Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 5 (31.1.1867)
- Date
- 1867-01-31
- Page
- Seite 19 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Freien zugebracht und bin der festen Ueberzeugung, daß dies nutzbringender fein würde. Durch diesen Unterricht w rd aber nicht allein Gefühl für das Schöne, Erhabene und Natürliche in's «indesherz gepflanzt, cs wird nicht allein sein Denkvermögen aestärkt, sein Jdeenkreis erweitert; es wird das Km» auch durch solchen Unterricht die beste Grundlage zur Religion erhalten- Und au' welch' schön--, einfache und leicht Weise wird ihm diese beigebracht I Jedenfalls bester und leichter als durch die todten Buchstaben der Lehrbücher. W>e wird es Den lieben lernen, der all das Gute in der Natur bewirkt, wie wird es die Weisheit, Allmacht und Güte des Weltschöpsers erkennen I Wie wird es lau-chen, wenn wir ihm den wunderbaren Bau der Pflanzen und Thiere zeigen und erklären, wenn wir es mit den Wundern seines eigenen Körpers bekannt machen; wie wird es staunen, wenn wir von 'der Kraft'des Dampfes, von der Elektricität, dem Magnetismus rc. erzählen, und welche erhaben- Voistellunq wird es sich von dem Wesen machen, das die ganze Natur so eingerichtet, das solche Kraft in sie gelegt I Es werden gewiß alle jene Voltheile aus diesem Unterricht erwachsen, die ich oben angeführt. Auch andere Unterrichtsgegenstände werden anziehender dargestellt und gründlicher gehandelt werden können, wenn wir sie manchmal mit di^em Unterrichtsgegensland verbinden, z. B Geographie und Geschichte. Es l ßt sich überhaupt Breies an denselben ankuüpsen, was uns das Lehren ui anderen bedeutend erleichtert. Fragey wir nun, welcher Lehrgang benützt werden soll, um den hohen Zweck, den ich angegeben, zu ei reichen, so möchte ich jedenfalls den nicht, der leider noch von vielen Lehrern verfolgt wird. So z Ä ist bei dem Unterricht in der Naturgeschichte d e Emtheilung nach Klassen. Arten, Familien re. die Aufzählüng derselben, das Vollpfropfen des Kopfes mit vielen ausländischen Pflanzen- und Thiernamen trocken, ermüdend und nicht fruchtbringend. Wird in diese- Weise der G genstand behandelt, so wird wenig Ersprießliches geleistet werden können. Es ist hier nicht meine Absicht, über die Methode genannten Gegenstandes zu sprechen; ich wollte blos auf o.e Wichtigkeit des Gegenstandes selbst aufmerkiam machen; übrigens dürfte aus oben Gesagtem auch Manches hierüb-r zu entnehmen sein. — Doch m'chte ich noch Folgendes in dieser Beziehung beifügen: Nach meiner Anncht draußen wir zur Ertheilung dieses Unterrichts weder ein Schulbuch noch einen beionders hierzu vorgezeichneten systematischen Lehrgang. Der Lehrer selbst sei, wie bei allen Unterrichtsgegenständen, dos lebendige, sprechende Buch; auf seine Individualität kommt — namentlich bei diesem Unterrichte — Alles an.' — Man.beschäftige sich zunächst mit den uns umgebenden Naturkörpern und Eischeinungen. Gehen wir aber ja nicht zu frühe aus unserm Gesichtskreis oder gar so st nell in's Ausland, wir haben mit und bei uns genug zu thun. Manches Kind weiß vielleicht, zu welcher «laste diese oder jene ausländische Pflanze gehört, es weiß beim Zoll, wie groß dieses oder enes in A nerika. lebende Thier ist, von dem es kaum eine Vorstellung hat, und anderseits st ihm unbekannt, wie viel Schneidezähne es im Munde hat, woraus feine Kleider, deren Stoffe vielleicht theilweise in seiner Umgedung wachsen, verfertigt sind. Es wäre h eraus der Ausspruch jenes Pmlzer Bauern, den derselbe bezüglich des geographischen Unterrichts in der Schule that, anwendbar: . „Do wiste se, wo China leit (liegt) „Und in der Hamath kan Bescheid I" Suchen wir überha pt nicht zu weit zu gehen, sonde n! das Naheliegende anziehend darzustellen und es genau er- 1 kennen zu lasten, den Nutzen der Natur zu erklären, da«! Verhälta'.ß zu derselben, zu deren Schöpfer und unsere | eigene Bestimm mg heraus finden, und wir haben dann > den großen Zweck erreicht; wir werden Menschen,! wahre Menschen biloem — j Noch Eins, meine Herren College», erlaube ich mir schließlich noch zu sag n: Um einen ivlchea U terrrcht zu! ertheilen, muß man selbst gründlich mit der Natur veri traut sein. Suchen wjr daijnm unsre Kenntniste in dieser! Wistenschaft zu bereichern; shchen wir diejenigen uns noch! anzueignen, die uns abgehen. Ich gehöre selbst zu ^den-! jenigen, d.enen noch Vieles ist dieser Beziehung fehlt aber ichämen wir un? besten nichti; wir find j i nicht ieibst oder allein Schuld daran. In unfern Seminarien liegt das Grundübel. Suchen wir darum sor zuichreiten in dieser großen Wistenschaft durch das Studiu n i>er Natur sel.'st und guter Werke, die uns za Gebote stehen; wir werden dadurch unS und der Schu'e großen Nutz n bringen. - Wenn wir die Wichtigkeit^der herrlichen -Naturwistenschaft deutlich erkannt und iib -als unbedingt nothwendlgen Gegenstaid in jftie Schule einsühren; wenn wirchiesem Leh:obj.kt mehr Zeit beim Unterrichte einiäumen; wenn wir mit -Liebe u,ch Eifer dahin streben, sie zum Gemeingut der ganzen Menschheit zu machen; dann werden wir gewiß unser schönes Ziel erreichen Helsen, das da heißt: Veredlung und Veroolljkom nnunz des ganzen M e n s ch e n g e f ch l e ch t e s j Wochenbericht. Von der Hannover'kä,j-n Gränre. (Schluß.) Die bannov. Eollegen ,Meinen taS Wo-t Göthe's nicht zu kennen: „ -- Redliche ilÄesellen Die sich mit! vereinter Kraft . Brav zusamchenstellen des Glückes Sonnenschein Und in schlich,neu Jähen." Einsender dies s st, wiaeggt. kein Hannoversch r Lehr r, k 'Mit aber die dortigen Zustä >de ziemli d .scnaa und vlol,t mit Theilnahmdie I, cressen de Hann v r'sch n E-llegn, würde fich sonst auch nich in di se Ina-l^enve len «e-niicht i haben, roni nicht im Int ressder Wabrheit und d-r Call gen > sei st- Worin ije,t nun a r tiefere Seu.d, daß die ad,eha -en.n i Eoii'-renzen zu nichts füh ten?! Einmal in der Lebrerdildungsanstalt. Sr wol-! l n von der AU des Unterrichts, vo»,der Welse der Üersta >- desbildan, ab'eben. Wir wo ten nur die St llun, der -iözlinge-in's Auge fass n. Oie Seminaristen find in Hinnoser nicht internirt, das e-lauven die dauiiea Ja un' llnstände nicht, : sondern leben in d-r Stadt zerstr u: unier oao-i aoer! dennoch stetige Aussicht und plötzl che lleoer.-aschang za fürchten;