Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 11 (14.3.1867)
- Date
- 1867-03-14
- Page
- Seite 42 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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42 „päii'cke Einmiickunz bewirkte Erbittterung." So lautete die Depetcke. ' Dieselbe wurde durcb.uns. der verüschen Gesaudtichast und der iranzössicken Negierung.und durch un'crn ausgezeichneten College,:, Sir Irancis Goldmrid. der engti'chen Negierung mitgerbc-lr. Die persische ENiaudtschatt und die englische Negierung forderten in Gemeinschaft mit uns eine ernstliche Verhütung . solcher verbrecherischen Schandkbarcu. Die öüentlichen Blätter berichten, das; ein außerordentlicher Bevollmächtigter der : .Negierung sechs der Hauptschuldigen ergreifen und gefesselt . nach Teheran fübron lieü.! Die Bestramna derselben. ist im Interesse unserer armen GlaubenSbrüder notbwcndig, da diese in ihrer Verzweiflung ciuschlcsicn mit, 'in gros;er Anzahl ihr Vaterland , zu verlassen,.— und wer werden uns verpflichtet halten, iie zur Ausführung dic'es Entschluncs zu. ermuntern, wenn üc bei ihrer Negierung kc.nen Schutz zu finden vermögen. ('in Vand des D rients, wo die Lage der Israeliten einen erfreulichen Gegcistatz zu. jener in Periien bildet, ist die Türkei. Die' dortige, Negierung be'cküyl unsere Glaubensgenossen mit waLiamem Auge. Der Fanatismus dient - bechitens als Verwand zu. Handlungen der Willkür oder Erpressung^ welche die Negieru ig, wenn benachrichtigt, mit starker Hand verhindert. Wir naben davon, selbst in dieieni Iabre,;ablreickc Beweise. . Die Israeliten von Salonicki hatten bei uns darüber Klage gerührt, daß Einige von ibncn, welche 'ich einer «ngercchk verkheilten Irobn iiick't batten unrerwerien wollen., .gefänglich 'eingezogcn worden seien. Wir benachrichtigten' die -Negierung hiervon, und diese ordnete eine ilntcr'uchnng an. und gab ibrcm Gesandten zu Paris-Anstrag, uns das Neiültal der'eiben mitzntbeilcn. Es erwies stch, das; das Venabren der Bcbörde, worüber die Israeliten Nlage .zembrz bauen, von jeder religiösen Parteilichkeit fern und auch Taft bedeutungslos gewesen war. In Bagdad baue .ein Pa'cha sich von dcm Pachrverlrag für die Einkümle der Staatsdomänen befreien wollen und . den'-alb für a»t oeftinden, die'israelitischen Pächter cinzukerkern und -br Vevttli'gen einrur'ieben. Nachdem wir durch : einen eurcxäi'brn Gewischeil von einem welchen un- glaublichen Verfahren, erlangt batten, machten w>r der oüomani'chen :>ieg:er:nig'davon Mutbeilung und öi^ielten, daß i jene Israeliten wieder in 'F: eiheil geicizi wurden! Zu Vari'ia hatte der Staor -'^ouotrueur, tun 'ich der Häuser der Israeliten;u'bemächligc:l, einen ich deren Nabe; ausacbrcchcnen Braus beitfn-t, die Eigenibüiner ».t,'eiben zu : vertreiben. Der Gouverneur, darüber, ru 'tcdc gesollt, machte dura.' falsche Berichte -.§ den Israeliten unmöglich, ihr .'liecht zu verfolgen. Iiivcß iü er kürzlich abgeicut und durch einen Paicha er>cnl worben „ welcher den Dp'erü jener llugcrechtigke: gebührenbrn Schadenersatz zngei'agl bat. Die Negierung ist ganz rücksichtsvoll gegen! die Israeliten und die meisten Beamten. voll Wohlwollen gegen ste, wovon der Pa'cha von Jerusalem jüngst ein schönes Beispiel gegeben bar.Wäbrcnd nämlich die Ebolesra so grausam in Jerusalem wülhetc und dort sp viele Dpier unter den Israeliten forderte, gab der Pascha einen