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Der israelitische Lehrer · 1867-04-25 · 17 (25.4.1867) · p. Seite 66

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
17 (25.4.1867)
Date
1867-04-25
Page
Seite 66 (sequence 2)
Language
German
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66 noch, wenn das Princip durchgeführt ist, bedürfen wir der Religionslehrer in den Gemeinden! Die Rabbinen hatten zum Theil wohl dieses Bedürfniß erkannt; aber eigenthümliche Verhältnisse führten einen Zwiespalt herbei, und der Gegensatz zwischen Geistlichem und Lehrer wurde oftmals auch ip die jüdische Gemeinde hineingetragen. Es ist die Aufgabe der Gegenwart, diesen Gegensatz auszugleichen, als gar! nicht vorhanden zu constatiren. Der Lehrer hat als solcher den Rad'inen zi unterstützen, auf daß derselbe seinem erhabenen Berufe auch über die Mauern seines Wohnortes hinaus genügen kann. Der Rabbiner aber, dem ein höherer Grad von theologischer und wissenschaftlicher Bildung innewohnt, müß finden, daß sein Thun ohne tüchtigen Jugendunterricht der Grundlage entbehrt; er muß in dem ihm zugewiesenen größeren Kreise vor Allem darnach streben, daß die Bilvung und die würdige Stellung der Lehrer die erste und hauptsächlichste Sorge der Gemeinde werde. Das.ist seine nächste u höchste Aufgabe. Nach dieser etwas langen. Einleitung kommen wir auf den eigentlichen Gegenstand, den wir zu besprechen haben, auf Stellung und Aufgabe des Lehrers in kleineren Gemeinden. (Fortsetzung folgt) Wocbenbericht. Alzey. Alliance ura^lhe univeraelle. (Fortsetzung ) Es fehlt nur noch, daß die Mittel unserer Thätigkeit det7 Wichtigkeit unserer Aufgabe entsprechen. Niemand hat nöthig, dafür sein Vermögen zu opfern, aber jeder, der es vermag, ist schuldige sich dafür zu interessiren. Daru>n sollte jeder Israelit ein thäti .er und eifriger Genosse unsers Vereins werden un' .diesen zu jeder Zeit und an allen Orten auszubreiten suchen. Wenn wir auf diese- Weise die Israeliten aller Länder mit uns vereinigen, io können wir das Bild einer «roßen Familie darstellen, welche über die Erde zerstreut, alle Kräfte des menschlichen - Geistes, alle Anstrengungen der Wissenschaft und alle Hilfsmittel der Moral benutzt, um die Lage ihrer Mitglieder zu verbessern , und welche, in Mitte der Völker sich zum Vorbilde der sittlichen Höhe erhebend, wofür wir die Lehren der Vorväter erhalten haben, durch ihre Zerstreuung dem Fortschritt der Menschheit dient. Das! ist die Aufgabe des Judenthams, sie zu erfüllen, dafürist die Alliance gegründet worden! „—" Dieser Rede folgte der Rechenschaftsbericht des Schatzmeister S, Hrn. E. Levi Alveres, und zwar dieses Mal nach vorausgegangenem Beschlüsse für 16 Monate (15. Mai 1865—30 September 1866). Die Einnahmen belaufen sich auf 36,735 Frcs, die Ausgaben auf 6,508 Frcs. 52 C. Am 15. Mai 1865 betrug das Vermögen der Gesellschaft 27,363 Frcs. 50 C., am 1)0. Septbr. 1866 44,192 Fxcs. 33 C., dasselbe ist also um 16,628 Frcs. 83 C gewachsen. Die Stiftung zur Unterstützung de: jüdischen Wissenschaft hat vom konnte in Baranquilla 213 Frcs. 50 E. empfangen, hat also mit Hinzurechnung der Subscription des Hrn. Alb. Eohu und des Jahresbeitrags der Wiance ei» Gesammtkapital von 619 FrcS. 50 E. erreicht. Die Zahl der Mitglieder betrug am 15. Mai 1865 3,900 und am 30. Sept. 1866, nach Abzug der Gestorbenen und Ausgetretenen, 4,610. Auffallend indeß ist, daß von Mitglieder'oeiträgen von früher 9,057 Frcs. und von 1866—28,671 Frcs. 40 C, im Ganzen also 37,818 Frcs. 40 C., rückständig sind. Mit Recht nimmt sich die Alliance vor, die Beiträge in Zukunft regelmäßiger und ^eifriger einfordern zu lassen. Der ausgezeichneten Schlußrede des abtretenoen Präsidenten, Hrn. Cremieux, welche nun folgt, werden wir den ausführlichen Bericht über die Lage der Inden in Serbien vorangehen lassen. Die Lage der Israeliten in Serbien. So heißt eine kleine Schrift, welche die Alliance neulich veröffentlicht hat. Wir lenkten bereits die Aufmerksamkeit unserer verehrten Leser darauf und nehmen unserem Versprechen gemäß nunmehr Gelegenheit, in unseren Mittheilungen aus derselben uns ausführlicher zu verbreiten, als es uns damals vergönnt war. Es ist von Interesse, zu erfahren. wie der Süden und Norden des aufgeklärten Europa sich in der Bedrückung der Juden die Hand reichen, indem in der jüngsten Z--it die öffentlichen Blätter Gelegenheit fanden, auch die trübe Lage der Juden in Mecklenburg zu besprechen. In jener Schrift der Alliance heißt es nun über die Lage der Juden in Serbien: Die Israeliten Serbien's stammen von jenen Israeliten ab, welche, gegen das Ende des fünfzehnten Jahrhunderts aus Spanien verjagt, nach der Türkei auswanderten. Hier immer nach dem Norden gedrängt, wählte eine große Anzahl derselben Wahnitz in Belgrad. Schon einige Jahre nach der Eroberung dies r Stadt durch die Türken, spre- ^chen die Geschichtsschreiber van einer israelitischen Gemeinde, welche sich dort gebildet hatte. (Engel, Geschichte Ungarn's). In den folgenden Jahrhunderten muß diese Gemeinde besonders blühend gewesen sein, denn es sind Beweisstücke vorhanden, durch welche der große Reichthum einzelner israelitischen Familien bestätigt wird, unst die glaubwürdigsten Geschichtsquellen bezeugen, daß weder ihre moralischen, noch religiösen Zustände vernachlässigt waren An der Spitze der Gemeinde in Belgrad stand sogar ein Ober-Rabbiner, dem mehrere andere Rabbiner untergeordnet waren, und es waren dies Männer von wahrhaft großem Rufe. Dieselben Ge'chichtsquellen bezeugen auch, daß unter der türkischen Herrschaft die Juden ohne irgend welche Beschädigung überall Mruadeigenthum besitzen durften und b saßen. Als im Anfänge dieses Jahrhunderts, unter der Regierung Kara - Georg's, -Serbien seine Unabhängigkeit von der Türkei zurückverlangte, änderte sich die Lage der Israeliten. Man kämpfte, für die hohen Prinzipien des Rechts und der Freiheit, aber nur die Christen erlangten Freiheit und Rechte, die Juder^ Nichts. Die Lage der Huden änderte sich, als Fürst Milosch- Obrenowicz den Kampf für die Freiheit Serbien's aufnah«. Dieser ebenso aufgeklärte als Helden müthige Fürst, der die Sclaverei in der Nähe beobachtet hatte, fühlte den Druck ihrer Ketten und wollte nicht, daß irgend einer der Freiheit entbehre. Er suchte sein seit Jahrhunderten unterjochtes Volk an die Handhadnng der Freiheit zu gewöhnen; er be>-

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