Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 40 (3.10.1867)
- Date
- 1867-10-03
- Page
- Seite 162 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Versammlung erkennt alle vorgebrachten" Gründe an und beschließt einstimmig, den Sitz des Vereins nach Frankfurt a. M. zu verlegen. Der Präsident zeigt nun die Namen derjenigen Herren an, die sich bereit erklärt, als Verwaltungsmitglieder einzutreten. Es find dies die Herren: Com'ul A. v. Reinach, Leopold Beer (emerit Lehrer der isr. Realschule), Ignaz Creizenach, Kaufmann. und Leopold Dann, desgleichen. D»e Versammlung schreitet hierauf zur Wahl von 7 Mitgliedern für die neue Verwaltung, die zwei andern Mitglieder sollen später gewählt werden. (Nach den vom Hauptcomite vorgele: tenrrvidirten Statuten soll die BerwaUung künftig aus 9 Mitgliedern bestehen.) Es werden demgemäß einstimmig gewählt: die vier obengenannten Herren aus Frankfurt, sowie die Herren: Dr. Rothschild aus Alzey, -Dr. L. Stein aus Frankfurt a. M. und I. Klingenstein aus Ode nheini. Auf den Antrag des Herrn Klmgenstein erhebt sich die Versammlung, um dadurch den zurückgetretenen Mitgliedern des Hauptcomite's für die dem Vereine seither geleisteten Dienste ihren Dank auszudrücken. Die Nachmittagssitzung wird durch die Mittheilung des Präsidenten eröffnet, daß die gewählten Herren hiesiger Stadt, denen ihre Erwählung durch eine Deputation bekannt gegeben wurde, bereit seien, in die Verwaltung einzutreten, mit Ausnahme des Herrn I. Creizenach, welcher bedauere, durch mancherlei seit neuester Zeit eiugetretene, unvorhergesehene Berufsgeschäfte die auf ihn gefallene Wahl nicht annehmen zu können. Herr Dr. Stein kann nicht umhin, vor dem Beginne der Verhandlungen der Versammlung die erfreuliche Mittheilung zu machen, daß folgende Gaben unserer Vereinskaffe zugefiossen seien: Von Herrn Obercommerzienrath Ezechiel L-imon in Hannover 2l fl. - Herrn Salomon Oppenheim in Cöln 29 fl. Herrn Gabriel Worms, ostindlschem Pflanzer in London, 2>» fl. Außerdem übersandte Hetr ZrremiaS RothfelS aus Caffel aus dem Nachlaß seines verstorbenen Bruders Herrn Simorr Rothfels daselbst eine- 3 */ 2 % Hefsrn-Darmstädtische Obligation von 1089 fl. sum eisernen Fonds des Vereins. Dre Versammelten geben Herrn Rothfels ihre warme Theilnahme an seinem Verlust, sowie ihren innigsten Dank 'ür die Gabe durch Erheben von ihren Sitzen zu erkennen. Nachvem der Beschluß, gefaßt wurde, von der Tagesordnung insofern abzuweichen, als zuerst mit der Revision der Statuten begonnen und am Schluß der heutigen Sitzung die"Berichterstattung folgen solle, tritt die Versammlung in die Verhandlung der Statutenremsion ein. Es zeigt sich bei dieser Gelegenheit eins allseitig« und sehr rege Betheiligung. Die verschiedensten, sowohl von der Versammlung selbst ausgehenden - als .von außen eingesanvten schriftlichen Anträge werden sorgfältig in Erwägung gezogen und nehmen darum diese Verhandlungen viel Zeit in Anspruch. Die nach den Beschlüssen der Versammlung nunmehr reoidirten Statuten werden später sowohl durch diese Zeitschrift als auch in besonderen Abdrücken veröffentlicht werden, und wrr glauben daher von einem Eingehen auf. die Details der Verhandlungen hier absehen