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Der israelitische Lehrer · 1867-02-21 · 8 (21.2.1867) · p. Seite 31

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
8 (21.2.1867)
Date
1867-02-21
Page
Seite 31 (sequence 3)
Language
German
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31 über seinen Schülern stehen muß, damit er nicht ein „Kleinkrämer" genannt werden kann, der immer ausverkaust hat, so ist dies besonders im Religionsunterrichte und in der Bibelkenntnsß der Fall. Auch dem Lehrer wird wohl eine tiefere Quellenkeuntniß fehlen Aber auch auf den einschlägigen Gebieten darf er »m seiner Stellung in der Gemeinde Willen nicht ganz iremd sein; da ist nun das vorliegende Werk ein gar hilfreicher Beistand und in seiner dreifachen Richtung für denjenigen, der Raschi lernen will, höchst schätzbar. Es gibt einen correkten Raschitext, indem tS auf Grund einer Maste von Raschi - Manuskripten ust, Druckwerkes einen correkten Raschitext herzustellen trachtet; die Schrift bringt dann aber auch die talmudischen und biblischen Parallelstellen und die Quellenangaben zu Raschi's Erklärungen. So ist das Werk dem tiefergehenden Forscher ebenso als dem angehenden Neuling auf diesem Gebiete bedeutungsvoll, und wir wollen hassen, daß der verdienstvolle Herausgeber für seine jo sehr schwierige und zeitraubende Arbeit auch entsprechenden Lohn ärndet, wollen hassen, daß Rabbiner, jüdische Lehrer und Gelehrte, recht fleißig sich des Werkes bedienen unb jüdische Bibliotheken und Mäcene dasselbe ankaufen, deiin die jüdische L teratur verdient und bedarf der nachdrucksoollst n Unterstützung, damit die Wissenschaft des Jude ithums, die nur für die wenigen Bekenner und oft nur für einzelne Kenner Int resse hat, während ihre Erfolge doch der jüdischen Gefamintheir zu Gute komme», nicht'snllestehe. Wochenbericht. Odernheim. In Frankfurt wurde Herr Baron M. K. von Rothschild mit 5300 unter 5730 Stimm'» in das norddeutsche Parlament gewählt.. In Berlin, im ersten Wahlbezirk wurde Herr Lasker gewählt, iwLamburg der Direktor der jüd scheu Schule — Dr. Röe. —/Dem Erzbischof in Köln scheinen hiergegen die pa.tamentarischen Erfolge der Jaden im preußischen Parlamente viel Kummer zu bereiten — er hat einen Hirtenbrief erlassen, worin er seinen Diöcesankindern empfiehlt in erster Reihe gute Katholiken, im Rothfalle aber jedenfalls nur Christen zu wählen. Guter Bischof!<Die schlechten Christen unserer Zeit sind sehr ungehorsam; sie wählen zuweilen jogar Juden, wo ihnen selbst katholische Geistliche als Vertreter zu Gebote standen. — Auch ein Junker rc. hatte seinen Aktuar dem Commerzienrath Reicheuheim. gegenüber um deswillen empsehlenswerther gesunden, weil dieser ein Jude, jener aber guter Christ ist. — Zu spät für dieses Blatt, empfangen wir das Bulletin der „Alliance isr. umveraelle“, die am -9. Rov. in Paris stattgcfundene Generalversammlung betreffend. Wir werden hierüber im nächsten Blatte berichten. .,KarlSr«he, II. Jan. Am 18. d. M. feierte, der hiesige 83jäbrige Bürger und StiftunaSlebrer JosepbEttlinger und dessen , 1jährige Gattin Jakodine, geo. Marr, das Fest des 50jährigen Bestebens ihrer ehrlichen Lebensverbindung. Auf den Wunsch des bescheidenen Ehepaares sollte daS Fest ganz im Stillen, im Kreise seiner Familie-und einiger Freund: gefeiert werden. Trotzdem aber war die Kunde von dem seltenen Feste m größere Kreise gedrungen und rief die allseitigste herzlichste achellnabme hervor, die sich, in zahlreichen Beweisen von Aufmerssamkelt, Hochachtung und! Verehrung gegen das allgemein geschätzte Jubelpaar kundgab. Auch S. K. H. der Großherzog seltenen Feste K.nntniß erhalten und geruhte, Hochstseine landesväterliche Theilnahme an demselben auf das Huldvollste zu beurkunden durch «in an den Hrn. Stadt- und Bezirks Rabbiner Millstätter dabier aus großh. Geheimen Kabinet gerichtete; Schreiben, in weichem Letzterer beanstrazt wurde, dem Jubelpaare die Glückwünsche Sr. K. H. des Greßherzog», sowie als Zeichen Höchftseines Wohlwollens eine dem Schreiben beigefügte, mll dem Brustbilve des Großherzogs verscheae Medaille zu übermitteln. Der allerböchste Auftrag wurde am Abend des Festtag» im Hause des Jubelpaares in Gegenwart ein:r zahlreichen Bersammlun, der Kinder, Enkel. Berivaadlcu und Freunde in feierlicher Weise vollzogen. 