Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 42 (17.10.1867)
- Date
- 1867-10-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Ismelitiscke IeKrer. Zeitschrift für die gesummten Jnterefien des israelitischen Lehrerstandes «rd zuglr^h Organ für dm Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waism in Deutschland. J\$ 42 Mainz, den 17. October 1867. (Sivdsvler WSehrntlich 1 Stummer. Vierteljährlicher Abonnementspreis 27 lr. --- 1/4 Lhlr. Bei krantirter Zufmdung unter Kreuzband jährlich 2 fl. IS kr Anzeigen zu 1 Egr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Z-itfragen z»rn Zeitenwechsel. (Schluß.) Wir gestehen die Vollberechtigung der uns gemacht«» Einwürfe zu und wir sind selbst der Ansicht, daß die Förderung der Zwecke der „Alliance" für uns als Deutsche an die Bedingung geknüpft sein muß, daß durch diesen Anschluß zugleich die näheren eigenthümlichen Interessen der deutsäen Judenheit gefördert und gewahrt werden müsim. Das war, soviel uns bekannt geworden, der Gedanke des allg. iSrael. Vereins, der vor einigen Jahren (in Frankfurt a. M.) für Deutschland enichtei werden sollte. Wir wissen aber, daß die Parteizerwürsniffe in Deutschland leider dazu angetban find, jedes gemeinsame Unternehmen von vornherein zu stören und zu untergraben, wie dann aber auch unter den Genossen einer Richtung leider immer untergeordnete Fragen, insbesondere persönlicher Natur sich in den Vordergrund drängen oder auch hinter den Couliffen abspielen. So wurde das Werk vereitelt, das so segensreich hätte werden können, wenn es den Unternehmern Ernst gewesen wäre, wenn mehr energische Hingebung und Opfermuth und weniger Celbflvergötterung und Eitelkeit sie beseelt hätte. Darum würde ein Unternehmen in dieser Form in Deutschland immer wieder vereitelt werden. Ein zahlreicher Anschluß an die „Alliance" aber würde von selbst die Organisation der deutschen Zweigvereine und Ortscomitäs nothweudig machen; es würden sich die Gleichstrebenden finden und auf solche Weise könnte dann das angestrebt werden, was für Deutschland noch besonders zu thun ist. Wir müßten etwa, gleich dem Loarck vk Leputies und den amerikanischen Looiete« «Oräen beuo dsritd) später mit der „Alliance" ein Abkommen treffen, wonach die Beiträge aus Deutschland theilweise im Innern verwendet und nur zum Theil zu den gemeinsamen Zwecken verwendet und nach Paris abgeführt werden. Jedenfalls dürfen wir uns von der Gesammtheit nicht ausschließen, dürfen wir nicht zurückbleiben, wo eS sich um das Ganze handelt; dürfen uns den Vorwurf nicht länger niachen lasten ne dipo on«, ncnbo1? ws’ D^mo. Eine energische, in den gehörigen Gränzen sich bewegende Be ligung an allgemeine Angelegenheiten kräftigt allezeit ftir den engeren Wirkungskreis. Wir erachten es als eine bedeutsame Ausgabe der Lehrer, diejenigen Männer in Israel, bei welchen man eine hiugebende Betheiligung an Jnteresten deS Gesammtjudenthums erwarten und voraussetzen kann, zum Anschluß an die „Alliance" zu bewegen. Die Lehrer sind die bedeutsamsten , Fachoren des geistigen Lebens in den jüdischen Gemeinden : Deutschlands, so sehr und so vielfach auch ihre Stellung I noch beengt und eingeschränkt ist. Nur allein ihrer geistigen ' Kraft, ihrer Energie und ihrem guten Willen kann es gelingen, däS beffere Streben in den Gemeindeangehörigen »nzuregen ' und zur kräftigen Aeußerung zu bringen. Rur von den! Lehrern kann in Deutschland die Bewegung ausgehe«, > die wir im Auge haben, und darum ist auch nur unsere > Zeitschrift, das Organ der Lchrerwelt, der geeignete Sprechsal für die Jnteresten der „Alliance." Wir sind vabei überzeugt, daß der Anschluß an die „Alliance" nicht ohne segensreichen Einfluß auch auf die Gemeinde und den engern Kreis bleiben kann, weil der Blick auf das Große und Ganze jederzeit das Herz erweitert. Wir beabsichtigen jetzt nur eine allgemeine Anregung 1 zu bieten. Wir wollen nur die Leser immer wieder aus das Hinweisen, was Roth thut. Wir glauben, daß darin l die höchste Aufgabe einer Zeitschrift liegt. Wie her Anschluß zu bewerkstelligen und durchzusühren, welche Organisation den deutschen Zweigvereinen zu geben, wie insbesondere die b-deutiamen Jnteresten deS deutschen JUdenthumS zugleich zu wahren lein werden, — das überlasten wir vertrauenSvollst den gewichtigen Stimmen, welche sich in diesen Blättern bereits mehrfach über die Angelegenheiten der „Alliance" haben vernehmen lasten und die, wie wir hoffen, bald weitere energische Schritte in dieser Richtung thun werden. Ebensowenig wollen wir in der Seminarangelegenyeit vorgreisen. Wrr hoffen vielmehr, daß diejenigen .Herren, die diese Sache in ihre Hände genommen haben, bald zur . Einsicht kommen werden, daß nur aus dem Wege, den wie i oben angedeutet haben, die Angelegenheit gedeihlich zu Endr