Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1867-10-24 · 43 (24.10.1867) · p. Seite 174

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
43 (24.10.1867)
Date
1867-10-24
Page
Seite 174 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/4896751-5428720-5431791--1751-4898188
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

174 weil der angelehnte sich in ein planlose« Herumtappen verliert. Die zweckmäßigste Behandlung der Lesestücke kann die Grammatik nicht ersetzen; denn der Leseunterricht bildet nur das Sprachgefühl, den Ausdruck und den Wortreichthum, die Grammatik aber lehrt die Vermeidung des Fehlerhaften. Abgesehen davon ist der grammatische Unterricht in der jüdischen Schule, schon de« Hebräischen halber unentbehrlich. Auch darf der Umstand, daß die Mehrzahl der Jüdischen Kinder noch eine fremde Svrache lernt, nicht überscheu werden. Beim Leseunterricht werden die grammatischen Gesetze , wohl besprochen, bei- Stilübungen wohl darauf verwiesen, doch hat Grammatik dabei untergeordnete Stellung. Auch für den grammatischen Unterricht besitzen die Schüler ein reichhaltiges Ausgabenbuch, weil nichts peinigender für da- Kind ist, als die im Lesebuch zerstreut liegenden Beispiele zusammenzustellen und weil die Fassung der Aufgaben auch für den Lehrer zeitraubend ist. Jede Claffe hat wöchentlich eine Stunde, doch so viel schriftliche Arbeiten, als in einer Stunde präparirt werden können. Die Arbeiten der Elementarklaffe, sowie die der jüngern Schüler aus der Oberklasse werden vom Lehrer zwar angesehen, aber von den Tüchtigsten aus der.ersten Claffe nachgesehen. Bei den Arbeiten dxr Oberclaffe kömmt es auf Genauigkeit ap, weßhalb >ie der Lehrer i elbst beurtheilt. Die Arbeiten müssen sauber geschrieben' und rechtzeüig abgegeben sein. Lehrgang. 1. In der Elemeutarklasse. f1 Dingwort, dessen Geschlecht, Zahl und Deklination. 2. Präposition (die gebräuchlichsten). 3. Prapösitmn in Verbindung mit dem Dingwort. 4. Unterscheidung' des Dativ und Accusatio einiger Pronomen. 5. Präposition in Verbindung mit dem Dingwort unter Hinzufügung per Pronomen und d^r Adjektive. 6. Vom Berdum: leichte Sätze Ün Imperfektum. 7. Subjekt uno Prädikat. Mehr mündlich als schriftlich.. Brm mündlichen Unterricht sind allesdrei Jahrgänge Theilnehmer. 2. Ober.klai'se. I. Vom perdum die Conjugationen ouich alle Zeiten. Eine Bekanntschaft damit erleichtert den Unterricht im Hebrässchen. Uekmng im Imperfektum, weil das jüdische Kind mehr im Perkectum spricht. DaS Regieren der Verba-. Diese Uebung bleibt auf alle« Stuken Hauptaugenmerk. , . - II. Vom Adjektiv. Das Regieren desselben. Steigerung in Vergleichung mit dem 'Hebräischen. HL Zahlwort: Grund und Ordnungszahl im Vergleich mit dem Hebräischen. IV. Pumom. Einth ilung und Deklination desselben deutsch und hebräisch. Oeftere Unterscheidung des Dativ und Accusatip in Verbindung mit Präposition — Verba und Adjectiva. V. Präposition Tie Hebungen im Gebrauch der Präpositionen auS der Elementarklasse werden vermehrt. Besonders werden die Uebungen über eigentliche und uneigentliche Bedeutung beachtet. I ' VI. Vom Bindewort ist alles wichtig, daher muß klare I Unterscheidung der Bedeutung desselben gelernt werden. I VII. Von der Satzlehre. Kenntlich der wesentlichen ' Glieder eines erweiterten Satzes. Vom zusammengesetzten! Satze soviel, al« zur Zeichensetzung nöthig ist, um bei Correctur der schriftlichen Arbeiten darauf verweisen zu können. Dieses Pensum au« der Satzlehre bildet nicht etwa den; Schluß des grammatischen UnterrichS, die schriftlichen Asbesten machen ihn schon viel früher aothwendig. ( < \ BurbachS Sprachbuch mit fast 600 bildenden Aufgaben ist zu empfehlen. 1 E. III. Stylübungen. 1. Jyre Wichtigkeit ist so unbestritten, daß es überl flüssig wäre, den Nachweis zu liefern. DaS Minimum, da« , erreicht werden muß, ist grammatisch und orthographisch richtige Darstellung des Erkannten und Empfundenen. Doch j ist das Streben ein Höheres: Klarheit in der Darstellung ' und Correctheit im Ausdruck; der Styl sollte bei befähigte» Kindern ■ die Höhe der L.'sestücke im Hecht'schen Lesebuche für Mittelklassen erreichen. 2. Die M ttel dazu bestehen 1) in der bildenden Behandlung aller Unterrichtsfächer, namentlich in der Kunst, > den Schüler wohl zum Denken aber auch zum Reden an- ' zuregen; ihn zu drängen, sich über eigene oder über die Gedanken Anderer zu äußern. 2) In der richtigen Behandlung des Leseunterrichtes und wird hierbei auf die Punkte 3 und 4 bei „Behandlung eines Hefestückes* nachdrücklich verwiesen. 3) In der durchgreifenden Forderung, daß der Schüler klar, vollständig und sprachlich richtig antworte. Der Lehrer darf sich mit der angenehmen Wahrnehmung, daß das Kind durch seine Antwort zeigt, wie eS einen Begriff von der Sache habe, nicht begnügen, wenn an der Antwort die äußerliche Richtigkeit fehlt. 4) In der korrekten und festen Ausdrucksweise des Lehrers. 5) Jn> der fleißigen und zweckmäßigen Anwendung der Schulbiblio-X ■ tbek. Endlich 6) in einem stufenmäßigen. Unterricht im / Aufsatz selbst Lehrgang. Elementar - Claffe. 1. Imersten Schuljahre: Abschreiben der kleinen Leseübungen bei einem Hülfsschüler. 2. Abschreiber« nach sprachlichen.und orthographischen Gesichtspunkten, als^Dingwörter, Wörter mit Doopelconsonanten rc. — Im zweiten Schuljahre dasselbe. Im Verlaufe geschieht dieS Abschreiben aus den Lektionen der orthographischen Wörtersammlüng,!• dann die jur Erklärung der Wort r beigegebenen Sätze; ferner das Niederschrelben dieser /Wörter uno Satze auS dem Gedächtnisse. Correclur durch Hülfsschüler und der Lehrer sieht einige Arbeiten an.— Im dritten Schuljahre; werden bald einige Reihen aus der 'nblischen Geschichte, i deren Anzahl mit der Zeit wächst — memorirl und niedergeschrieb n, bald die im Vorleseunterricht abgerundeten Sätze. II. Mittel-Claffe. Ziel. Sie soll mit Enve des elften Jahres selbst gelesene oder vorgelesene oder erzählte längere Abschnitte . der biblischen Geschichte, oes Lesebuches oder.vorgetragene! Parabeln, Fabeln, Erzählungen rc. orthographisch, wohl auch! grammatisch richtig schreiben können. Sie hat die Aufgabe,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.