zu können. Erfreulich war eS für die Versammlung, die neugewählten Mitglieder der Verwaltuung in ihrer Mitte zu sehen. Herr A. v. Reinach war von Homburg, woselbst er sich seit einiger Zeit Gesundheitsrücksichten halber befindet, zur Versammlung gekommen, um wenigstens an diesem Tage derselben beizuwohnen, und die Herren L. Beer und L. Dann waren unausgesetzt bis zum Schluffe der Ber- I sammluna eifrige Theilnehmer an allen Gegenständen der; Verhandlung. Der Präsident begrüßte sie in würdiger An-! spräche und auch wir können darum nicht umhin, ihnen für ihre Thätigkeit, welche sie schon vor dem Beginne ihres Amtsantrittes zeigten, unsere öffentliche Anerkennung und unfern Dank hierdurch auszudrücken. — Am Schluffe des ersten Tages wurde von dem Geschäftsführer Bericht erstattet über den Stand des Vereins, und ergibt sich hieraus, daß der baare Kaffenbestand desselben sich zur Zeit uneingerechuet der oben angeführten neu hinzugekommenen Spenden auf 3250 fl. beläuft, wodurch das Gesammtvermögen mit den baaren Auslagen für die 3. und 4. „Achawa," Ausstände für das laufende Jahr, Werth der eben gedruckten und zur Versendung kommenden „Achawa/ mit AuS- 1 schluß deS Inventars, auf 5000 fl. mindestens anzunehmen > ist. Die Zahl der Ehrenmitglieder beträgt 45, die der! ordentlichen 185. Während der Versammlung haben sich l 7 neue Mitglieder angeschloffen. An Unterstützungen wur-! den seit dem Bestehen des Vereins im Ganzen verabreicht i 065 fl. Aus den Durchschnittszahlen des oben erwähnten i Berichts erlauben wir uns nur Folgendes anzufügen: Wenn s man den gegenwärtigen Vermögensstand nur zu 4500 fl. j rechnet, so ergibt sich für je ein Mitglied 25 fl. Nachdem 1 jedoch von circa 5500 verkauften Exemplaren der „Achawa" - an die, Mitglieder mindestens 700 fl. Rabatt gegeben wurde, wodurch also die Mitgliederbeiträge von 1 Jahre durch den Verein selbst gedeckt wurden; die Gesammtsumme der Mitgliederbeiträge eines zweiten Jahres an Pensionen veri ausgabt ist; zu den obigen 4500 fl. aber wohl ein unproduktives Inventar im Werthe von mindestens 500 fl. uicht eingerechnet ist: so ergibt sich, daß von den Beiträgen > eigentlich gar nichts zu dem acliven Vereinsgrundvermögen , geflossen, sondern dies nur aus Spenden und Erübri-! gungen aus dem Berkauf der „Achawa" erfloffen ist. Die obengenannten 1000 fl. sind hier nicht mit eingerechnet. 1 Der Bericht wurde in seinen Einzelheiten nicht discutirt. Am zweiten Tage wurde die Berathung über die Rej Vision der Statuten fortgesetzt; diese nahm fast den ganzen Tag in Anspruch. — Nachdem die Statuten endgültig fest-; gestellt waren, wurde zur Wahl der noch fehlenden Veri waltungsMitglieder geschritten. Es wurden außer den 6; obengenannten Herren noch gewählt: Herr A. Rothschild in j Frankfurt a. M. und das seitherige Verwaltungsmitglied : N. Marx aus Alsheim. Als weiteres Mitglied, das nach ' den Statuten aus dem Lehrerstande zu nehmen war, wurden die Herren Lindner, Lehrer und Cantor in Würzburg, i und Kahn aus Holzhausen mit gleichen Stimmen gewählt. > Das Loos entschied für Lindner. Nach dem von der Versammlung angenommenen Vor- , schlag des Herrn Dr. Stein soll der Verein in Zukunft! den Namen „Achawa" führen.