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Der israelitische Lehrer · 1867-03-14 · 11 (14.3.1867) · p. Seite 43

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
11 (14.3.1867)
Date
1867-03-14
Page
Seite 43 (sequence 3)
Language
German
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43 ist den Gprbiern auferlegt worden, und bei Mittheilung dieier Nacbricht schrieb uns S>r Francis Goldsmid: „Ich hoffe, paß wir daraus den Schluff ziehen dürfen: die tunesische Regierung werde entschlossen sein, den Beleidigungen, deren 'Opfer unsere armen Brüder so oft gewesen sind, ein Ende zu machen. (Fortsetzung folgt.) - Oie „Rheinischen Glätter" für Erziehung und Unterricht vormals von Diesterwcg berausgegebcn, werden fetzt von Dr. Wichard Lange aus Hamburg fortgeführt, den wir in Heser Zeitschrift schon öfter als würdigen Freund, als begeisterten Schüler und Nachfolger des unvergestlichen Meisicrö nannten und dessen klares und tresienves Urtheil in pädagogischen Dingen uns honen lästt, es werde diese Zeitschrift, die jetzt noch deS Verewigten Namen trägt und die allezeit wacker gerüstet war im Kampfe gegen die Feinde d«S Lichts und der Humanität, auch ferner die Rüstkammer und die Wahlstatt dieses Kampfes bleiben. — Um nun unsrerseits bcizulragen, das; sein Geist nickt von uns weiche — insbesondere auch darum, weil wir uns mit den schritten, die zu seinem Gedächtnis; geschehen sind und geschehen sollen, durchaus nicht befreunden kön- I neu, geben wir hier ein Stück aus einer Arbeit L)r. Wichard i Lang e's aus dem März-Aprilhcft der obengenannten Zeitschrift.; Hlever Dümmtjeit. ("ine psychologisch-pädagogische Ercursion. Wir haben eS als Lehrer und Erzieher tagtäglich mit de: Dummheit und den Dummheiten der 'Jungen und auch wobl der Alten zu tbun. Und wenn die Götter mit der; Dummheit vergebens kämpfen, so müssen ivir stärker sein als; die Götter; denn gegen manche Specics der Dummheit Und der Dummheiten kämpfen wir in der That nicht vergebens, sondern wissen dieser unserer Hanptfcinditt hier und da ein ansehnliches Terrain abzugewinncn. (siegen manche Specics, sagen wir, denn die Dummheit tritt nicht auf als ein Ein-. facves und Ungeschiedencsz sie nimmt im Gcgentheil vcrschim-cne l^.-,!>r!«„ngen an, ersche.nt in dieser «destalt stärker als in jener, rretztz hier nur schwächlich, dort energisch den An.,rissen der Schulmeister, die sic überall als ihre Hanptgeguer zu betrachten bat und wohl im Ganren wirklich betrachtet. Die Wauew lcbe wir gegen unlerc Feindin in Bewegung letze», ist die Aufklärung. Dgme gegen Dame: die Aufklärung gegen die Dummheit! Die eine ist eine gar häszliche Vettel; sie leidet stark an dein Beharrungsvermögen unk trägt in Folge dessen eine sehr langweilige, empörend bästliche, zuweilen aber auch komische Physiognomie; die andere i'\ .f.’nc bewegliche und energische, jugendliche Schöne. Wir mü'ten sie genau erkennen, müssen unS förmlich in sic verlieben und uns ritterlich ihrem Dienste weihen. Hat sie unS 3ii_ ihrem Anbeter undRitter gemacht, so pflegt sic unS auSzurüstcit mit allerlei wirksamen Waffen: sie zieht unS an den Harnisch der Geduld, umgürtet uns mit dem Schwerte der Gerechtigkeit, das seinen Ursprung ans einer Haselnuszstaude zu! haben pflegt, führt uns ein in den Tempel einer ihrer jnstgsten Tochter, der Unterrichtskunst und giebt uns Muth und,Geschick, von den Dächern herab ihr Lob zu