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Der israelitische Lehrer · 1867-02-07 · 6 (7.2.1867) · p. Seite 23

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
6 (7.2.1867)
Date
1867-02-07
Page
Seite 23 (sequence 3)
Language
German
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23 nicht zusprechen, der Sie doch nur eine sehr kurze Bekannt-; schuft mit den einschlägigen Verhältnissen haben, wohl aber > den Lehrern, die die Anstalt von Hause aus kennen. Darum! hätte es obligatorisch im Statute ausgesprochen werden > muffen, daß wenigstens ein Mitglied des Curatoriums Lehrer : sein müßte. Wi« hier Lehrer und Rabbiner zusammen ge- . morsen werden, sehen wir nicht ein, zumal hier Lehrer und nicht Rabbiner gebildet werden sollen. Als wir im Jahre 1850 in Ihrer Zeitung der Reform der Anstalt zu Münster das. Wort redeten, da ergriff der selige Dr. Hain- , dorf gleich diesen Gedanken. Er berief Männer mit un- . zweifelhafter technischer Befähigung. Diese entwarfen ein Programm. Dabei ist cs geblieben. Die Mängel sind; auch geblieben; soll es auch dieses Mal, indem man die ■ Lehrer, — die aber dennoch ihre Gemeinden zu Beiträgen veranlassen sollen; hierzu kann man die Lehrer immer als ' „ganz bedeutend" gut brauchen — vom Curatorio , wenn auch nicht ausschließt, doch wenigstens fern hält, bei den hergebrachten, vielleicht gerade deshalb auf Existenz Anspruch habenden, beklagenswerthen Mängeln seine Bewenden behalten? Dann, ja dann war alles Agitiren «on Vornherein überflüssig Eben das wünschen wir Lehrer nicht, weil wir unS stets bewußt geblieben sind, was wir der Anstalt trotz ihrer Mängel verdanken. Darum wollen wir mitsprechen, mithelfen, ihre Mängel zu beseitigen und ihre Existenz für die Zukunft dauerhaft zu begründen. Darf man uns in so eolem Streben wohl mit Fug das Wort versagen? Darum treten wir Ihren auf dieses ab sielenden Bemerkungen entgegen, was wir Sie, geehrter Herr Dr., wohl zu berücksichtigen bitten, und nicht aus persönlichem Opposttionsgelüste, wovon wir weit entfernt sind. R. Wolfsddrf, Lehrer. Wochenbericht. AuS der preußischen Rbeinprovinz, im Dezember. (Unlieb verspätet.) Wie Sie bereite kurz berichteten, fand am 14. und 15. dieses Monats tn erbebender Weise die Feier des 25jährigen Am'sjubiläums unseres alleerehrten Conststorial- Ober-RaboinerS, Herrn Joseph Cahn statt. ES wirVwohl wenig Rabbincn geben, die, so wie Herr Cahn, sich der allgemeinsten Liebe und Hochachtung aller Gemeinvezlieder wegen ihres rastlosen Wirkens für Schule und Synagoge erfreuen. — Es wurden beifpielweise in der Amtsperiode des geehrten Jubilars von den 49 Gemeinden des Sprengel- 47 neue Svnagoqen eingeweiht, und gewiß dürfen wir aunehmen, daß dies nur der Einwirkung des Herrn Ooerrabbinen zu verdanken ist. Die Lehrer des Sprenzels, für die der Herr Consistorial-Rabbiner ein freundlicher und humaner Prüsungskommissär ist, schätzen ihn weg^ seiner steten Fürsorqe für ihr Wohl. So schließt sich ein Baud um Rabbiner, Gemeinden und Lehrer, das, wenn, ww wir hoffen dürfen, die Verhältnisse überhaupt für die Schule sich jetzt freundlicher gestalten, die besten Hoffnungen für die Zukunft gibt. Möge nur Gott den stets rüstigen, für alles Gute khatlgen geistlichen Vorgesetzten unS erhalten. Die Feier selbst war bescheiden und doch großartig, erhe« deweste der Hochachtung und Verehrung die allerseits be,strömten. Die Gemeinden — vor Allem die Muttergemeinde, brachten am Festtage ein würdiges Ehrengeschenk, dntalrnudisch und auch sonst allseitig gebildete Herr Allmayer hielt bei der Ueberreichung eine edle und gemüthvolle Ansprache, der eine würdige Gegenrede deS tiefergriffeüen Jubilar» folgte. Dann wurden mehrere Gesänge vom Synagogenchor vorgetragen, von welchen ich, daS besonders zu dieser Feier von unserm