Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 26 (28.6.1867)
- Date
- 1867-06-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Jsrartitisclic IeKrer« ■ Zeitschrift! für die gesammten Interessen des israelitischen LehrerstandeS! und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Wittwen und -Waisen in Deutschland. Lehrer- J\§ 26. Mainz, den 28. Juni 1867. (Siebenter Jahrgang.) Wöchentlich 1 Nummer. Vierteljährlicher Abonnementspieis 27 Ir. 1/4 Thlr. Lei frankirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 Ir Sn,eigen zu I Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an.! Mit dieser Nummer schließt das zweite Quartal unserer Zeitschrift!, und er- _ suchen wir die geehrten Atonrienten zur Post ihre Bestellungen zeitig aufgeben zu wollen, damit die Zusendung keine Unterbrechung erleide.! N e k r o 1 o g. Am 19. Mai I. Js., verschied zu Edenkoben (Pfalz) der emeritirte Lebrer Mayer Clfäfser. Derselbe war nicht nur in der Pfalz als einer der tüchtigsten Lehrer anerkannt, auch weit über die Grenzen seines Wirkungskreises hinaus hatte sein Name einen guten Klang. Demzufolge düiste eS überflüssig und dem Geiste des Verstorbenen, um dessen erhabene Tugenden die Bescheidenheit we ein Eilberfaden gewunden war, zuwider erscheinen, ihm hier eine überschwängliche Lobrede halten zu wollen. Aber wir können, wir dürfen nicht mit Schweigen den Tod eines „Lehrers in Israel" übergehen, eines Lehrers in des Wortes edelster Bedeutung. Lasten wir zuerst hier einen Auszug seiner von ihm selbst verfaßten Biographie folgen: „Mayer Elsässer war geboren am 9. Sept. 1800.' Sein Vater war damals Königlich preußischer Lotterie- Collecteur, von 1806 an bis zu seinem im Jahre 18 9 erfolgten Tode Königlich bayerischer Lotto-Collecteur. Seine Mutter, ein Biederweib, starb im Jahre 1844 in Evenkoben. Seine Bildung hatte der Verblichene in Fürth erhalten, wo er Talmud studirte, zugleich aber die Bildungsanstalt von Hayman Schwabach frequentiite. Seit dem October 1816 bis 1819 war er Piivailehrer in seinem Geburtsorte Zirndo'f, vom Febr. 1820 — Aug. 1830 zu Mußbach bei Neustadt a. H. Zu diesem Zeitpunkte wurde die israelitische Schule zu Edenkoben rre'i'rt und Elsaster an derselben angrstellt. Im Jahre 1836 wurde er von hoher königlicher Regierung ex officio zum Schullehrer an der dortigen Lateinschule ernannt. Schon bald nach seiner Anstellung hatte die Liebe und Anhänglichkeit zu seiner Gemeinde und Schule so tiefe Wurzel geschlagen, daß er mehreremal 4>em Rufe nach bester dotirten Stellen keine Folge gab. Seine Gemeinde hatte ihm auch unausgesetzt so viele und zarte Beweise der Achtung, Liebe und Erkenntlichkeit gegeben, daß rr. bei jeder Gelegenheit seiner Collegen gegenüber das Psalmwort als seine Devise be zeichir te: „Mein Antheil fiel in's Lieblichei" Im Jahre 1855 wurde er mit einer großartigen Feie: seines 25jähr>gen Amtsjubiläums *)— im buchstäblrchei l Sinne des Wortes — überrascht." „Seit 1852 litt der Verstorbene an einem chronischen Katari h. an Husten und besten Folgen, welche allmählich so entkräftend wirkten, daß ei: sich genöthigt sah, im Oer. 1862 seiner Stellung als Schreiblehrer an der Lateinschule zu entsagen und im Dec. 1864 seine Pensionirung nachzusuchen, welche alsbald von hoher königl. Regierung gewährt wurde." „Wieder nahm die edle Gemeinde mit herzlicher Freudigkeit die Gelegenheit wahr, soviel in ihren Kräftenstand, Vorsorge zu treffen, daß. ihrem geliebten und sie liebenden Lehrer und bewährten Freunde der trübe Abend seiner Lebens**). möglichst erheitert werde-" .... Soweit seine eigenen Worte. Wir aber wollen jetzt eine schwache Schilderung seines Charakters und Wirker« als Mensch, als Lehrer, versuchen; möge der Verewigte öS uns verzeihen, daß wir seine vortrefflichen Eigenschaften, die er immer mit der größten Bescheidenheit zu erfüllen bestrebt war, an's Licht ziehen. — Ja, er verstand es, zu belehren, daS kindliche Gemüth zu fesseln und zum^enkt anzuregen l Welch' reichen Schatz von! Kenntnisten auf pädagogischem Gebiete barg die schlichte! Hülle! Er war esn *) Er hatte sich bei dieser Gelegenheit sehr schmeichelhafter . schreiben von ausgezeichneten Persönlichkeiten, u ä. vom damäli königlichen Landcommissäre, Freiherr« von Freiberg. zu erfreuen. **) Er war seit >0 Jahren verwittwrt ^-'■* Hauswesen und die Erziel ung seiner Kinder er oft äußerte: „Ich muß mit väterlichem paaren, damit meine Kinder daS Mutierherz und hätte demnach ollen: zu leiten, wo Ernste, mütterlich« nicht missen " 1 I 1