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Der israelitische Lehrer · 1867-06-28 · 26 (28.6.1867) · p. Seite 106

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
26 (28.6.1867)
Date
1867-06-28
Page
Seite 106 (sequence 2)
Language
German
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— 106 — Meister sowohl der deutschen wie der hebräischen Sprache, für erstere hat er eine faßliche Sprachlehre geschrieben, in der letzteren wußte er sich mit Leichtigkeit und Eleganz sowohl in gebundener wie in ungebundener Rebe auszudrücken. Von seiner gründlichen Bibetkenntn'ß gibt wohl sein 1V55 erschienenes und in vielen pfälzischen Schulen eingesührtes Religionsbuch glä-zendes Zeugmß Sein Wissen war in jeder Hinsicht ein ungewöhnliches, sein Fleiß unermüdlich. Ungeachtet seines 15jährigen Leidens war er bis zu seinen letzten Lebenslagen in steter. geistiger Tbäligkeit. _ Sein segensreiches Wirken in der Schule wurde Seitens hoher königlicher Regierung mit häustgen Belobungsschreiben und Renumerationen gekrönt. — So hoch E. als Lehrer stand, eben so hoch stand er als Mensch. Seinen Kollegen kam er allezeit mit wahr-, baft brüderlicher Liebe-entgegen. Mit inniger Freude und stets regem Jntereste begrüßte er alle neue Erich sinung^n auf dem Gebiets des Schu'wesens und -der Pädagogik, welche zur Verbesserung deiselben dienen. Der Reform sich zuneigenv, tuldete »ein tief religiöser Sinn jedoch kein Rütteln an der Ueberzkügung eines Andersve kenven; mild und versöhnend trat er ü erall auf. Seiner -Gemeinde war er vertrauter, Rathgeber; seinen Schülern, von denen eine g oße Anzahl in lernen -Weltlheilen einen regelmäßigen Briesverkehr mit ihm unterhielt, warmer väterlicher Freund. — Seinem Sarge folgte eine Menschenmenge, auf deren Antlitz sich mit deutlichen Zügen die Schwere des Verlustes inalte. Alle Verkaufsläden rer Jlra Uten, sowie ein ger ä.r'stlicher Bürger waren' während des Leichenbegängnisses geschlossen. . Am Gralie wurden blos, statt, ein r Leichenrede, dem Wunsche des Veistorben entsprechend, oben erwähnte Personalien voneinem seiner ältesten- Schüler oorgelesen, worauf die Herren Lehrer von Edenkoden ihrem todten Collegen ein streifendes Grablied, sang-n. Vier noch unmündige Kinder weinen um den treflichen Vater; aber GcU. welcher „der Waise aushilst," hat den Trauernden in der edlen Gemeinde Herzen erweckt, die sich der Verwaisten väterlich unnehmen und es bewähren sich somit die alten Worte: „Die Frucht der Todt n genießt der Lebende" und „Das Andenken des Gerechten bleibt zum Segen." Leicht sei ihm die Erde, dem .Edeln, der durch seine warme Theilnahme io vielen belaste en H-'rzen eine Erleichterung gewährte, und Er, dessen ganzes Leben ein Drerklang war von Liebe, Versöhnung, Frieden, . Er ruhe in Flieden! - Bücherschau; Lehrbuch der Erziehung und des Unterrichts von Dr. W. I. G. Curtmann, emer. Direktor de-'' Schullehrer-Seminars zu Friedberg,.Ritt-r'des Kais, Ruff, Stanislaiisorbens und des Groß'.,. Heff Ordens Philipps des G oßmuthigen. Siebente revidllte Austage des Schwur,-Curtmann'schen Werkes - Erster'The>l, die Ecziehungslehre. Zweiter Theil, die Unterrichtslehce, Leipzig und Hewelberg, L. F. W,iter'sche Verlagshandlung. Die Werke von Schwarz sind bekannt und weitverbreitet. Der erste Theil, das Lehrbuch der Erziehung, war schon