Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 44 (31.10.1867)
- Date
- 1867-10-31
- Page
- Seite 179 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/4896751-5428720-5431793--1757-4898193- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
179 Lauter Unterricht in der Oberklaffe. jStiller Unterricht in der Elementarklaff«. Fächer. Bai. Bemerkungen. Rechnen. * Mündt, u schristtich Abschrelben orthogr. find nicht getrennt.Lectionen. Erster Drei Abtheilungen.lJahrgang frei. Geschichte. i5/* 12 u.3.Jahrg. 1 S. i Schreiben, dann Lesen für sich ^I.Jahrg Lesen bei Geographie. 2 Naturkunde. 1 Jüdische Geschichte. 15A ^Hülfsschuler auSd. 'dritten Jahrgang. Malen hebr. Druckbuchft. W o eh e n b e t i d> t. Aus Mittelfrauken, 11. Oct- Am 3. Sept-, Morgens 8 Uhr, begannen die Verhandlungen der ill. Hauptversammlung der bayr- Bolksschullehrer in dein derselben in anzuerkennender Liberalität Seitens der Stadt Augsburg eingeräumten „Goldenen Saale" des Rathhauses dortselbst. Die Versammlung, an I50o Lehrern zählend, machte auf den Beobachter einen achtunggebietenden Eindruck. — Die Haltung der Vers, zeigte jenen Takt und Ernst, der Schulmännern und Volksbilvnern um so weniger abgehen darf, je mehr das Bestreben derselben den Blicken der- Gegenwart und der Folgezeit als Gegenstand dient. Die den' Vorsitz führenden Mitglieder der Versammlung, besonders der Präsident d. V-, Herr Lehrer Heiß. leiteten >die Verhandlungen mit großer Umsicht, Sackkenntuiß, Ruhe und mit lenzem sichtlich regen Iutereffc für die gute Jache der Ledrer- Wie aus den Tagesblättern zu ersehen war, wobnieu der Eröffnung Sr. Ercez, Herr Regierungs-Präsident, Freiherr v. Lerchenfeld, der Kreisscdul- Referent, »r. v. Ahornen, Skadt-Eommifsär v. Burchlors, dann Deputationen der Stadtgeineinde Augsburg, bei. Die " meisten dieser Herren waren auch »»ährend der späteren Verhandlungen und Vorträge anwesend. Nachdem Glucks schöner Ehoral: „Leib aus deines Himmels Höben >c. re." von mebr denn HMD Summen vorgetragen war, begrüßte Herr Rechtsralb Zenz v. Augsburg die Versammlung und hieß sie im Rainen der Stadt willkommen. Hieiür wurde voin Vorstande d. Vers, der Dank der Lehrer ausgesprochen. Lehrer und Waiseübausverwalter Herr Bader von Augsburg bewillkommnete die Versaminlung im Rainen des Augsburger Lehrerbezirksvereins. jEr erinnerte bei dieser Gelegenl-eu die Versammlung an den ain 2. Sept. bekannten Sterbetag des derühintcn Schulfreundes — Ebristoph v. Schmitt, brachte den Manen des Verstorbenen die Huldigung der Vers, und forderte in feuriger Rede zur Eintracht auf. Hierauf erstattete der Vorstand Bericht über die Thätigkeir deS Vereins und über das Wachslbum seiner Mitglieder während der letzten 3 Fahre, wonach die gegenwärtige Zahl der Mitglieder 500D beträgt. »Die Thäligkeit des Hauptausschuffeü war neben andern Fragen vorzüglich der Waisenstiftung zugewendel. - Die Delegirten-Versammlung, welche Montag. 