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Der israelitische Lehrer · 1867-05-23 · 21 (23.5.1867) · p. Seite 83

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
21 (23.5.1867)
Date
1867-05-23
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
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83 unter günstigen Umständen in einem gesonderten Locale vor sich, oder wenn nicht ander« als in bömsekhen Raume sich nur stets an einen einzelnen Schüler wendend, so kann dieser Mitunterricht den Tang des Hauptunterrichtes durchaus nicht geniren. Gehen wir nun zu den Fächern über. II. Fächer. 1. R e l i g i o n. ^.Leitende Grundsätze. Der Religionsunterricht ist der wichtigste Gegenstand in der Schule. Denn er soll das Kind mit den Grundwahrheiten de- Judenthums bekannt machen, es mit Liebe und Treue gegen Thora und Glaub«, gegen Nation, Gemeinde und deren religiöse. Institution« erfüllen; er soll dem Materialismus der Zeit entgegenwirken, über deS Menschen Höchstes dem Verstände, soweit es thunlich, klare Begriffe schaffen, das sittliche Gefühl beleben uud bilden, aber auch jüdisch-religiös machen, und das Kind endlich in dm Hauptelemmten des jüdischen Cultus unterweisen. Obgleich dies Ziel selten erreicht wird und die ReligionSzustände der Gegenwart den ganzen Werth des Religionsunterrichtes fraglich machen könntm, darf sich die Schule von dieser traurigen Erfolglosigkeit doch nicht um ein Haar breit beirren lassen und durch Pentateuch und Tesilloh, Religionsbuch, biblische und jüdische Geschichte, durch geeignete Lesestücke, Schulandacht, Synagoge- und Schulzucht den Religionsunterricht pflegen. Das wirksamste Mittel liegt in der Person des Lehrers, in deffm Gesinnung und Wandel. Religionsunterricht in der Elementarklasse. Hier bildm biblische Geschichten, Gebetchm, Bibelsprüche, die zehn Gebote in Ursprache und Uebersetzung, das Gefühl bildende Lesestücke religiösen Inhaltes, hebräisch Lesen, Bo cablen, Schreibübungm jüdischer Druck- und Schreibbuchstaben das Gebiet des Religionsunterrichtes. 1. Biblische Geschichte. Sie bildet die Grundlage des Religionsunterrichts in der Elementarklasie. Der Cursus ist dreijährig, auch die Jüngstm nehmen daran Theil. Bis die Kinder die Fähigkeit erlangt, mit einiger Geläusigfeit lesm zu können, ohngefähr bis zur Mitte des zweiten Jahres, lernen sie aus den Erzählungen und Fragen des Lehrers, wie aus dem lautm Borlesen oder Antwortm der Fähiger« ihrer Klaffe. In diesem Cursus sind an 30 Geschichten: von der Schöpfung bis zu Moses aus Flehinger, oder einem andern Merkchen, das seinen Stoff ähnlich gefaßt und in bildender Sprache vocgetragm hat, durchzunehmen. Die Geschichtchm in Hästers Fibel enthalten zu wenig, als daß sich das Kind aus diesen Sätzchen ein Bild machen könnte. Die Geschichte wird zunächst in ansprechender, faßlicher Weise vom Lehrer erzählt, und durch einfache Fragen klar gemacht. Dann wird gelesen. Beim Lesen wird jedoch so lange verweilt, bis jeder nicht selbstverständliche Ausdruck verstanden, jeder Satz aufgefaßt, und die Geschichte, lautrichtig, wohlthuend und mit sinngemäßer Betonung gelesen wird. Dies schon in der Elementarklaffe. Der Inhalt wird durch diese Anforderung natürlicher angeeignet als durch AuSwendiglemen. Für dm Zeitaufwand zu dieser Gründlichkeit wird durch Beschränkung anderweitiger Leseübungen entschädigt. Bon der Mitte des zweiten Schuljahres ab figurirt Flehinger als Lesebuch. Hierdurch wird der