in seiner ersten Austage ein allgemein anerkanntes, bedeutungsvolles Werk und gebürt zu den vorzüglichsten Erziehun zsschriflen. Seitdem hat, das Buch 6 Auflagen erlebt — und Curtmann, dessen reicher Geist und vielieitiges pädagogisches Wissen Niemand leugnen wird, ist der Bearbeiter. In der vorliegenden Form kann man natürlich es nur noch als das Werk Curtmanns, hingegen das Ursprüngliche, von schwarz Herrührende, nicht mehr erkennen. Der Bearbeiter hat den Ansichten der Zeit iü seiner Weise Rechnung getragen — Für den angehenden Hehrer geh rt d eses Werk wohl zu den belehrendsten; das Studium dess lben kann ihm wohl nicht erlaffen werden. Löschen bericht. O beruh ei m. An der Spitze unseres heutigen Blattes bringen wir einen Nekrolog de» Lehrers Elsässer aus der Hinv der edlen Milchte des Verewigten, Fräulein Dorothea Elsä'ser aus Neustadt a. d. H, die auch unserer Achawa in den 2 ersten Jahrgängen so innige Dichtungen zu widmen die Güte h,tke Es dränst unS nun noch unsrerseits dem Gefühle der Hovachtunz und Trauer für den Geschiedenen einigen Ausdruck zu g-ben. Halten wir leider auch nu' s-Iten Gelegenheit, mit dem Verstorbenen in pe sönliche Berübrung zu kommen, so genügte das doch schon, um den wabrha't erhabenen Charakter deS ManneS kennen u.id schätzen zu t rnen. D>e ganze Erscheinung desselben war bei aller Besehe denheit doch so anziehend und ehrwü dig, daß die mit »hm verlebten Stunden unvergeßlich bleiben. - Es ist erhebend, daran zu denken, daß diese Lehrergröße von einer G meinre auck geschätzt wurde. So ii ß ihm die Gemeinde ihre Lehrerwohnung auch nach seinerPenstonirung und eegänste s sine Pension bis zur vollenfeither bezogenen Gehaltshöhe. Das ist Pielät, rührende Hingebung an den L-hrer E-sässer wir gewiffermassm Autodidact in pädagogischer Beziehung, er -hatte kein Seminar besucht und doch! wie viel oder wie wenige der L--brer unirer Zeit sind lbm gleich!? Heiliges Streb, n. Begeisterung, eine Fülle der Kraft, welche ihn hoch stellte, über vi le Andere, ssibst über manch ,n eingebildeten Besucher der Hochschule, der vielleicht mit Geringschätzung auf den '„Volks! hrer" herabgeschaut hätte. Ist unsere Zeit reich an solchen L-Hrern? O. der „Alten" gibts immer weniger; werden die „Jungen", in Geist, Gemüth und Characler auf den Schultern ibrer Vorgänger stehen? D e Periode des lieber.,angs aus der alten Zeit in die neue, war reich an hervorragenden Geistern, die sich aus der Talmudschule hervorgeardeitet h Uten zur klaren Erkenntniß und in de , Wlffen'chait, IN deren Schule und Synagoge, als Rabbiner und Levrer Erba>nes leisteten. Wird unsere Zeit, in der die Wege geebnet sind, <Ls Erbe diese Cbarak ertreue bewahrend, durch Nacheiferung sie ebren? Uns w ll zuweilen b.si dem «Hinblicke auf die Verluste, die das Judentbum, insb sondere an Größen und solchen ehrwürdigen Geualten in den letzten Jabrnibnten erlitten, ein lähmendes Bangen ergreifen, a S feien di je Verluste unersetzlich, alS fehlten, uns solche Charaktere, als fei unser Geschlecht zu klein für seine große Aufgabe. — Auf der einen Seite — dumpfe Orth dorie; Heuchelei aus der andern — Jndifferentismus. Doch nein! Er schläft nicht und schlummert nicht, det Hüter Israels. Indem ,wir Leh'er zurückoiicken auf solche Kollegen,

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