Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 17 (25.4.1867)
- Date
- 1867-04-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Zeitschrift i für die gesammten Interessen des israelitischen Lehrerstmidcs und zugleich - v V r Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen'nnd -Waism in Deutschland. M 17. Mainz, den 25. April 18^7. (Siebenter Jahrgang.) - L'öchenllich I Nummer. Vierteljährlicher Abonnementsprei» 27 lr. 1/4 Thlr. Bei srankirter Zusmdung unter Kreuzband jährlich 2 si. 12 kr. Anzeigen zu 1 Lgr. die Petitzeüe. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Stellring und Aufgabe des isr. Lehrers in den kleinen Gemeinden. Von L. R. - I (Fortsetzung) Die Rat bim n der Neuzeit haben einen ebenso erhabenen als schwierigen Beruf, und eS kann nicht geleugnet werden, daß insbesondere diejenigen unter ihnen, die im Ansang dieses Jahrhunderts sich diesem Amte widmeten, die den Komps des Alten mit dem Neuen aufgegriffen und verfolgt?>oben, und die jetzt theilweise im Amte ergraut, theilweise chon rom Schauplätze abgetreten sind, im Großen und Ganzen ihre Ze 1 und Aufgabe begriffen und Großes vollbracht haben. Es zählte dieser Stand viele edle und große! Männer, die die Erhabenheit ihres Berufes würdig erfaßten und segensreich wirkten in ihrem Kreise und weit darüber hinaus durch Dort und Cchnft. Wenn auch die Wiffenschaft des Judenthums vielfach von Männern besrnders gepflegt wurde, die äußerlich diesem Stande nicht angehörltn und nicht angehören wollten, so waren sie doch ihren ersten Studien und ihrem ganzen Bildungsgänge nach Männer der jüdisch:theologischen Wissenschalt, Rabbimn dem Geiste des Judenthums nach, da ja nicht das Amt sondern die Befähigung die Weihe gibt zum religiösen Lehramte. Tie Regkneratirn des Judenthums ist die Aufgabe und das Werk des Rabbinenthums. Wir haben hier nur diese Thatsachen zu constaiiren, und nicht zu untersuchen, wie weit diese Regeneration bis jetzt gediehen, wo in derselben gefehlt worden, und ebenso fern liegt uns die wohl interessante Untersuchung, ob unsere gegenwärtigen, d. h. jungen deutschen Rabbinen würdige Nachfolger ihrer frommen und edlen Vorgänger sind — die jungen Rabbinen, die man in wahrhaft verhängnißvoller Weise jetzt so oft von da holt, wohin ein wenig Kultur aus Deutschland erst vor Kurzem getragen wurde, wo leerer Formcndierst, Unkultur und Chassidismus ncch in voller Blüthe flehen — aus Ungarn und BoUn. Unsere Untersuchung führt uns aber zu einer anderen Frage, die uns näher lieg!: washab'ndieRabbin en bisher für die Schule und die Lehrer gewirkt? Wir können »ns in diesem Punkte leider der Wahrnehmung nicht verschließen, daß ein großer Mangel an Energie und theilweise auch an gutem Willen zumeist von Seiten der Rabbinen die Schuld trägt, daß in der Schule noch Alleim Werden ist, daß noch vieles unklar ist in den Strebungen und Zielen, daß wir fast nirgends auf diesem Gebiete Einheit, sichere Zustände finden. Wir haben, Gottlob', eine sehr namhafte Zahl wackerer, ja vorzüglicher jüd. Lehrer. Das sind Männer, die der „J.schiba" entstammt sind, und im Jugendlehramt einen zusagenden Beruf gefunden haben; ol er es sind Autodidakten.im jüdisch-pädagogischen Wissen^ oder auf christlichen Ceminarien gebildet; nur ein verschwindend kleiner Theil hat sein Wissen aus jüdischen Seminarien odey doch aus Anstalten, die bestimmt und geeignet waren, best Lehrern die hinlängliche Vorbildung zum jüdischen Lehramts zu bieten. — In manchen Ländern Deutschlands sind die Verhältnisse der jüdischen Lehrer denen christlicher Lehrer gleich geordnet und eS herrscht dann da eine ziemliche Regelmäßigkeit in Anstellung, Piüsung, Pcnsicnirung uNd in allen einschlägigen Fällen. Während aber einerseits die wenigen, durchaus ungenügenden Anstalten für die Bildung jüdischer Lehrer gerade jetzt fast durckgehends in sehr precärer und schwankender Lage sind, ist andrerseits nicht zu leugnen, daß die Stellung des jüdischen Lehrers, so lange dieselbe. nicht den kigenthüml chcn südlichen Gemeindeverhältnifsen gemäß geordnet ist, ebenfalls für die Tauer unhaltbar werden muß und darum einer durchgehenden und durchaus eigenthümlichen Reorgqnisalion bedarf. Wir verweisen auf Baden, wo die freisinnige Behörde die jüdischen Lehrer doch in eine Ausnahmestellung bringen will; nach Württemberg und Bayern, wo die Schulen aufgelöst werden rc. — Man wende uns nicht ein, daß die Schule als solche eigentlich mit Confession und Religion nichts zu schaden habe, daß sie Volksschule sein müffe, die alles separatistische Moüient ausschließt. Es ist in diesen Blättern diesem Principe schon öfters Gerechtigkeit geworden; — aber dabi kann uicht geleugnet werden, daß die Durchführe ng dieses Princips nicht Sache des Judenthums sein kann, daß, so lange die Volksschule aus streng-christlichem Standpunkte steht, die jüdische Volksschule ihre volle Berechtigung hat. Aber auch dann