Forderung, daß alle Bildung nur an werthvollem und behaltmSwerthem Stoffe erworbm werdm müffe, weit eher genügt, als wmn die kostbare Zeit mit Lesestücken über Küche, Keller, Schlafzimmer, Lösebuch, Schreibtafel, die Mühle rc — lauter selbstverständliche Dinge — verbracht wird. Um Mannigfaltigkeit in da» Einerlei zu bringen und das Vorstellungsvermögen auch mit Stoff auandern Gebietm zu bildm, wird mitunter von den Fähigsten aus gutm Lesebüche« vorgelesen, wie wir weiter zeig« werdm. j ' Wochenbericht. Harburg in Hannover 3. Mai. Wenn ich, nachdem ich den ersten Theil des Artikels in Nr. 3 des »Israel. Lehrer", mit der wahlberechtigten Entrüstung beantwortet batte, nicht Ihrer Aufforderung nachgekommen bin, auch auf dm zweit« Theil in Nr. b zu erwidern, so geschah das auS dem einfachen Grunde, weil ich erst Erkundigungen einziehen mußte, ob Ihr Korrespondent in dieser Beziehung recht habe oder nicht. Ich konnte aus eigener Erfahrung das nicht wissen, da ich nie daS Seminar zu H. besucht habe, indem dieses erst errichtet wurde, nachdem ich schon reichlich 7 Jahre im Amte war. Auch da» Verhältniß zu den Herren Landrabbinen konnte ich nicht sofort als ein irriges, zurückweisen, oblchon ich, der ich bereits seit 28 Jahren angestellt bin, nie darüber zu klagen hatte. Hr. Dr. Meyer speziell hat stch mir gegenüber zu fever Zeit und bei jeder Gelegenheit mehr als Freund wie alS Vor». gesetzter gerirt. Doch wollte ich auch hierüber ein einseitige- Ur» theil vermeiden, besonders da ich die anderen Land-Rabbinm, wie auch ihre S'ellung zu den College», fast gar nicht kenne. — Zu meinem Bedauern muß ich nun von competenter Seite erfahr«, daß die Auslassungen in dem zweiten Artikel vollkommen der Wahrheit entsprechen sollen; daß die Verhältnisse-der hannoverschen Lehrer, in Betreff des Seminar- und der Stellung gram die Landrabbinen, wirklich so beschaff« sein soll«, wie sie Ihr Correspondent skizzirt! — Was ist dabei zu thun? — Ich komme bier zu einem andern Schlüße, wie jener Correspondent. Nicht weil die Verhältnisse s o sind, konnte bislang ein Hannover'scher Lehrerverein nicht gedeihen; sondern weil die Hannoversch« Lehrer nicht an dem, nuumehr zum dritten Male confti» tuirten Verein theilnehmen, ist ihr Verhältniß noch immer so, wie es wohl vor3n—t«> Jabren gepaßt hat, aber der jetzig« Zeit nicht mehr angemessen ist! Das! ist aber die Strafe des Jndifferentismus, die seine eigen« Träger trifft. Der »«gegründete Verein will ja gerade seine Mitglieder zu dem mach«, was sic sein sollen, und wer das ebm nicht will, bleibt uns fern; er bat es sich aber selbst zuzuschreibcn, wenn er von den Herren Landrabbinen nicht als Lehrer, sondern als Knecht und Sklave behandelt wird. — Wer aber zu beurtheilen weiß, säume nicht, st diesjährige Generalversammlung am stattfinden wird, anzuschließen; auch dsrrch persönliche» Erscheinen dort zu bezeug«, daß er ein lebendps Glied des Ganz« sei und auch bleiben will.; Hakburz am 6. Mai 1^17. seinen Standpunkt richtig ch unserm Verein, deffm t2. Juni in HildeSheim London. Dtr Londoner Ju umfaßt, dem bb. Jahresberichte zufolge, nen in Europa, Asien und Afrika, 131 Missionen, und hat ein jährliches Einkomm« von 43,000 Pfund Sterling. Im ver» stoffenen Jahre hat der Verein 35,4p 4 Psd. verausgabt und damit 60 erwachsene Juden bekehrt/ darunter eine ÜOjäbrize I. S. Fleischhacker, denbekebrunasverein gegenwärtig in 33 Stativ»

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