2. Sept-, Nachmittags von 2—5',, Ubr berierh und welcher der Unterzeichnete lt- Mandat des hiesigen Krcisvereins anzugebören die Ehre hatte, befand sich in mancher Hinsicht mit den Anschauungen deS AuSschuffeS in divergirender Meinung. Man einigte sich schließlich,' nachdem Hr. Szttig die uns bekannten Tbatsachen. die schon in Regensburg und Gunzenbausen verhandelt/ und durch das Vereins-Organ, „Bayr. Lebrerzeitung" zu unserer Kenntniß gelangt, in seinem Referat weitläufig berührte, über folgende Punkte: a) Von Errichtung geschlossener Waisenanstalten ist für jetzt noch abzusehen; dagegen'auf Unterbringung einer entspr. Anzahl von Waisen bei guten Familien oder in schon bestehenden Erziehungsanstalten gegen angemessene Vergütung Vorsorge;>H treffen. (Fortsetzung folgt.) Berlin,^13. Oci. Es ist die Rede davon gewesen, auch den Baron v. Rothschild zun, Mitglied des Herrenhauses zu inachen, dock haben eitrige Verfechterder- Traditionen und Maximen dieser Körperschaft daran erinner-1, daß dieselbe mir Nachdruck stets ibren streng christlichen Standpunkt gewahrt habe und viel darauf ankomme, hieran niemals — 'will wobl beißen, so langees überhaupt noch eine solche Kamnzer gibt) — zu rütteln! (Sehr schlimin für Herrn v. Rothschild!, Wien, lü. Oct. An das Präsidium des AbgeorduetenlmuseS ist beule ein Telegramm eingelangt, das im gleichen Wortlaute auch dem Or v. Müblseld zugekommen ist, der dieß Telegramm als Petition dein Hause überreicht. Es ist die Bitte eines Vaters aus Lemberg, dessen Tochter „Sarah" im Nonnenkloster zurückgeballen ujiß ohne Zustimmung des Vaters zur christlichen Kirche bekehrt wird- Es lautet: „Meine siebeuzednjährige Tochter Sarah, i> cte Ebaje, bat sich nach Verübung eines Diebstabls an allen meinen Habseligkeiten in das diesige Benedictinerklosrer geflüchtet, wo sie sich seitdem 8. Oeiober befindet. Mir wird' der Zutritt verweigert und auch das Strafgericht, obwohl der Tbalbestand vollkommen erhoben ist und die gesetzliche Strafe erfolgen muß, weigert sich, 'sie aus dem Kloster zu holen, den Rönnen Zeit lassend, ihre Bekehrung ohne väterliche Ansprache an das Kind,zu vollenden. Meine 'Roth ist. äußerst dringend, ich bitte um schleunige Hülfe. Lemberg. 15. October- Marcus Rodauski." Dasselbe Telegramm ist auch.dem Abg. Dr. Lanvesberger und dem Minister Taaffe zugegaugen. i>r. v- Mühlfeld stellte den Antrag, daß der Pelilioiisausschuß beauftragt werde, sich sogleich nach Schluß 'der heutigen Sitzung zu versammel» und in der morgigen Sitzung schon über hie Angelegenheit Bericht zu erstatten. Die (Gründe hierzu finde er nicht bloß im Fnl>alle des Telegrammes selbst, sondern auch in dem Umstandedaß dieser Fall nicht der erste, sondern in der neuesten Zeit schon der zweite ist. Vor wenigen Wochen ist ein ähnlicher Fall in Tarnopol oorgekommen. Aus den ösfeurlicheu Blättern ist bekannt, daß das Fustizministe- -rium damals Schrille ibar; mit welchem Resultate, ist freilich nickt bekaniil geworden- Der Müblf<ld'sche Antrag wird nahezu einstimmig angenommen. Dafür auch i’. Greurer. Zum Schlüsse der Sitzung macht der Fustizminister Mitrbeilung übe,' sein Verhallen gegenüber dem gedachten Vorfälle mit Ravanski Hye erklärt, er habe den Stattbalter beauftragt, „vorläufig jedenfalls den Vollzug der Taufe binlanzuhalteu, dein Vater die persönliche Rücksprache mit der Tochter zu ermöglichen, die Sacke eingehend zu erheben, eventuell das Einschreiten des Strafgerichts zu veranlassen und darüberunverzüglich zu berichten. Zugleich habe er den Statthalter um den endlichen Bericht über den gleichen Vorgang in Bialg ersucht." Bezüglich des leylern gibt der Fustisminister dein Hause nachstehendeis Ausschluß. Es sei ibm vor etwa vier Wochen, ebenfalls zur Racktzeil, ein Tele-