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Der israelitische Lehrer · 1867-02-21 · 8 (21.2.1867) · p. Seite 30

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
8 (21.2.1867)
Date
1867-02-21
Page
Seite 30 (sequence 2)
Language
German
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30 Unit erforscht und jeden einzelnen Unlerrichtsgegrnstand nach seiner Natur, seinem Verhältnisse zu: S iudesfeele und seinem Beitrage zur allgemeinen B ldung untersucht."*). Stärke der Volksichullehrer, Derjenigen, die auf diesen Ehrennamen Anspruch haben, liegt nicht in den Stoffen, die 'sie ja mit allen andern Wissen >en theilen, sondern in der geistbildenden Behandlungsart der Unterrichtsmaterials." — „Es kann ein Unterricht gedacht werden, welcher sich um das ganze Sein und Werden des Men'chen nicht weiter kümmert, sondern nur dieses oder jenes Einzelne werden läßt; es kann aber auch ein solcher stattfinden, welcher einstimmig mit der ganzen Bildung wirkt und als ein besonderes Geschäft dem Allgemeinen der Erziehung sowohl ihrem Zwecke als ihren Gesetzen uulergebea ist und aus dem Ganzen heraustritt. rote die Zweige aus dem Stamme. Diesen Unterricht nennt man d-n erziehenden Der Unterricht hat eine doppelte Beziehung, die eine geht auf das Subjekt als die Haupt'ache und die des erziehenden Unterrichts, Die andere -gchl ans das Objekt und hierzu gehört der künstlerische und w:sie.nschastliche Unterricht. Weil nun die wahre Methodeder Natur, folgt, also die Kraft in ihrer Entwicklung bildet . 'o beginnt ste mit dem ersten und läßt ihn allmählig zum letzten übergehen"**), Wersen wir einmal' unser besonderes Augenmerk auf den Religionsunterricht-, weil gerade dieser es ist, worin die Ansichten d?r „Formalen und Materialen" am weitesten ausemandergehcn, was'man nidl glauben sollte^ denn die Religion ist doch vor Allem Sache des ganzen Menschen, . nicht Sache des klügelnden Verstandes und Witzes — den gerade diejenigen herausfordern, die der Vernunft und dem Verstände keinen Einfluß avJ dir Religion gönnen wellen, — diejenigen, welche den Talmu: und andere weitgehende, nur für den Theologen fruchtbare Stuben-im Hebräischen ansirebe:-. Wir könnten, insofern wir etwa een Religionsunterricht im Auge haben, lagen: der Unterricht beachte vor allem die nttliche Kräftigung des Menühi-n, und würden vielleicht unserer speciellen Aufga e nahe sein. Die Bildung des Gemüths, des Geistes und Willens ist höchster Zweck alles elementaren Schulunterrichts, sollte höchster Zweck alles wahren Unterrichts überhaupt sein, der Bildung, menichheitliche Bildung zur Aufgabe hat. Wahrer Unterricht ist aber auch an und für sich geisi- und gemüthbilvend, und es bedarf ke'ner besonderen Bemerkung, daß, wenn die Anordnung des Stoffes, der dem Unterrichte zur Unterlage dient, nur auf die rechte Art. und Weile geschieht, dann »auch formale Bildung dabei herauskommt; eben'o ist die Betonung des formalen Unterrichtszweckes nicht so zu versiehen, als sollte hierdurch ttäs Material.