Beweis außerordentlicher Humanität, wofür wir nicht unterlassen haben, ibm au danken. Hören eie 'eine Erwiederung:. „Begeistert „und durchdrungen von dem väterlichen Verhältnisse, in .vel» „chem meiye höbe Negierung zu allen ihren Unterthanen ohne „Unterschied stehet, und von deren vorzüglichem Streben, sie „alle glücklich zu machen, that ich nur meine Pflicht bei ..den durch die Epidemie hervorgerufenen traurigen Umstän- „den. Jndeß geben Sie mir auch einen Beweis durch die „Bezeugung Ihrer Aufmerksamkeit, das; Ihre Glaubens- „geiidssen unser Wohlwollen gar sehr verdienen, und legen „mir dadurch die Pflicht auf., mich um deren Anerkennung „stets zu bewerben." Gleich erhebendk Gefühle und eine gleich edle Sprache fanden wir vdr zwei Iabren in einem Briefe Eabonly-Pascha's, des Gouverneurs von Smyrna. Wir erinnern uns gern wieder daran, um zu zeigen, das; daS Andenken an Wohlrhalen, welche man unseren Brüdern erweist, sich nie unter uns verliert. , In einer andern Gegend der muselmanischen Welt, wo im voriger Jahre zur Nellung der Häupter einer bedeutenden Genie ndc dieacmeinsame Vermitltung aller Vertreter der curopiiichen Mächte nöthig war, in Marokko nämlich, iü die Niibc unlerrr Glaubensgenossen nicht mehr gestört worden. Die Vertreter Europa's wachen mit einer anerkennsuswenhcn Ausmcrksamkeit über sie, und sobald die Bestrafung lilleS gegen einen Israeliten verübten Verbrechens ans üch n asten lässt, versäumen sie nie. daraus zu bestehen. Der Miirster Frankrcich'S, Herr v. Agnin. hat mit Freude die Gelgeuheit einex Neise in die Hauptstadt Marokko's benutzt, uw unsere Glaubensgenossen tut Innern des Landes dem Süll in zu empfehlen. Wir selbst haben in Paris von der außen rdcntlickcn Gestandstchast des Sultans von Marokko die beüen Inücherimgen für unsere Brüder empfangen. Trotz des an Sir Moi'es Montesiore behändigten Firman^ bat sie auf un re Bitte, um Schutz für die von uns errichteten Schulen Namens ihres Soaverains die strengste Gerechtigkeitim Falle einer genauen Beobachtung der Gesetze verbüßen. :ic hat den Schutz ihrer Negierung rür unsere Schuten, wie für alle von uns getroisenen Einrichtungen rugestagt. Die unseren Glaubensgenossen gewährte Sicherheit iü eilt Pfand für den Erfolg der Eivilisationsbestrebungcn, welche wir für Marokko unternommen. In Junis haben die Israeliten durch diplomatische Veriniktelaing! ,Frankreichs und Englands Schadenediatz »ür die grausamen Verfolgungen des vorigen IabreS erbalten. In Nabel ist die Verordnung Tür die den Urhebern der Verfolgung ä iierlegte Entschädigung, nach dem Wunsche deS franzöiis^e« GeneralconinlS, einem unserer tssiaubensgenoss.'n anscchraut worden, welcher Iranzoie und Mitglied der Alliance ist Auf der Insel Cherby sind unsere Glaubensgenossen in gleicher Weise entschädigt worden. Am 2. Sept. 1v6st tbenre uns Sir Francis Goldsmid mit, daß der Agent nndl tdencralconsul Ihrer Majestät von Großbritannien in Tunis von der tunesischen .Negierung Bescble erlangt habe, welche dije Notabeln von Gcrby sür die den Israeliten verursachten! Beschädigungen verantwortlich machen. Die Gerbier verguckten, um jeder Bezahlung von Geld zu ent-- aeben, vor den Häusern der israelitischen Gemeinde, unter Ändrobustg von Gcsänznis; und Folter, die Verzichtleistung auf jedert Schadenersatz zu erzwingen. Ihre Drohung blieb aber wirkungslos. Ein Schadenersatz von 2Ü0,000 Piastern