Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 42 (17.10.1867)
- Date
- 1867-10-17
- Page
- Seite 170 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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170 S"'rt werden kann. Mögen sie also zeigen, daß ei ihnen»! ist, daß sie wirklich ein Her« haben für die Sache. Wir find zu Ende mit der Besprechung der zwei bedeutsamsten Zeitfragen, die wir. zum Zeitenwechsel anregen wollten. Die Reihe von Festtagen, die dm Beginn einer Synagogenjahres kennzeichnen, geht zu Ende. Der Ein-, tritt des Winters bringt für den Lehrer ein erhöhtes Arbeit-- Maas Der Lehrer gleicht wohl einem Säemanne — aber die Früchte sieht er nur mit geistigem Auge, in der Ferne, — wie Moses da» gelobte Land. Er freut sich schon, wenn er nur das fruchtoerheißende Keimen der Saat beobachten kann, da» — ach, so sehr oft täuscht. Und wenn auch die Früchte seiner Saat reifen auf dem Baume des Lebens, sie reifm doch nur seltm für ihn-. Er säet nur, Andere ärndten. Und er säet mehr im Winter als im Sommer. DaS Winterhalbjahr ist das bedeutendere für die Schule Aber der Lehrer wll auch für das Lebm und im Leben wirken; — Alles auf das Eine beziehen, aber im Ganzen leben! Möchte uns das Arbeitsfelv des Winters der Rofm viele bieten. Möchte es uns gelingen, Segensreiches zu schaffen — Jeder in seinem Kreise, doch für das Ganze! Der Lehrplan für die jüdische Schule. Confermzarbeit für die Conserenz der Lehrer Rheinlands und i Westfalens zu Ha um am 12. und 13. Juni 1867*). \ I Lehrgänge füx den Realie«-Leseunterricht. A. Geschichte. 1. Die Schu'er vom neunten Jahre ab nehmm daran Thell, doch ist er für die Kinder vom neunten bis zum elften Jahre mehr Lese-, für die vom elftm bis zum vierzehntm mehr Geschichtsunterricht. Jedes Kind macht so den Gang fast zweimal durch. 2. Das Material des Lesebuches, auch des Hecht'schen, > muß durch den mündlichen Vortrag des Lehrers, an vielen i Stellen vermehrt werden, weil die Schule oafür zu sorgen j hat, daß die Kinder wenigstens im Allgemeinen kennen I lernen, wie die Menschheit sich von ihrem Urzustände, bis , zur gegenwärtigen Kulturstufe entwickelt hat und dazu müssen die Lücken des Lesebuchs ausgefüllt werden. 3. Während des dreijährigen Cursus kommen bei einer Stunde wöchentlich — das sind .40 Stunden jährlich — 120 Stunden auf Geschichtsunterricht, wovon 60 Stunden der alten u»d mittler», 60 Stunden der neuen Geschichte und der Wiederholung zufallen. 4. Die alte und mittlere Geschichte ist in ungefähr 50, : die neuere und neueste Geschichte in 40 Lese-, resp. DortragSi parthien so zusammenzustellen, daß die kurze Zeit von einer > Stunde zum Wortrage, zur Vermittelung der Austastung , und gutem Lesen hinreicht. Der Rest von 30 Stunden ist ‘ den periodischen Wiederholungen und den Leseübungen und > der jewelligen schriftlichen Darstellung gewdmet. i 5. Die Zahlen der hervorragenden Begebenheiten werj den nach der Reventlow'schen Methode mnemonisch eingeprägt.! ») »gleich« Jfc. 19-13 b. 8fc! 6. Dahin gehörige Geschichten: 1. Urgeschichte: allmählige Ausbreitung, Ackerbau, Viehzucht, Jagd und die Folgen. 