(Bibelwort) in den Hintergrund treten, und habe an und für si p gar keinen Gerth; am Stoff, am Material sollen sich die menschlichen Anlagen äußern und üben;, aber kein Unterricht, am allerwenigsten der Religionsunterrichts darf die Aneignung desselben als die höchste oder gar als die alleinige Aufgabe, des Unterrichts betrachten. Wohl hastet die Bildung — auch die religiös-sittliche — am Stoffe; aber dennoch ist es nicht die massenhafte Anhäufung desselben, die den religiösen, sittlichen od.r auch nur -überhaupt gebildeten Menschen ’) Diesterweg. pädaz, Jahrbuch 1-53. Schwarz, Erffehungslehre, : macht, v«lmehr ist die Assimilirung desselben, das Uebergehm in Fleisch und Blut, wie man sich gerne ausdrückt, ein Proceß, |ber dem angeeigneten Stoffe erst den wahren Werth gibt, weil er ihn „vergeistiget,"!! (Fortsetzung folgt,), i ■ |" ■■ . j Bücherschau. i _ - i;minn s-y, ’zn. Raschi Commentar über die Thora, mit einer Erklärung zu demselben — orrosrt» iror — von Dr. Ahraham Berliner, Berlin, Selbstverlag des I Verfassers. (V -n ür. Berlin, Dirigent des Talmudj Unterrichts. Bis zum i. April zu VU Thlr., von da j an zu erhöhtem Ladenpreise zu bezi-hen.) -; Der Raschccommentar hat für den höheren Religions- , Unterricht stets eine ganz besondere Bedeutung gehabt und es gab eine Zeit, wo selbst die gewöhnliche jüdische Schule i den Unterricht in diesem Commenlar mindestens als Aus- ' Hängeschild benützte. Diese Zit ist wohl vorüber. Pie l Schule der Gegenwart, insofern sie Elementard. i. Religions- und Volksschule oder auch blos Religion-schule ist, hat i nicht die Zeit, sich mit hedr, Commentaren über die hl.!! Schrift zu befaffen. Sie kann zufrieden sein, wenn es ihr ' gelingt, den Pentateuch oder auch nur einzelne Tyeile desselben in der Ursprache zu lehren und nach einfachem Wortsinne und in einfacher Erklärungsweise zu übersetzen. Wo mehr geschieht, da ist nichts als eitel Humbug, und diejenigen Lehrer, welche die Religion entwürdigen, indem sie in ihrem Namen das Publikum und die harmlosen Eltern täuschen, die ihre Kinder solchen Schulen überantworten, stad Sünder am Heiligsten, sind unwürdige Glieder des erhabenen Lehrberufs. Das ist uns nirgends noch deutlicher ror das Auge getreten, als bei Prüfung dieses verdienstlichen Werkes. Wer Raschi lernen und verstehen will, muß . auf die Quellen zurückgehen, muß Talmud, Midrasch u. drgl. verstehen Wo gibt es in unserer Zeit dreizehn obtjr vierzehnjährige Knaben, die sind auch bei Schmälerung anderer Unterrichlszwjeige, so weit in dieser Richtung gefördert? Und gesetzt auch, es könnten leichtere Theile des genannten Comnlentars zutreffend dem Wortsinne nach übersetzt werden, so ist doch ei« Verständr.iß der io bündigen E klärungen, die in ihrem gedrängten und sinnvollen Style trotz ihrer du chsichtigen Einfachheit off die Forschung herausfordern, für das Knahenalter jedenfalls unmöglich. Also Raschi nicht in den Schulen! Wir wiffen wohl, daß wir hie: unseren pädagogisch-ge- * bildeten Lesern Unnöthiges sagen. Allein — gerade weil bieten eine! solche Täuschung der Eltern unmöglich ist, wollten mir dchjeni en Schulen als Humbugschulen, als Dreffur- ' ansiäten kennzeichnen, die die Charlatanerie >o weit trei- : den, daß sie vorgeben, Wunder thun und das Unmögliche! möglch machen zu können. Wir wollen tüchtige Lehrer vor ungereimten Forderungen schützen, denn, leider! es gibt auch Familienväter und Gemeinden, die in dieser Richtung betragen sein wollen Soll aber Raschi den Lehrern fremd bleiben? Das ist e ne andere Frage; und wir nehmen keinen Anstand, mr den! Lehrer Raschikenntniß zu verlangen. Wenn in allen Fächern, die der Lehrer in der Schule unterrichtet, dieser i

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