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Der israelitische Lehrer · 1867-04-18 · 16 (18.4.1867) · p. Seite 63

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
16 (18.4.1867)
Date
1867-04-18
Page
Seite 63 (sequence 3)
Language
German
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63 Was wir hier in dieser Beziehung andeuten, soll nicht Kritik sein; eS sind Fragezeichen. Der geschätzte Verfasser wolle uns hiegegen eine Bemerkung über seine eigenthümliche Orthographie erlauben. Er schreibt*), Häupter, Edelleüte, Steüern, Deutschland, Greülthat, neü, ersaüften j Europa, Salzsaülen u. s. f. ES mag dies dein Dialekte ' der Gegend entsprechen, der der Herr Verfasser angehört; j dem allgemeinen Sprach- und Schristgegebrauch der hoch- 1 deutschen Sprache entspricht es nicht. Wlr haben im orthographischen Theile darum vergeblich nach, Aufklärung j über diese Eigenheiten unS umgesehen. Doch, das sind Kleinigkeiten. Im Tanzen wird die Schrift jedem strebenden Lehrer willkommen sein. — Wocdenbericht. Alzey. Alliance isra£lite universelle. (Fortsetzung ) In China hatte ein französischer Consul, Hr. Simon, die Gefälligkeit, uns in Verbindung mit zwei dortigen israelitischen Gemeinden zu dringen, der von Ring-po und Kaifong fu Wir haben in hebräischer Sprache sie gebeten, uns Aufschluß zu geben über ihren Ursprung, ihre Geschichte, ihre Sitten, ihre religiösen Gebräuche und ihren gegenwärtigen Zustand. Wir hoffen, von ihnen interessante Berichte über einige weniger bekannte Zweige des israelitischen Staates zu erhaltm. Ein israelitischer Reisender, Hr. Tscharny, hat emen Ausflug in den Kaukasus unternommen, um den dort wohnenden Stämmen nachzuforschen. Auf Verlangen überga den wir ihm eine Anzahl Fragen, deren Lösung uns die Kenntniß unsrer Glaubensgenossen in jenen noch unbekannten Ge enden näher bringen würde. Unter uns hat, die Statistik noch ein anderes Interest Für unsre Sache ist es dienlich zu zeigen, was siebenzig Jahre der Freiheit aus uns gemacht haben: wie bedeutend der Platz ist, welchen wir unter den Gleichstrebenden in der Wissenschaft und Kunst cinnehmen, und wie unbedeutend die Zahl ist, welche wir nach statistischer Ausweisung verhältnißmäßig zu den Verbrechern liefern. Nichts beweist besser, daß es für die Völker ebenso vortheilhaft wie gerecht ist, unsere Glaubensgenossen vollständig gleich zu stellen. Wir haben daher als Preisaufgabe folgendes statistische Thema ausgestellt: „Nach glaubwürdigen und amtlichen Documenten in Rücksicht auf di« gesellschaftlichen wie sittlichen Zustände eine Statistik der Israeliten Frankreichs anzufertigen, und zwar von 1830 bis jetzt, von fünf zu fünf Jahren. Einerseits nachzusuchen, in welchem Verhältnisse sich die Israeliten an der freien Wahl des Lebensberufs betheiligt , und welchen Beschäftigungen sie dabei in der Regel den Vorzug gegeben haben; andererseits zu prüfen, welche Arten von Verbrechen und Vergehen man ihnen rum Vorwurfe machen könnte, und in welchem Verhältnisse ihre verschiedenen gerichtlichen Verurtbeilungen stehen. Aus den statistischen Tabellen, welche ayf das Verhältniß der israelitischen Bevölkerung zur allgemeinen ge- *) Ebenso schon in seiner praktischen Methodik. gründet sind, allgemeine Betrachtungen und Folgerungen zu ziehen. Zulässig ist, in gleicher Wei'e jede entsprechende Arbeit, welche ein Land Europa's behandelt, wo die Lage der Israeliten dieselben Punkte zur Vergleichung bietet. Wegen des für derartige Nachforschungen erforderlichen Kostenaufwands haben wir den Preis auf 3000 Frcs. erhöht. Die Arbeiten der Gelehrten veröffentlichen, das ist Eine Art, die Wissenschaft zu unterstützen. ES gibt auch noch eine andere: die Männer zu ehren,'welche ihr Leben der Wissenschaft gewidmet haben. Einer der berühmtesten Gelehrten unserer Zeit, Luzatto, ist gestorben, und seine ganze Hinterlassenschaft sind sein.- Werke, zwar wahrhafte Denkmale der Geleh sa.nkeit, aber seine Familie lebt trotzdem in Armuth. Die Gerechtigkeit fordert , daß sie zur Adoptiv Familie in ganz Israel werde. Ein ital enischeS s Eomite hat eine Subscription zur Veröffentlichung der Werke Luzatto's eröffnet. Die Alliance hat sich daran betheiligt; sie bedauert nur, das Zeugniß ihrer Erkenntlichkeit nicht bis zur Höhe der Bewunderung für diesen ausgezeichneten Gelehrten steigern zu können. Auch hat sie beschlossen, ihren Comite - Bericht übep diesen Gegenstand zu veröffentlichen, um Israeliten der ganzen Welt für diese Subscription zu interessiren. Die Stiftung, welche das Central-Comite auf Vorschlag des Hrn Albert Cohn mr Unterstützung der Gelehrten gemacht hat, ist dieses Jahr durch die Freigebigkeit unsere- Comite's in Barranquilla vergrößert worden Sie findet, man muß dies zur Ehre unsrer israelitischen Gelehrten ge- < stehen, leicht ihre Verwendung für solche Männer, welche in der Pflege der Wisseuschast die Sorge für sich selbst vergessen, und schon zwei Gelehrte, Hr. Goldberg, ein gelehrter Philologe, und Hr. Letteris, ein Dichter, welcher in der Uebersetzung Racine's und Göthens die ganze Schönheit der hebräischen Sprache -zu wahren verstanden hat, haben, Dank dieser Stiftung, den Beweis der hohen Achtung erhalten, worin sie bei ihren Glaubensgenossen stehen. Unser Bericht ist zu Ende. Sie kennen den Weg, welchen wir gemeinschaftlich zurückgelegt haben, und, weit entfernt das Ziel erreicht zu haben, scheint es, daß unser Horizont sich um io mehx ausdehnt, je weiter wir Vorgehen. Wenn wir den Israeliten Beistand geleistet, Schulen gegründet, die Wrssenschqit unterstützt haben: so haben wir damit noch nicht genug gethan. Alles dreht sich um die Entwickelung des Menschen. Wenn wir seinen sittlichen Zustand verbessern wollen, so müssen wir seine materielle Lage verändern; wir müssen ihn dem Elend entrerßen und demnach für die Kinder, für die Menschen, Wege und Mittel zur Arbeit aussuchen. Dm Zöglingen unsrer Schulen müssen' wir Handwerk« übergeben, den Israeliten Palästinas lhut der Besitz von Ländereim und die Kunst sie zu bebauen, Noth. So erweitert sich unsre Ausgabe bis ins Unendliche. (Forts, folgt.) Alzey, 5. April. Schon seit einer Reibe von Jahren ist der Friedhof der hiesigen israelitischen Gemeinde mit demj nigen der Christen vereinigt und von Einer Mauer umschlossen. Während jedoch die Gräber der Protestanten und Katholiken nicht räumlich getrennt sind, ist dies wohl mit denen der Juden der Fall. Da-der dm Juden angewiesene Platz bei-

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