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Der israelitische Lehrer · 1867-03-07 · 10 (7.3.1867) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
10 (7.3.1867)
Date
1867-03-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der IsrseUiselie Zeitschrift für die gelammten Interessen des israelitischen Lehrerslandes anb zugleich Organ für den Verein zur Unlcrftützung hilfsbedürftiger israelitischer Lebrer, Lehrer- Witliven und -Waisen in Deutschland. J\o 10. Mainz, den 7. MLrz 1867. (SivdeQler ^s.drzss.Lx.) LrchmUich l Rümmer. Bicrleljährtichcr Atonncmenlbvrei» 27!r. - >,4 Thlr. Bei franlirier Zusendung unter «reuzdand jährlich 2 «. 12 kr Anzeigen zu l Sgr. die Petitzeüe. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. C%/r* Was verstehen wir unter formaler Bildung durch den Unterricht? (Schluß.) Wir glauben unserer Aufgabe am besten zu genügen, wenn wir auf einzelne Unterrichtsgegenstände kurz emgeben 5 und an diesen zeigen, was wir unter formaler Bildung durch den Unterricht verstehen. Es wird dadurch den Lesern klarer werden, worauf eS hierbei besonders ankömmt. T'er.Religionsunterricht ioll den höchsten Zwecken des Menschenlebens, der Men'chendestimmung dienen. er soll den Menschen Gott immer ähnlicher machender 'oll den ganzen Menschen bilden; er soll ihn zuGott führen, eins werden lassen mit Gott. Ildes Bildungsmittel der Schule trägt dazu bei Tie Religion Israels soll den ganzen Mcnicden heiligen, ihn zur Erkenntniß der Wahrheit, zur Uebrmg der Tugend bringen. -ryer sO.v -py so. Die religiöse Thal, das sittliche Leben, die der Religionsunterricht erzeugt, sind die einzigen Beweise und Zeugnisse des Wcrlhes desselben. Tüchtige Charakterbildung, warmes und tiefes Gemüth sind die Spuren gediegener Leistungen und gesegneten Wirkens auf diesem Gebiete. Trachten wir al'v darnach, den Geist zu erleuchten, das Gemüth zu erwärmen, den Willen zu kräftigen und zur fruchtbringenden, humanen, religiösen Thal onzüfeuern. Ist die Masse des Wissens, die man zum Oeftern für die einzigen Sprossen zur Heiligkeit auegiebt. hierzu unbedingt erforderlich«? Ist der nach dieser Richtung gelehrte Mensch, ist der berühmteste Theologe darum auch der wirklich religiöseste Mensch? Ist er auch nur der beste Religionslehrer für Kinder? Ist das Woitro' ■vc,-, •f'-N“ cy eine unangreifbare, nach allen Richtungen zutreffende Wahrheit? Enthält dieselbe in ihrer Negation zugleich umgekehrtem positives und unangreifbares Moment? Kann nicht das einfältige, aber zur Wahrheit geführte kindliche Gepiüth oft den lauteren Weg zu Gott eben so A>t finden, wie der Hochgelehrte? „Am wenigsten stützen sich Religion und Sittlichkeit auf Gründe; eben die Menge der Pstiler verfinstert und verengt die Kirche. Ter Glaube thut die kleine Brust dem alten großen Herzen auf. Dielen Glauben be'chödigm heißt den, Calvin ähnlich«,, welcher die Tonkunst aus den Kirchen verwies. Wenn in Eurer letzten Stunde, bedenkt eS, alles zn gebrochenem Geiste abblüht und herabstirbt, Dichten, Denken, Streben, Freuen, so grünt endlich nur noch die Nachtdlume des G'auben» fort, und stärkt mit Dust im letzten Dunkel." Jean Paul, Lewana): Der Religionslehrer habe in seinem Wirken zuvörderst immer den formalen Zweck im Arge: Erleuchtung des Geistes, Erwärmung des Gemüthes, Kräftigung des Willens. Der Sprachunterricht Ti? materiellen Zwecke des Sprachunterrichts sind höchst bedeutungsvoll für das Leben. Der Schule, soll lesen, verstehen, sprechen, schreiben lernen. Hierin liegt schon ein Theil des formalen Zweckes dieses Unterrichts und wie er sich zur allgemeinen Memcheubildung verhält und zu -derselben beiträgt, ausgesprochen Der Schüler soll durch den Unterricht in den Wiffenssächern, die wir heutzutage unter Sprachunterricht zuiammenfasjen und die wir oben genannt haben, insgemein besäbigt werden, seine eigenen Vorstellungen und Gedarrten Andern mitzutheilen und die mitgetheilten Vorstellungen und Gedanken Anderer zu verstehen. Durch das gesprochene und geschriebene Wort wird der Gedanke erst lebendig. Ja, eigcnt!,ch denkt der Mensch nur in Worten. Gtdanken und Weite entstehen gleichzeitig und umgekehrt. Das Sprachstudium iördert daher die Menschenbildung allseitiger, als irrend ein anderes Studium, oder auch: Nur' vern ittelst der Sprache erhebt sich der Mensch über das Thier, ist ein Gesammt'eben — nocialcs Leben, Leben in der menschlichen Gesellichast) möglich und nur sie setzt den Menschen in den Stand, andere Wissewchasten zu bebauen. Darum ist die Förderung sprachlichen Wiffens in der Schule so nolhwendig. lieber die Art und Weise dieses Unterrichts herrscht noch eine sehr große Verschiedenheit der Ansichten. Was aber ist von Allen als der höchste Zweck desselben anerkannt? Durch den Unterricht in der Sprache 'oll die Klarheit der eigenen Vorstellungen des Schülers gefördert und derselbe in den Stand gesetzt werden, dieie kund zu thun und die münd-

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