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Der israelitische Lehrer · 1867-06-07 · 23 (7.6.1867) · p. Seite 93

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
23 (7.6.1867)
Date
1867-06-07
Page
Seite 93 (sequence 5)
Language
German
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93 Feuer ein düstere« Licht. Aber die Zeit der religiösen Verfolgung ist vorüber. Alle gebildeten Länder weifen sie zurück, und die Bildung dehnt ihre Herrschaft täglich weiter au«. Bei jedem Schritte, welchen sie vorwärts thut, kommt ein Vorurtheil zum Falle. Sehen Sie I in jenem Rumänien, da«iso viele Elemente des Fortschritt« in sich schließt, und von denen, wie wir sahen, 35 junge Männer mit so viel Edekmuth gegen Worte de« Fanatismus protestirt haben, wird bald der Tag kommen, an welchem die Israeliten ihre bürgerliche und politische Gleichstellung werden verkünden hören. Dafür bürgt uns das Wort des ^Fürsten, wie auch die edelmüthige Sympathie, welche sich in jener Versammlung der Mehrzahl aller Volks-Repräsentanten kund gab, wie auch das öffentliche Benehmen jener jungen Rumänen, der Männer der nächsten Zukunft. Die menschlichen Dinge, das ist nicht zu leugnen, erfordern Geduld. Ach! wer hat mehr Geduld gezeigt, als die Juden? Gott selbst hat ihnen dafür ein großes Beispiel gegeben: er hat sechs Tage für die Schöpfung der Welt angesetzt und hätte, sie wie daS Licht erschaffen können, mit Einem Worte: „Es sei die WeltI" Was ist aus uns würdigen Kindern Israel geworden! Die Jahrhunderte sind über uns weggeichritten, nicht umgänglich, verfolgungssüchtig, und nur Vernichtung und Henker zeigend. Aber obgleich erniedrigt, haben wir uns doch wieder erhoben; obgleich verfolgt, verkündeten wir die Einheit Gottes; obgleich gestürzt, ersetzt n wir durch Arbeit wieder den Verlust unsrrs Vermögens; die G storbenen hinterlüßen Nachfolger, welche ihren Tod beweinten und ihr Leben mit demselben Ruse fortsetzten: Die Einheit Gottes. Die Juden, einst frei und mächtig in ihrem beschränkten Reiche, waren in die erniedrigendste' Knechtschaft qerathen. und doch haben sie, als im Ebenbside Gottes geschrffen und als Ahnen jener Christen, wou denen sie alle diese Gewgltlhaten erduldeten, Nichts an sich, was sie als der Verachtung werth bezerchnete. Und in der That. meine Herren, Sie sehen hier Christen und Juden zusammen, wer würde das unterscheiden, aus die eine Seite die Christen und aus die andere die Juden stellen können? Meine Freundei Man muß uns unterscheiden Hören Siel Die Juden müssen streben, die ersten zu werden, die besten Bürger zu sein. Unser Wahlspruch muß sein: Arbeit, Ehre. Arbeit ist das Leben des Menschen, seine Schwäche, aber auch sein Ru m. Die Schrift sagt: Im Schweiße -deines Angesichts sollst du dein Brod essen. Geben Sie diesem Ausspruche keine falsche Deutung Obne Arbeit, kein Erfolg. Durch die Arbeit Brod, Nahrung für den Leib und den Geist. Seien wir arbeitsam und, indem wir bewundern, was das Genie der Menschen unserer Tage vermag, ehren wir die Arbeit, welche dem Boden seine Ernte, dem Geiste seine Eingebungen, dem Künstler seine Wunderwerke und dem bescheidenen Arbeiter sein tägliches Brod schafft. Die Ehrei o daß dieses heilige Wort uns doch immer vor Augen seil Es schließt Alles ein, was den Menschen erhebt und veredelt. Sie besteht nicht nur in dem Ruhme auf den Schlachtfeldern, wo das Blut der Juden mit dem der Christen zur Vertheidgung des Vaterlands