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Der israelitische Lehrer · 1867-06-14 · 24 (14.6.1867) · p. Seite 99

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
24 (14.6.1867)
Date
1867-06-14
Page
Seite 99 (sequence 3)
Language
German
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99 man so verläumderisch angellagt hatte, ihr ungesäuerter Passah -Brod mit dem Blute der Pater Lhomar geknetet zu haben, waren für meine ReligionSyenossea heilige Worte, und am andern Tage, Sam-tag, vereinigten sich bet meinem Eintritt in den Tempel die Segnungen aller Frauen für mich mit den Grüßen der Männer. Damm, meine Herren, gründen wir im Orient Knaben- und Mädchenschulen. Aber wir erhalten diese Gründung nur durch die Unterstützung unserer Subscribenten. Als unser Schatzmeister Ihnen seinen Bericht vorgelesen hatte, habe ich Jhnm gesagt, daß er Anspruch auf die Börse eines Jeden mache. Ich erneuere diesen Anspruch. Wir bedürfen Geld; wir bedürfen Unterschriften zur Unterstützung unseres Werks. Wir haben kaum fünf tausend und bedürfen zehn tausend, ja mehr noch. Und besonders ist es die Bevölkerung von Paris, an welche ich mich wende. Wie? Constantinopel, Amsterdam, Livomo, Copenhagen, alle liefem uns im Berhältniß zur Zahl ihrer -jüdischen Bevölkerung mehr Subscribenten, als Paris? Paris soll sich eilen und zahlreiche Mitglieder mögen zur Unterschrift sich melden l Reiche, denen Gott Vermögen verliehen hat, womit ihr den Segen eurer Beihülfe auf unsre heilige Unternehmung ausgießen könnt, kommet zu uns, daß eure Freigebigkeit uns unterstütze. Und ihr Arbeiter, die ihr einm Pfennig zur Erhebung Israels absparen könnt, wendet uneuer frommes Almosen zu. Almosen ist der Gottespfennig. Almosen geben von dem Pfennige, welchen ihr an euerm Wochensohne absparet, heißt Gott selbst den wohlgefälligsten Weihrauch spenden. Unterschreibet und Jeder, welcher unterschrieben, verpflichte sich dem Vereine noch ein Glied mehr zuzuführen. So lasset uns eine Kette bilden, deren erster Ring im Himmel liegt. Helfen wir Alle zur Emancipation unserer Brüder, zu ihrer Sicherheit bettragen. Saget, wo gibt es eine schönere Aufgabe, die wir erfüllen könnten! Und fürchten wir nicht, daß unser Unternehmen mißlinge. Es hatte ursprünglich einm kleinen Anfang; sehet, wie ausgedehnt es heute ist. Wisset ihr, was ich in dieser Bereinigung erblicke? DaS jüoische Volk selbst. (Schluß folgt.) Al;ei, 5. Juni. Die „Patrie" veröffentlicht in ihrer Nmnmrr vcm 30. Mai folgende „die Religionsverfolgung in Jassyüberschriebene und betreffende Eorrespondenz Cremieur': Paris, 27. Mai. An den Herrn Hauptredakteur der „Paine". Mein Herr! Vor vier Tagen daben Sie zuerst, ohne jetoch daran zu glauben, so unglaublich erschien Ihnen die Sache, vor der durch Bratiano, dem Minister des Innern, gegen die Jsraetüen der Moldau anzestiitete Verfolgung Mittheckung gebracht. Ich ersuche Sie nun, folgenden Depeschen, welche ich von mein n ungtücktichrn Glaubensgenossen empfangen habe, die Spalten Ihres Blattes zu öffnen. Der Bericht über diesm inederträchrigen Angr.ff auf eine wehrlose Bevölkerung wöge gegen dessen U Heber den öffentlichen Unwillen wachrufen. Am Donnerstag, 22. Mai 8 Ubr Abenderhielt ich von Sereth folgentes Telegramm: He. Ätoph Eremüur in Paris. Der Minister des Innern Branano gebt., in einem an die Präfekte gerichteten Rundschreiben, längst nicht mehr in Anwendung gekom r.enen, ja sogar durch d;e Veriassu g und das n-ue Eioil-Gesehbuch aufgehobenen Gesetze» und Verordnungen eine falsche Aurlegung und befiehlt die soii:,ti;e Austreibung all.r unserer Glauoeusgenossen aus den Pachten, WirtyShäusern und Schenken der Dörfer und vernichtet , in Nichtachtung deöffentlichen und Privat-Recht-, m t Einem Federstriche die Verträge, welche die