Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1867-04-18 · 16 (18.4.1867) · p. Seite 64

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
16 (18.4.1867)
Date
1867-04-18
Page
Seite 64 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4896751-5428720-5431732--1614-4898078
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

64 «ah« ««füllt ist, trog«« Hirse bei der Stadt (denn »ach linksrheinischem ftanzöfischen Gesetze find die Begräbnißplätze städtischer Eigenthum) zur Erweiterung ihres Friedhofs auf Ueterweisung eines nebenliegendcn Grundstückes an. Gleichzeitig verbanden fie damit den Antrag auf die Erlaubniß zur Mitbenuzzung de» städtischen Leichenwagen» und Leickenhause», sowie des nn letzteren befindlicken Betsaales. Die Milbenutzung des Leichenwagens und -Häuft» nebst der de« BetsaaleS wurde einstimmig aenattet und in gleicher Weise der Antrag zum Besckluß erhoben, daß in Betreff der Erweiterung de» Begräbnißplätze» die Juden m Zukunft ibre Gräber nicht mehr von denen der Ehristen räumlich trennen sollen. Dieser Act der Aufklärung und Humanität läßt uns hoffen, daß, wie im Tode, so auch bald im Leben Friede unter den Menschen wallen wird! Ein solcher Beschluß ist um so ehrenvoller für' den hiesigen Gemeinderath, als er einstimmig von den Bekennern der verschiedenen Confeifionen gefaßt wurde. Er reih: fich würdig dem Entsckluffe jenes evangelischen Geistlicken in Prag an, wovon die öffentlichen Blätter jüngst berichtet haben, welcher der dortigen jödilcken Tempelgeweinde für die Zeit des Umbaus ihrer Synagoge die Mitbenutzung seiner Kirche anbot. Aus Bayern, 9. April. Fünf Monate lang war unser Landtag versammelt, ohne daß er. wie vielfack geklagt wird, alle wichtigen vorliegenden Fragen erledigt, ja th ilweise auch nur geprüft hätte. Wir unsererseits bedauern namentlich, daß zwei Anträge, welche fich mit unfern Interessen beschäftigten, gar nicht zur Berathvng im Abgeordnetenbause gelangten, sondern in den Ausscküffen gewiffermaßen lebendig begraben wurden. Es find die» die Anträge von Dr. v. Hoimann und Genossen, die Rechte der verschiedenen religiösen Bekenutniffe, wo möglich Gleichstellung derselben betreffend — und von Hohenadel und Genoffen, Bitte um Vorlage eine» Schulgesetzes nach fteisinnigen Grundsätzen. Beide Anträge würden, wenn fie auf die Tagesordnung gesetzt worden wären, günstige Aufnahme bei der Kammer gesunden haben, da voraussichtlich d>e Linke und daS Centrum, zusammen gegen 80 Summen für dieselben eingetreten wären und so eine sta>ke Majorftät gebildet hätten. Hoffen wir, daß beim nächsten Zusammentritte des Landtages beide Anträge in günstigem Sinne erledigt werden! Aus Württemberg. DaS isr. Kirchen- und Schulwesen will fick in neuerer Zeit bei uns nicht reckt fteundlick gestalten. Württemberg hat in den - letzten 6 Jahren die Hälfte seiner Rabbiner durch den Tod verloren; meistens Männer von echter , Religiosität, gutem Charakter und würdiger Haltung. Durch diesen eingetretenen plötzlichen Mangel an tüchtigen inländischen Rabbinern, war man genöthigt, solche auS'aller Herren Ländern hereinzuziehen, deren Wissen -und Character man natürlich nickt genau kennen konnte und find deshalb auch, wie man bört, zum Theil kerne glückliche Acquifitionen gemacht worden. Man erzäblt fich so zuweilen Vorkommnisse, worüber der Gebildete nur staunen muß, und «Km hätte e» nicht für möglich gehalten, daß so etwas.jetzt noch in Württemberg Vorkommen könnte. Vielleicht kann später Specielleres hierüber berichtet werde«. — Trotz der ökonomischen Besserstellung der Lehrer in neuester Zeit, fehlt es immer noch an dem »öthigen Personal für die israel. Schulen d«S Landes und müssen deßhalb christliche Strllvertteter nicht selten zugezrgen werden. Aus Schwaben. Der israel. Hauptlehrer Löwenthal zu Buchau a. Federsee ist auf sein An'ucken mit einer jährlichen ^-Pension von ca. 369 fl. in den Ruhestand versetzt worden. Wie man vernimmt, werden im Laufe kommenden Sommers noch | weitere Veteranen um ihre Penfionirung nachsuchen und dadurch die Roth an geprüften israel. Lehrern immer größer werden. AuS Ungarn im Febr. Von dem wackeren Cantor in EperieS ist so eben eine Broschüre gegen die Chasstdäer erschiene», die ihre» gediegenen Inhaltes wegen die weiteste Verbreitung verdient. Vom unermütlichcn Ehrenthal erscheint in Bälde eine Gallerie berühmter Israeliten, für deren Werth der Name des Verfasser» garantirt. Wir hatten Einsicht in das Manuskript und können solche aus das Wärmste empfehlen. Der „Magyar Israelit«' wird noch im Laufe des nächsten MonateS erscheinen. Vom ungarisch iSr. Verein wird die Herausgabe eine» hebr. Elementarbuches vorbereitet, auch sind vom Herrn Kohanyi Lieder in deutscher und ungarischer Sprache so eben herauszekommen, die Beachtung verdienen. Vom -wackeren Chaim Pollak, Religionslehrer in VaSarhely, ist ein Gutachten über das jüdische Schulwesen Uvzarrs an den Landtag abgegangen, welches von Fachmännern gerühmt wird uvd dirserhalb in päd. Journalen mitgetbeikt zu werden verdient. In vielen Gemeinden geht man damit um, die Schulen aufzulösen; eS ist hohe Zeit, daß die konstitutionelle Regierung die-, sem Treiben ein Ende mache. Wie wir hören, wird der wackere Oberlehrer Deutsch in EperieS von dieftm Vorgehen berührt; möge er bei der bevorstehenden Organisation unserer Schulen Seiten» der Regierung Schutz finden. R. Anzeigen. V a c a n z. Durch einen Ruf unseres Lehrers Herrn Kuktnauer nach Baltimore, wird umere Religierlslchrer-und Caritorsteve mit dem 1. März d. I. vacant. Ter sixirte Geholt beträgt fl. *100, sowie weitere fl. 50 als Wohnungsvergütung Nebeng« fülle nicht unbedeuterd. Reflcctirende wollen ihre Anmeldungen srankirt unter Beilage ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten alslald machen. . Musikalisch gebildete, sowie solche, welche befähist sind, deutsche religiöse Vorträge zu halten, werden bevorzugt. Seligenstadt b. Franks, a. M. b. 24. Febr. 1867. Fjir den Vorstand der israelitischen Gemeinde: W. Aacharach. JE Ulltckftlitzuugsvcrciil. 5S Wir wünschen einen geeigneten Colporteur anzustellen, der zum Vertriebe unserer Vereinsschriften reisen würde. Vortheilhafte Bedingungen werden zugesichert, und ein guter Verdienst läßt sich erwarten. Baldige Meldungen franco an dm Geschäftsführer des Verein» J. Kliugensteiu in Odernheim in Rheinhessen. Verantwortlicher Redakteur: I. Nlingenstrin in tberuhenn in Rheinhessen; kubswerlog der Redaktion. Für den Buchhandel: in Commission bei Letal Leiner in Leipzig. — Tampf-Echnellplesskirdukk von I. GottSlrbrn in Mainz.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.