sich mengt. Ich sehe hier auf Ihrer Brust das Zerchen, welches Sie würdigt, und wir würden unter uns mehr als Einen Krieger, mehr als Einen Tapferen jungen Mann zeigen können, von denen jene uns de nen Männern Munk Siege des ersten Kaiserreichs in« Gedächtniß zurückrufen, diese ihren Ruhm in dien neuen Siegen hrrvorgethan h rben, und gleich groß sind wie die früheren, und demselben Stamme angehören. Kein Ruhm fehlt uns, und unsere bürgerlich^ Existenz zählt kaum 60 Jahre Man findet unS in allen Berufsarten deS Leb-nS. Alt wir Halevy verloren, verlor das Institut eine seiner Gröjen. , Die Trauen über seine« Tod war eine öffentliche, u id da« Institut zählt noch mtcr sei» und Franck Aber ich i oill Niemand stennen, sie sind da in unserer Nähe, wir haben unfern Antheil, und ick t>ill bescheiden sein- I Ehre gibt es auch im Inneren unserer Häufelt. Sehen Sie unsere Frauen I Wie hingebungsvoll sind' sie für daS Glück ihrer Männer, f ir die Erziehung ihrer Kint er! Wie anmuthig und rührent ist ihre Tugend! Ein az gehende» Vorbild für unsere Töj'er. eine angenehme Zuflucht für ihre liebliche Offenheit! Die jüdische Frau ist in Mitte vieler noch neuen Welt daS Geläß her Reinheit, wcv»P die Schrift redet. unser Wahlspruch welcher ihnen Vorkommen^ wo diese Arbeit, Ehre, o daß sie immer seien und die Juden den Weg lortsetzen, gezeichnet ist. Der Augenblick-wird bald religiösen Beziehungen strlaybru Sie, ratz ich so rede) nur noch in der Erinnerung vorhanden sind, wo im französischen Volke Jeder dem Andern a>s Franzose gilt, u rd die Re igion di« Angelegenheit j des Einzelnen zwischen ihm und seinem Gotte ist. W'e ist doch jetzt schon^ meine Herren,, in so kurzer Zeit Alles so verändert AlS^ich Kind war, — eö lind zwar schon v'cle Jahre her, >enn ich zähle bald 71, — doch waS bedeuten diese in der (rrotoffit by: WeltH Ich k mute da» malS die Straße meine: Vaterstidt nicht tmrcksckreitkn, obne einige Beleidigungen e nzuärsnten. Welche Kämpfe habe ich mit meinen Fäusten dn chzeiocht nl Und hören Sie! wenige Jahre später machte ich meine S'udicn in Paris, und als ich 18 l 7 nach NimeS zurückk.hrte, nahm ich meine Stelle im Ba-reau, und ick uar süx Niemand ein Juw. Ick sah bald zu meiner großen Freude Juden Hohe Stellen einnehmen. Ja, ick sage es Jbneji, meine Herren, ick bin stolz auf die Juden, und mm muß mir dieses Gefühl dtS Stolzes vergeben, denn als ick Ki d war, galten sie für nichts, und, je ättcr ick wurde, fab ick sie voll Eis r, »oll Mutb, thätig, als ante Bürger, als b auchbhre Me-fchen, sab ich Pie sichln allen Beruisarten eine hohe Stellung versh -sse'', ihre Namen ertönen uister den schönsten, sick rühmt. Wenn ma i lo sckctl und so geuwart erobert, wie slwn rvf kk da die Zi Meine Herren! T e Alliance ha' eine deoeutende Rolle in diesem Streben nach Fortschritt. Sie l ai sich jene Aufgaben gestellt, dm'n ft: sich!mit em-T unbegrenzten Op'erwilligkeit hingibt und für welche sier die folge erzielt: „Sckntz der Juden qegoderUngerecktigkeit, Erhebung d. Unterricht. Ihr wob' hätzg-r Einfluß genblicke schon eine wirkliche Mackst. Ustheilen Sie darüber nach einigen Thatiachen: Z> Salonichi beklagen sich die Juden darüber, daß uan von ihnen Fiohndienste fordert, hörte ich deren ur.ser Land gut sich die Geifünft! ■ glücklichsten Ern Verfolgung r Juden durch ist in diesem Au- *) Jetzt auch leider gestorben. D. Uebersetz. 1

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