Regierung für d« Staat-- wie Privat-Domänen mit den israelitischen Plicht« k geschloffen hat. Derselbe Minister hat kürzlich seine Ankunft in Jassy dur h einen noch grausausameren Befehl gekennzeichnet, indem er dir Polizei, unter dem Vorwände de- Dagabundiren-, eine Razrt» auf die Juden zu veranstalten vorschreibt, und die Polizei fpd I unter den Augen de- Ministerfeit einigen Tagen in den Straß« t zahlreiche Massen Juden auf, ohne irgend eine richterlich« Eor» trole, wirft sie ohne Unterschied de» Stande- und Alter-, m t einer unerhörten Brutalität in Fesseln und läßt sie durch Soldaten jenseitder Donau tran-porriren. Diese» traurige Schauspiel, einerseits von dem Gelächter d » Pöbel-, andrerseits von dem Nothschrei begleitet, den die Frau» und Kinder unserer unglücklichen vertriebenen Glaubrn-genvss» gegen den Himmel au-stoßen, wiederholt sich in jedem Apge»« blicke in den Straßen Jassy'» und nimmt von Tag zu Tag ei te drohendere Ausdehnung an. Angesichts - einer solche« von B i* nister Bratiano au-zeqangenen Verfolgung, Angesichts der Ars» wiegelungen einiger Partei-Häupter, um den Fanatikmu» teS Pöbel» wach zu rufen, finden wir unS von einem allgemein en Mordangriff bedroht. Wir rufen Ihren Schutz an und Jbitic* Sie in der Ihne» geeignet erscheinenden Weise zu unseren G>;■» sten einzulchreiten, um Ihre unglückliches Glaubensgenossen Jaff >'< dem sie bedrohenden traurigen Geschicke zu entreißen. Diese Depesche wird von Sereth au» an Sie gelangen, da deren Uebersenrung direkt von Jassy aus nicht möglich ist. Di« israelitische Gemeinde in Jassy. | Ich war in Pari» nicht auwelend. Die Depesche wurde an Htrrn Eugen Manuel, Biceprästdenten der Alliance isr. pm. übergeben, der folgmden Tag», Sonnabend 8 Uhr Abend», in meinem Zimmer da» Hauptcomite zusammenkommen ließ. Gle ich» zeitig begab er sich mit Herrn Julius Carvalbo zu den M oistern des Aeußekn und Jnnnern. Eie überbrachten unsrer 4 Versammlung die Antworten der beiden Minister, welch« ihre Ts eil, »ahme zu erkenne.» gaben und sich beeilten, sofort energische In» struttionen an den General-Eonsul in Bucharest ergehen zulasse». In demselben Augenblicke 9 Uhr Abenderhielt ich ei» zweite- Telegramm folgenden Inhalt»: 25. Mai 2t Uhr A>d». Seit unserm letzten Telegramme hat sich der Zustand vrrschlirn»' mert. In alle« Straßen hört man nur Nothschrei, welchen di« Frauen und Kinder der armen Vertriebenen ausstoßen, Man fährt fort aus un» Jagd zu machen. Man wirst Greise and Schwache in Ketten und schleppt sie erbarmung-lonach ei «e« unbekannten Orte der Verbannnung Alle unsere Aufforderur gen an die Behörden,, die Gesetze in Anwendung zu bringen, I »erden zurück^ewiefen. Man reizt den Pöbel auf, uns zu vernichten. Nur eine schleunige und wirksame Hülfe könnte unS vrr der schrecklichen Katastrophe retten, welche un» bedroht. Unsere Blicke sind aus. Sie aer.chtet, hochgeehrter Glaubensgmosse. Ritten Sie, retten Sie Ihre unglücklichen Brüder der Molda». Die israelitische Gemeinde in Jassy. ' Beim Lesen dieser herzzerreißenden Mitthcilung war unsere Bestürzung groß. E-nstimnng beschieß das Eomite, daß ich mich zum Kaiser begeben solle. Ich richtete sofort an den Herrn Herzog von Bessano eine Depesche und bat ihn, für mich bei« Kaiser auf den folgenden Tag, Sonntags, eine Audienz zu bewirken. Sonntag früh wurde ich zur Audienz in dm Tu, erim aus 1 Uhr Nachmittagberufen. Ich babe den Ka ser ge ehen. Das Trauerspiel war ihm vollständig bekannt. Er hatte De» p schm ea pfangen, welche mit den meinigen gleichlautend waren. Ich theilte ihm die letztm mit, die Einz lheiten waren ih n bekannt. Ich fand den Kaiser ebenso aufgebracht, wie erstaunt. Indem ich ihm sagte, daß seine Minister bereitdie Jmtiatwe i

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