2. Die Ezypter: Beschreibung des Landes. 3. Hyroglyphmschrift, Baukunst. 4. Kasten und Thierdienst. 5. Verehrung der Todtm, Todtengericht. 6. Psammenit. 7. Phönizier. 8. Cyrus. 9. Cambyses. 10. Trojonische Krieg. 11 Die griechischen Götter und Orakel 12. Lykurg und die Spartaner. 13. KobruS, Solon und die Athener. 11. Socrates. -15. ThemistokleS. 16. PerikleS und AlcibiadeS. 17. Demosthenes. 18. Alexander der Große. 19. RomS Ursprung. 20. Ruma, Tullus, Brutus. 21. Porsenna, Scävola, CocleS. 22. Coriolan 23 Die Gallier und Eamillus. 24. PyrrhuS und Fabricius. H5 Hannibal und Scipio. 26. Cäsar und Pompejus. 27. Eicero, Octaoianus, ÄugustuS. 28. Hermann und die a0en Deutschen. 29. Völkerwanderung. 30. Muhamed. 31. Karl der Große und daS deutsche Reich. 32. Heinrich der Vogelsteller. 33. Heinrich IV. 34. Die Kreuzzüge. 35 Konrad III. und Friedrich Barbarossa. 36. Rudolph von Habsburg. 37. Wilhelm Tell. 38- Die Fehmgerichte. 39. Erfindung deS Schießpulvers und der Buchdruckerkunst. Neuere und neuste Geschichte 1. Die Entdeckungen (Columbus) 2. Die Reformation. 3. Marimllian, Karl V. und Philipp II. 4. Die Bartholomäusnacht. Heinrich von Navarra. 5. Zurückgreifend ins Mitelalter: England. Gedrängte Zusammenstellung der Regenten, unter denen die Judenverfolgungen stattfanhen: Löwenherz, Johann, WÜhelm der Eroberer. 6 Die Kriege mit Frankreich und dies Jungfrau von Orleans. 7. Heinrich VIII., Elisabeth ustd Maria Stuart. 8. uad 9. Der dreißigjährige Krieg. 10. Ludwig XIV. und der große Kurfürst. 11. Der nordische Krieg. K--rl XII. 12. Peter der Große. 13. Der große Kurfürst. 14. Der'erste König pon Preußen und Friedrich Wilhelm I. 15., 16. und 17. Friedrich der Große und der siebenjährige Krieg.- 18. Kaiser Joseph. 1>. Washington, Franklin 20. Die französische Revolution, Ursachen. 21. Ludwig XVI., Versailles. 22. Die Flucht des Königs. 23. Die Schreckensherrschaft. 24. Die Hinrichtung des Königs. 25. Napoleon als Feldherr in Italien. 26. Thellung Polens. 27. Napoleon in Egypten. 28. Als Consul. 29. Als Kaiser. 30 Friedrich Wilhelm VI. und Louise, das Jahr 1806 -1807. 31. Napoleon in Spanien. 32. Hofer. 33. Napoleon in Rußland. 34. und 35. Die Befreiungskriege 36. Der Wiener Coinreß und Waterloo. 37. Napoleons letzte Jahre, Tod. 38. i'udwig XVIII., Karl X. und Louis Philipp. Abfall der Grieche» von der Türkei und Abfall Belgiens von Holland. 40. DaS Jahr 1848. 41. Der Krimkrieg, der italienische Kneg und Bürgerkrieg in Amerika. 42 Das Jahr 1866. 8. Geographie. " 1) Der geographische Unterricht ist in der jüdische» Schule ein Hauptfach, weil sehr viele Juden sich dem Handel widmen. Ihre Gewölbe sind mit den Erzeugnissen aller Orte affortirt, ihre Wechsel coursiren in Rah und Fern, ihre Unternehmungen find nicht mehr auf daS Weichbild der Heimath localifirt. Die Erdkunde erfordert 2 Stunden Zeit wöchentlich. Der Eursus ist ein dreijähriger. Für die Kinder vom neunten bis zum elftm Jahre findet kein gesonderter Unterricht statt. Mt ihren dürfrigen Vorbegriffm