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Der israelitische Lehrer · 1867-03-14 · 11 (14.3.1867) · p. Seite 44

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
11 (14.3.1867)
Date
1867-03-14
Page
Seite 44 (sequence 4)
Language
German
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Di« Regierung beschloß aber zur Abstellung der dringendsten Uebelstände den Lehrern an ganz gering dotirten Volksschulen für das Jahr 1867 aus Staatsmitteln eine einmalige Aufbesserung zu erlheilen und zwar in Orten bis zu 500 Einwohner den Gehalt bis zu 350 fl. und in Orten mit mehr als 500 Einwohnern bis zu 400 fl. zu erhöhen und Unter- und Hilfslehrern eine Aufbesserung von 30 fl zu geben. Von dieser Besoldungserhöhung werden unter den 47 israelitischest Elementarschulen 38 getroffen. ES ergeht daraus einerseits die unerfreuliche Wahrnehmung, daß die meisten israelitischen Volksschulen zu den gering dotirten gehören; andrerseits aber ist es erfreulich, daß die Regierun, uns nicht den andern Bekenntnissen nachsetzt und läßt uns hoffen, daß das im Spätjahr 1867 zur Ausführung kommende Schulgesetz die israelitischen Gemeinden und Lehrer denen der anderen Bekenntnisse gleichstellen und die uns nachtheiligen Bestimmungen fallen lassen wird. Sonst fährt unsere Regierung fort in social rechtlicher Stellung die Israeliten gleich ihren Bürgern anderer Confefsionen zu behandeln. Ihrer Mitlheilüng in Nr. 7 Ihres Blatter von de^ Anklage und Freisprechung des „Freiburger Boten" wegen Verdächtigung und Beschimpfung der Israeliten wollen wir beifügen, daß dieses Blatt unter den Augen des Erzbischofs erscheint, der in der Person eines getauften Juden seinen Kabinets-Direktor hat. Unsere Cultusverhältniffe sind iutwer noch nicht weiter gediehen. Der Entwurf einer isramtiichen Kirchenverfassung, welcher vor mehreren Jahren schon von unierem Oberrathe den Gemeinden zur Begutachtung und Vernehmung zugesandt wurde, scheint auf eine Sandbank gerathen zu sein. Es ist mäuschenstill darüber. Hie und da reformjxt eine Landgemeinde mit Einführung der Orgel und' des Chorals. Die Seele eines erneuerten und belebenden Gottesdienstes aber, die regelmäßige Predigt, fehlt. Hoffen wir, daß es auch hierin bald besser werde. j Schließlich erwähnen wir, daß in jüngster Zeit im j Rabbinatsbezirk Heidelberg 2 Jubiläen gefeiert wurden, j Eines galt dem' 79jährigen und 50 Dienstjahre zählenden j Religionslehrer M a r e r in Leimen und das andere dem - Bezirks-Rabbiner H. Fürst in Heidelberg, der an seinem 75. Geburtstage sein 40jahrigeß Dienstjubiläum feierte. ' L. M. ward von seiner Dienstgemeinde und mehreren Nach- ' bargemeinden, Israeliten und Christen, durch Geschenke bej ehrt und R. Fürst von den Lehrern seines Bezirkes, den i Amtsgenoffen des Landes und den Gemeinden seines Sprengers. Ehre dem Ehre gebührt. Hannovers An jüdischen Volksschulen bestehen im Königreiche Hannover 80 in 129 Schuloerbändcn, und zwar 50 Elementarschulen mit 65 Illassen und 20 Religionsschulen mit 27 Klassen. Die Zahl der Schulkinder für den ganzen Unterricht beträgt 11-15, nur für den Religionsunterricht 511, im ganzen 1656. Der Geiammtbelrag deS jährlichen Schulgeldes J beläuft sich auf 8093 Thlr., die Zahl der Lehrerstellen aus 86 I und die jäbrlicbe Gesammteinnahme derselben 21,033 Tblr. mit! RuSsch uß der Wohnung und mit Einschluß deS Reihetisches »6 ■ 50 Thlr. — Tie Lehrer sind fast durchweg (mit wenigen Aus- >! nahmen in größern Städten) Vorsänger, größtentheilS auch! Schächter. — WaS das Diensteinkommen der jüdische« Echul-! lehrer tetrifft, so find die Stellen nicht, wie bei den christlichen, j durch Grundbesitz und Schulgeld dctirt, sondern auf kaare Ge- I halte aus den Gemeinde-Kaffen angewiesen. Von den 86 L-Hrerj stellen ist mit 52 Stellen Wohnung, mit 11 Stellen ein Reihetisch verbunden. (H. Sch.-Z.) Anzeigen. Verein M Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer-Wittw en und- Waisen in Deutschland. Spenden: Herr Ferdinand David in Alsheim fl. 2. — Durch Herrn Lehrer Lebrecht in Bingen, von einem ungenannten Israeliten fl. 1. 45 kr.; von einem ungenannten NichtiSraelite» fl. 7; gesammelt bet der Hochzeit des Herrn Leopold König mit Frln. Karolioe Marr st. 4. 30 kr. " fl. 15. 15; Lus. fl. 15. 15. Gesammtsumme fl. 107. 45 kr. Mitgliederbeiträge: 1) Sommer in Verden, 2) Cohnhoff in Neustadt aRh.!) Schloß in Ellar, 4) Falk in Wallau, 5) Mühlheim in Montabaur, 6) Morgenthal in Holzappel, 7) Morgenthal in Idstein, 8) Boppard in Gräsenwiedbach, 9) Rabbiner Traub in Burgkundstadt, 10) Flankauer allda; 11) Löwenstein allda; 12) Dachauer in Redwitz; 13) Maier Löb Dachauer in Thalmössingen, 14) Eisenmann in Lichtenfels, 15) M. Vogel in Altenknndstadt. — Neue Mitglieder 16, Schlesinger in Celle, 17 Luß in Eterbftitz, 18 Gelingein Lübz (Meklenburg.) Lvljziovslsdrvr- & Vorbeterstelle. Die hiesige israelitische Religionslehrer- und Vorbeterstelle, mit einem Gehalt von 300-400 fl. nebst Nebeneinfünften ist vacant. Qualifizirte Bewerber wollen sich gefälligst an den Unterzeichneten portofrei wend.n. , Camberg (Nassau), den 26. Februar 1867. Leop. Friedmaim, Vorsteher. P a c a n z. Durch einen Ruf unseres Lehrers Herrn Kuttnauer nach Baltimore, wird unsere Religiorislehrcr und Car torstelle mit dem 1. März d. I. vacant. Der fixirte Gehalt beträgt fl. 400, sowie weitere fl. 50 als Wohnungsvergütung. Nebengefälle nicht unbedeutend. Reflectirende wollen ihre Anmeldungen frankirt unter Beilage ihrer Zeugnisse an den Unterzeichneten alsiald machen. Musikalisch gebildete, sowie solche, welche befähigt sind, deutsche religiöse Vorträge zu halten, werden bevorzugt. Seligenstadt b. Franks, a. M. d 24. Febr. 1867. F»r de« Vorstand der israelitischen Gemeinde: W. Wacharach. Verantwortlicher Redacteur: I. Klingenstein in Ldrrnheim in Rheinhesien; Selbstverlag der Redaction. Für den Buchhandel: in Commission bei Lskar Leiner in Leipzig. — Tampf-Schnellprefsenrduck von I. Gottsleben in Mainz.

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