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Der israelitische Lehrer · 1867-11-07 · 45 (7.11.1867) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
45 (7.11.1867)
Date
1867-11-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der Jteraelitisthc Jeitschrifl für die gesammten Interessen des israelitischen Lehrerstandes - und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwm und -Waisen in Deutschland. J%§ 45. Mainz, den 7. November 1867. (8i«d«v1sr wöchentlich I Nummer. Vierteljährlicher WonnementSpreiS^ 27 lr. --- 1,4 Thlr. Bei lrankirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 W Nnzeigen zu 1 Egr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Bücherscha« Die Schrift des Lebens. Inbegriff des gesammten > Judenthums in Lehre, Gottesverehrung und Sittenf gesetz. Schnftgemäß, volksthümlich und zur Kennt-! nißnahme für Israeliten und Nichtisraeliten dargestellt > in drei Therlen von vr. Leopold Stein, Frankfurt a. M. 1ZV7. (Fortsetzung) Cap. II. trägt die Uederschrift: Die Menschheit und das Sonderbektnntniß. Wenn die Menschheit alsl eine einheitliche ausgesaßt und nach Einigung derselben gestrebt wird, drdarf die Festhaltung am jüdischen Sonderbekenn kniffe eine > Rechtfertigung. Eine solche wird hier in richtiger Weise I gegeben: Um das Ganze zu ersoffen, kann der Mensch vom Einzelnen nicht lasten. Lus dem Einzelnen baut sich das Ganze auf. Die Liebe zur ganzen Menschheit kann nur durch die Liebe zum Einzelnen verwirklicht werden. Ein tolmudisches Epruchwort heißt: Wer Aller zugleich faffen will, faßt gar Nichts. Dagegen muß nian sich hüten, mit seinem Wesen und Wirken im Einzelnen aufzugehen und sich darauf zu beschränken; dar Ganze muß im Auge behalten, darf nicht vergeffen und vernachläßigt werden. Die Wirksamkeit für daS Ganze ist die Liebe, die Beschränkung auf j daS Einzelne ist Selbstsucht. Die Familie geht zwar über! den Einzelnen hinaus, ist aber immer noch eine Beschränkung des Ganzen. St. behauptet daher mit Recht: Es gibt auch eine Selbstsucht des Hauses.! Er weist ferner sehr schön darauf hin, daß im Zahlensystem der Zehner die höhere Einheit ist, in welcher alle Einer aufgegangen sind, ohne ihren ' Sonderwerth ausgegeben zu haben. Daher baut sich im Judenthum die Gemeinde aus zehn Einzelnen auf (pc). Wir fügen hinzu: Um auch in der Familie die Erinnerung an die Gesammtheit und das Streben für sie wach zu erhalten, wird zu religiösen Zwecken die Gesellschaft des Fa-! milientisches aus nicht weniger als dreien gebildet, zu denen! auch Fremde, welche nicht aus derselben Familie find, j hinzugezogen werden dürfen (,01,0). Sonderheit und Selbst-! sucht stehen darum im entschiedenen Gegensätze zu dem : Wesen und den Grundsätzen der Religion; all« ausschliehenden Rellgionen stehen sömit auch der Wahrheit des Juden-, thums fern. Und doch wissen wir, wie diese gegenseitig' nnd namentlich dem Judenthum gegenüber Ausschließung, ja Verfolgung und Verdammniß sich zur.Aufgabe gemacht haben, sie laut lehren und predigen. DaS Judenthum ist aller Orten und Zeiten von dem Strom der Bölkerbewegnng mit erfaßt und darum auch, obgleich' feinem Wesen nach nicht dazu angethan, von dem Streben nach Exclusivttät der Religionen in etwa mitberührt worden. Extreme berühren sich. So konnte es nicht fehlen, daß die Geistes» richtung der Zeit mit Entschiedenheit nach der andern Seite hin drängte und mit Macht unter Aufhebung der religiösen Sonderbekenntnifle eine allgemeine menschlische Verbrüderung betonte. Diese humanistische Richtung hat unter den Bekeuuern aller Religionen, auch unter denen de- Judenthums, einen inneren und äußeren Abfall von dem Eonderbekenntniffe herbeigeführt. St. meint, daß diejenigen, welche hierzu zählen, nicht „die Schlimmsten unser- Geschlechts" zu nennen seien, tadelt diesen Abfall aber dennoch, weil das Ganze und Allgemeine nicht das Besondere und Einzelne entbehren könne. Die Festhaltung an dem Sonderbekenntniffe ist nöthig. Wir sollen uns zwar nicht in die Sonderheit versenken, aber würden ohne diese in der Allgemeinheit verschwimmen. Dies macht auch für daS jüdische Sonderbekenntniß äußerliche unterscheidende. Formen nöthig. Das III. Cap. ist überschrieben: Der Jude der Neuzert. Der Jude ist cosmopolitisch trotz der Judengaffe und Enge, in welcher er bisher gelebt hat und gehalten wurde. Schon Abraham löste sich von der heimathlichen Scholle los und machte seinen Gott zum Gott der ganzen Welt. Israel lebte in Palästina zwar in Abgeschlossenheit von der übrigen Well, denn das Land unterstützte diese Abschließung durch seine natürlichen Grenzen: Meer, Wüste und Gebirge und das Volk durch seine vorzügliche Beschäftigung mit Ackerbau; aber trotz dieser scheinbaren oder doch wenigstenvorübergehenden Abschließung verlor daS Judmthum keinen Augenblick seine universelle Bedeuttmg und Bestimmung aus dem Auge. Die Abschließung Israels in Palästina sollte daS Volk den Anschauungen heidnischer Gotteslehre und

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