Collegen, Herrn L:vi aus Schweig, gedill-tete und d-m Eantor zu TriercomponirteFestlied") hervorhebe^ Der Regierungspräsident, H.rc Gärtner, batte schon vor Beginn der. Feier seine Gratulation darzedracht. Au» der weitesten Ferne traicn Glückwünsche ein. Die Festrede am Sabbatmorgcn hielt der langjährig« Freund des Gefeierten, Herr Lebrcr Levi aus O:tw-iler. — Möge tf dem G feierten vergönnt sein, auch das fünfzigjährige Jub-.läum in un-geschwächter Gesundb,< zu 'eiern. Berlin. Der preußische Staat zählt unter seinen Einwohnern (c. 2 t Millionen) 314,797 Juden. An» d>n anncctirten Lände n erhielt derselbe emcn Zuwachs an solchen von 42,8'-9. DaS Verbältniß zur Gesammizahl der Bevölkerung ist 1,33. — Bei einer Wahlversammlung des 3. Wahlkreises (Louisenstadt) Lavier rief eine Stimme, als Herr Rotbmann Dr. Joh. Jacobi als den wahren Vertreter der Fortschrittspartei erklärte: Nein, denn er ist ein Jude. Tie Empörung der Ver- , sammlung war nicht stark genug, den Rufer zu entfernen. Und das ist Jacob», der unstreitig in jetziger Z>nt als der tüchtigste und charaktertreueste Bolksmann anerkannt werden muß. Bemerkeuswerth ist immerhin auch, daß unter den 4 Ju'en in der preußischen Kammer, die zu den bervorragen'sten und geachtetsten Abgeordneten gehören, keiner ist, dessen Jutentbum sich in Sprache und Ausdruck zeigt , während (Paulus) Eassel. der längst g taufte strmzkirchliche Mucker, durch 'ein unverkennbares starkes Jüdelnd. h. durch seine Wortstellung, Ausdruck, Miene u dzl. heim ersten Worte, das er spricht, die Heiterkeit der Versammlung heransfordert. — Der Abgeordnete v. Waligorsky hat in einer Inter» pcllation an die Kammer in Bezug auf d.n Verkehr an der russischen GrLnze auch auf die Erhebung einer Judensteuer preußischer Juden aufmerksam gemacht.! , Aus Kurhessen, 5. Jan. Erlanven Sie mir, Ihnen ' einen kurz n Bericht von einer Festlichkeit zu geben/ die auch! für weitere Levre'rkreise Interesse bar, da sie eine» Mann be- I traf, der überall, wo echt: Lehrerhcrzen schlagen, genannt und ■ gekannt zu werden verdient. Am 1. Jan. feierte Herr Westheim aus Abterode, (der Präsident unseres Bezirkscomite'S) sein I 25>ähriges Amtsjubiläum — d. h. es waren da 25 Jahre, daß er in der Gemeinde A.terode ä's L.hrer wirkt. Eie wissen, waS der Rame West heim für uns zu bedeuten hat. Reges, unaufhörliches Str-bcn, Beg isterung für den Lehrerberuf, für daS Judentbum, für alles Edle und Gute, warme Hingabe an , alle Eollegcn und collegia iscb: Interessen — kur; einen kSlperlich zwar schmächtige» aber geistig und gemütblich desto stärkere» l und unerschütterlicheren Mann. Das ist unser Westheim. - Wo Alle zagen, schreitet er rüstig voran. Das fand denif bei ' seiner Jubelfeier allfeitigen Ausdruck. Ich bin nicht beauftragt, ' über die Feier selbst zu bericht.-n. Ein Unwoblsein des ^Berichterstatters macht es mir jedoch zur Psticht, Ihnen vorläusig ‘ diese Anzeige zu bringen, und Jlmen damit zu erkennen zu geben, daß diese Feier — an der ja auch Eie, geehrter Herr Redakteur, wenn auch nicht p.rsönlich, doch im Geiste »ad durch die Tbat sich betheiligtcn —, den Abschluß fand, der alle» stre- ' bende» Lehr-rn ein Trost und eine Freude, eine Genugthuung für vieles ist, waS wir im Leben leider noch entbehren muffen. Aus Eachsenhagen (ehem. Kurhessen) im Dezember. Herr Land srabbinrn Dr. Achter in Kaffel erhielt in Anerkennung seiner auch in diesen Blättern besprochenen Friedensprechigt von dem Könige, der Königin und dem Ministerium re. 1 freundliche Schreiben, was nicht allein dem geehrten Empfänger, sondern auch o-r ganzen hefsilchen Judenheil Freude und Hoff» j uunz für die Zukunft verursachte. — Wir erwarten, daß die i *) Wir bringen dasselbe am Schluffe dieser Rümmer. I

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