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Der israelitische Lehrer · 1867-03-07 · 10 (7.3.1867) · p. Seite 38

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
10 (7.3.1867)
Date
1867-03-07
Page
Seite 38 (sequence 2)
Language
German
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38 — lich oder schriftlich mitgetheilten Vorstellungen Anderer zu verstehen. Ist dieser Zweck ein formaler? Eicher;, denn er.hängt nicht an einzelnen Regeln, nicht an bestimmt begränzten Unterrichts-Stoffen; er umfaßt das Ganze des Geistes, den höheren Zweck des menschlichen LebenS; er wirkt auf daS Denken und durch dasselbe auf Wollen und Thun d-eS gesammten Menschen. Die Mathematik (Arithmetik — Zahlenlehre). Sie bildet vorzugsweise die inneren GeisteSthätigkeiten, da« UrtheilS- und Schlußvermögen, den Verstand. „Die Methode keiner anderen Wissenschaft kann sich mit der mathematischen messen, diese ist die systematische schlechthin, welche ihren Stoff mit absoluter Nothwendigkeit entwickelt und in der vollkommensten Einheit ihrer Theile festhält, daher sie auch jedem einzelneu Satze in der großen Kette den Stempel der unmittelbarsten Gewißheit (Evidenz) aufbrüdtt" *). Durch die Entschiedenheit und Wahrheit, die den mathematischen Schlüffen, der Raum- und Zahlenlehre in allen ihren Theilen inuewohnt, wirkt sie auf die Entwickelung des Verstandes, stärkt das Gefühl für Wahrheit, und fördert die Entschiedenheit und Sicherheit der Ansichten, die Charakterbildung. Die Zucht des Geistes ertüchtigt zumeist durch mathematische, Bildung. Diese Zucht des Geistes, die (nach Grube) ein Moment ist der sittlichen und religiösen Bildung, ist ungleich der hauptsächlichste Gewinn des Rechenunterrichts in der Volksschule, und ihr Werth übersteigt weitaus den materiellen Vortheil, den der Schulmeister aus dem Rechnen erzielen kann, wenn hier auch anscheinend der materielle Zweck des Unterrichts mehr als bei andern UnterrichtSgegenständen vorwiegend zu sein scheint. Und so ist es bei allen Unterrichtsgegenständen. In derNaturlehreundNaturg es chichtewerdenalle Geisteskräfte auf die mannichfachste Weise geübt, und das Auge des Kindes vom Irdischen , zu« Himmlischen emporgelenkt. Zn der Geographie wird da« Auge des Geistes hinausgelenkt aus ferne Gegenden, und in der Einheit des Welltalls, in der Einheit der Weltgesetze das Ideal der Einheit des Menschengeschlechts und reffen Verbrüderung erkannt und gekräftigt. Singen bildet Geist und Gemuth und die harmonische Einigung mit den Mitschülern stärkt das sittliche Bewußtsein der Zusammengehörigkeit. Wir leinen Unsere Kraft nur durch Vergleichung - mit den Kräften Unserer Mitmenschen schätzen. So hätten wir. obwohl nur in kurzen Zügen das Bild der formalen Wirksamkeit einer Volksschule (Elementar- oder niederen Bürgerschule) gezeichnet. In allen Klaffen einer Elementarschule, in all-n Volksschulen muß die formale Bildung vorherrschen; „in höheren Schulen — (die i mehr und mehr als eigenttiche Verussschulen gelten köstneu,) kommt allmälig auch mehr der materiale Zweck an die Reihe." Um aber in formaler Weise wirken zu können, muß die Bildung des Lehrers eine pädagogische sein. Das ist eine Forderung, die uns immer und überall nahe Der gelehrte Nichtpädagoge wird sein spezielle« > ^rube, Einleitung;um veitraben fiir das Rechnen Elementarschule. Ein vädagygischer Versuch zur ^Ssuna der Wie ser UntemtW cu(f nttliic ÜUbuiu r — | als den Mittelpunkt betrachten, um den sich da« ganze Werk der Erziehung und des Unterrichts dreht. Er wird nur material, und selbst hier nur einseitig nie formal, erziehlich wirken. Er kann segensreich wirken in der höhere» Schule, in der Real-, Handels-, Bürgerschule, im Gymnasium und in der Akademie; nie in der Volks-, Elementar,- Religions- oder „niederen" (?) Bürgerschule. , Trachtet als Lehrer des Volks immer dar- ' nach, daß Ihr aus Euren Schülern Menschen bildet, erleuchtet im Geiste, warm im Gemüthe, stark im Willen, kräftig zu sittlichen,! edelmenschlichen Thaten. Wochenbericht. tritt. Fach in der Frage: Alzey, 21. Febr. (Alliance iara41ite universelle.) 1 Wir deuten heute wiederholt auf die Wichtigkeit hin, welche! die Alliance für die ganze und somit auch für unsre deutsche ■ Judenheit hat. Zum Nachweis geben wir ausführliche» Bericht über die Verhandlungen der sechsten Generalversammlung, welche am 29. Nov. v. I. unter dem Vorsitz« Cremieux's in Paris stattfand. Der französische Bericht selbst ist ausführlicher, als der früherer Jahre, wie es scheint, , weniger um die Mitglieder von der Rechtlichkeit der treuen ^Pflichterfüllung der Verwaltung zu überzeugen, als vielmehr die Außenwelt für die Interessen der A. dadurch z» gewinnen, daß man die hohe Wichttgkeit und ausgedehnte Wirksamkeit derselben deutlich vor Augen führte. Unter dm Anwesenden wurden bemerkt die Herren: Albert Cohn, Präsident des WohlthätigkeitsComite's, Arto m, Rabbiner der Portugiesischen Gemeinde in London, Camondo, Präsident des Central-Comites der Alliance für die Türkei, Isidor. Oder-Rabbiner des iSr. Centralconsistoriums, die Rabbinen Lazard, Mayer; Trenel, Direktor des Rabbiner-Seminars, die Pastoren Martin- Paschoud und Petavel, Natonek, Rabbiner, aus Stuhlweiffenburg, Ressim Semama, Kaid von Tunis, Dünant aas Genf rc. Secretär Leven verliest folgenden Rechenschaftsbericht über die Wirksamkeit des Central-Comites: „Meine Herren! Sie wohnen heute der sechstm Generalversammlung der „aiiiauce isr. u.“ bei. Sie war bereits für den Juni bestimmt, mußte aber wegen Abwesenheit unseres Präsidenten verschoben werdm. Er -befand sich damals zur Vsrtheidigung unserer Glaubensgenoffm in Bucharest. Wir mußten ffeine Rückkehr abwarten, und dazugleich die Herbstzeit für! unsre periodischen Versammlungen am passendsten ist, haben wir beschlossen, in Zukunft dafür den Monat November festzusetzm. Nach denl 18 Monaten, welche zwischen dieser und der vorigen Generälversammlung liegen, haben wir die Freude, Ihnen von der Ausdehnung unseres Vereines berichten zu können. In diesem Zeiträume ist derselbe mehr gewachsm,; denn je. Sie werden erfahrm, wie wir diesm Zuwachs au Kräften zum Wohle und Nutzen unserer Glaubensbrüder verwandt habn, und dennoch — wenn wir unsre Kräfte mit der Grüß« des Ziels vergleichen, welches wir verpflicht , tet sind, zu erstreben: so sind wir von derm Unzulänglich» ' feit nur allzusehr betroffen. i

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