'Nach einer herzlichen Ansprache über die religiöse gjedeutun.i des Festes und über das Huldvolle und Ehrende des ihiren gewordenen Beweises allerhöchster Theilnahme, wurde dem Jubelpaa?« das Zeichen sürstlichen Wohlwollens mit dem Wunsche ü-erreicht, daß r» dasselbe als das schönste und wertbvollste Dcnkma des heutigen Tages bewahren und an demselben noch viele Jahre seine Freude auf Erden haben möge. Der Redner sch.oß seine Ansprache mll einem Hoch am S. K. H. den Geoßherzoz, ui das alle Anwesenden mit jubelnder Begeisterung einstimmt n. Zum Schluss« der Feier wurde das Jubelpaar noch durch ein von dem hieügen Liederkranze gebrachtes und höchst gelangen ausgesührtes Ständchen auf das Freudigste üaerrascht. § Frankershausen in Kurhessen, imJ-nua«. (Unlieb verspätet.) Am 1. v. M. feierte der sowohl durch seine vielseitigen und gründlichen Kenntnisse, als du ch sein außerordentliche« Lebrtalent wohl «kannte, und wegen seiner Sclvvr. Cvllegtalität alt» gemem geachtete und geliebte Lehrer B. Westbeim zu Abterode das l>5jährige Jubiläum seiner Amtstaätigkeii daselbst Auf Anrezung des Unterzeichneten hatten sich 22 Lehrer — 17 israelitische, zu denen auch der Herr Redakteur d. B. zäblt, und 5 christliche — aus der Nähe und aus weiter Ferne vereint, dein Jubilar als Beweis ihrer Liede und Verehrung e>n Ehrengeschenk zu überreichen und mir die Ausiührung über assen. Bei der schlechten Witterung, zumal in der zum Reisen so ungünstigen Jabreszeit, war es leider nur den benachbarten Collegen möglich, sich persönlich an der Feier zu detheiligen; um so erfreulicher war es, daß sich lr.ydem die 7, rcjp. 8 Siundeu entierntwohnenden Herren Freadenderg aus Neutersbaüsen, Grünthal aus Bebra und Heilbrunner aus Ibra einsanden. Der Herr Kreisrabbiner Goldmann zu Eschwege, der den ersten Impuls zur Feier gegeecn erösfuete dieselbe mit .einer schwunz- und geistreichen Rede, di' Schwierigkeit und Wichtigkeit des Lehrerberuses, die Verdienste des Jubilars und die Bedeutung des Tages schildernd — 27n 1- C’Xäi’D 27H D'3J2J — und verwies denJubila unter Bezugnahme auf . Daniel K. 12 V. .">. auf die göttliche Belohnung. Als besonderen Beweis seiner persönlichen Achtung und A erke.münz überreichte er dem Jubilar ein in den ehrenvollsten Ausdrücken abgesagtes i3!N:Diplom. 'Nachdem er no u ein GratulalionSschreiben königlichen Borsteheramieö, wor n d.n Lciüuagcu deS Jubilars die verdient'i An rkennuz g.<zo,t und denzseiben eine Gralllie-.ttion von 15 Tbalern Übermacht wurde, übergeecn batte, überreichte rck, 'Namens ^er bervciligteu Coll izen, einen we.lbvolleu mit pajsenler Juschrifr versehenen silbernen Pokal, wobei ich unter Zugrundel-gu--z der Worte unseres Erzvatbrs: '."".1 rb'?2 mp; mn ':b:x beb Jubilar darauf binwies, daß. wenn auch die Undankbarkeit in allen Lebenssphäcen vielfach vorkomme, kiese bei den jüdischen Gc..> inden namentlich auf dem Lande, ihren Lehrern gegenüber, leib.r ziemlich gewöhnliche Erscheinung fei, verkommende Auknadmen eine um so aug nehmere Ueberraschung bereiten, wie dem Wanderer in der Wüste ein: Oase; daß Cr, dem alle Vorgesetzten Behörden und alle, die sein Wirken zu würdigen verlieben,, da» Zeugniß geben, ilets unermüdlich und mit dem schönsten Erfolge im Berufe gewirkt zu brben, sich nicht durch die Nicht etbeili-

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