verkündigen. (Fortsetzung folgt.) Baden. R. Geehrter Herr Redakteur! Das Jnhaltsverzeichniß Ihres Bl. v. 1860 führt so wenig Artikel aus „Baden" auf. daß man Ihren Aborrr enten von da den Vorwurf der Gleichgiltigkeit gegen das L latt und seiner Leser zu machen veranlaßt wird. Denn man glaube nur nicht, daß es nichts Neues unter der Sonne gebe in einem Zeiträume von 365 Tagen, in einem Lande, das mit Recht den Ruf hat eines dem Fortschrittehuldigenden Staates, und desien Bekenner isr. Confession vollständige bürgerliche Gleichberechtigung genießen, und d wen ipecielle Kirchenverhältnijfe won einer dem Fortschritt r ud den acht jüdischen Geist fördernden Behörde verwaltet wird! Auch Schreiber dieses kann sich des Vorwurfes der Vernachlässigung der von Ihrem Blatt vertretenen wichtigen Jnteresien nicht ganz frei sprechen und will nun im neuen Jal me mit Gegenwärtigem sein Verschulden gut zu machen sichen und Ihne»! Manches aus unsere»; Ländcken mittheile r.! Von der Schule zuerst. — Das Ges tz von 1 ."HO, welches, in Folae der glänzendem Verwerfung des (>oncor).tts Seilender Kämmern, das Verbältnist zwischen Kirche und.Staat änderrc und ordnete, gestaltete den Organismus unserer Schulbehörde, welche bis dahin aus Geistlichen destard, nothwendigerweise un; Auch andere Anlässe waren m? olge staatlicher Entwickelung und veränderter Zeit» rhällnisst dazu gekommen, daß man eine Reform im Schulwesen wünschensrve th fan'. Un'er edler und weiser Fürst — viele Le>er diesis BialteS erinnern sich aus der allgemeinen 1 ehrerversa'rmsirng zu Mannheim desien gewiß noch mit Berel).ring— ließ durch seine liberale Regt rnng im vorigen Sommer den Landständen einen Ge-! setzentwurr über den Elementarunterricht vc» legen, der in 118 zz das Volks'chulwesen gründlich zu reformiren geeignet ist. Sahen die Lehre im Allgemeinen ihre sämmtiichen gerechten Wünsche durch diesen Entwurf nicht erfüllt, io sandenücb besonders die rSraelit»'chcn Lehrer durch dmr'eEen in ihren Hosinungen unerwartet getäuscht J.r, nicht allein die Llhrer, vr.dern auch die israclitrschen Gemeinven wurden . durch Ausnalnnebeswnmu uv n emnstndliäwr znrückgesetzt, ' als rn dem Schulgesetz vor da wir noch nicht emanzspirt waren D<nn während naä, dem 8'.s tzen'kmun der Staat die Ausbess'rung ubcruimnit, ''ollen die rsrael.tischen Gemeinden ^ihre Schulen au-- eignen Ä.klein aueb.öern. aber ln rügt sein, weim 'ie die Erhöhung nicht nachhaltig ausbring.'N können oder w llen, b.r Erledigung der Schulstelle dieselbe auflös, r zu könn-.n, während der Lehrer bis dabin die Schule als Elementarschule zu versehen hat, ohne dsi> Erhöhung des Gehalts zu ewp' mrcn. Außer dreier ^Zurücksetzung der öu.relilischen Gemeinden und Lehrer enthält der Entwurf noä wertere zum Ra th-il letzterer und Bortherl der eisterev. Sie können sich denken, welch^ niederschlagenden Emdruc!, ja welchen Schrecken dieses bei den israelitischen Lehrern hervordrachte. Air blieben solcher unbegreiflichen und unverjchu'deten Zurücksetzungen gegenüber nicht unthätrg. Wir reichten der 2. Kammer eine brttiiche Vorstellung ein r nd veränlaßten die chrrstl Lehrer, daß in der von 1832 Unterschriften bedeckten. Denkschrift derselben unsire Angeleg« nheit auch Aus ahme fand. Die KriegSereignisie i. Jahres verursachten, daß der Gesetzentwurf in der Kammer nicht mehr zur Berarhung kam.'

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