüge der Preußen von dein Epborus der Anstalt, weicher seine Wauenzöglinge inj zwischen in «ramitien uncergebracht. Hane, zu diesem Zwecke gar! niwt mebr in Anspruch genomineu wurde, angeblich, weil inan ] sich inzwischen von den Vorzügen der .familienerziehuiig überzeugt! hübe. Sie werden es am Platze sinden, daß ich, als Delegirter, hier speziell zu Gunsten der isr. Waisen das Wort ergriff. Ich batte sckvn früher, io oft sich in unserem Bezirksvereine Veranlassung bor, meinen christlichen Eollegeu bargelegl, wie sehr es mich schinerze, bei der Waiiensttstssrage die isr. Lehrer resp. deren Interesse gänzlich ignorirk zu «eben. — Ich ergriff auch in der /*) Auch der Lehrer aus anderen vreußischm Provinzen!

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