Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 7 (1867)
- Issue
- 3 (17.1.1867)
- Date
- 1867-01-17
- Page
- Seite 11 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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i — 11 — sorderungen immer wieder in den Vordergrund zu stellen, denn — in jüdischen Kreisen und insbesondere in de« einstußreicheren Regionen hat man kaum erst angesangen, der Pävagogik im Allgemeinen gerecht zu werden. Dr. Karl Schmidt, der geniale Geschichtsschreiber der Pädagogik, hat die Erziehungsmaximen und ihre geschichtlichen Entwicklungen in allen Ländern behandelt, und seine Schriften sind für den denkenden Lehrer, trotz mancher. Ausstellungen, die wir seiner judenfeindlichm Gesinnung willen machen mußten, von großem Werthe Der geehrte, durch seine pädagogische Thätigkeit rühmlichst bekannte Verfasser der vorliegenden Schrift hat es nun unternommen. in lebendigen Zügen das Bild der geschichtlichen Entwicklung der deutschen Schule zu zeichne«. Gerade diese- Gebiet ist selbstverständlich für die deutsche Schule und ihre zeitgemäße Fortbildung das^ bedeutendste. Die Organisation der deutschen Schule mag zur Zeit noch maügelhaft sein. Wenn wir jedoch daerblicken, was bereits geleistet worden, so kann unS dies in der Ueberzeugung auf den endlichen Erfolg in der eingeschlagenen Richtung nur bestärken. Der Versasier zeichnet zuerst den Begriff der deutsche» Pädagogik, er geht diesem Begriffe in der vorchristlichen Zeit nach und findet ihn ausgesprochen in der christlichen Zeit in dem Gedanken der fortschreitenden Entwicklung des Einzelnen und der Gesammtheit. Er begleitet die Schule durch alle Phasen der deutschen Geschichte dis zur Jetztzeit, behandelt in besonders anregender Weise die Pädagogen der Gegenwart (Pädqgogiker des Volksschulwesens) uns scheint nur der Mann, der nach unserer und der meisten Lehrer der Gegenwart der erste Pädagoge unserer Zeit war — Dieste'rweg, — etwas zu kurz gekommen zu sein; man gewinnt einen Ueberblick über den Fortschritt, den die Erzieuungsidee bis herzte machte. Wir können die Schrift allen strebenden Lehrern, allen denjenigen, welchen es um eine tiefere Einsicht in ihren Beruf zu thun ist» angelegentlich und warm empfehlen. Sie werden sie mit hohem Jntereffe ftudiren. i 2) Hilfsbüchtein zum Unterricht in der deutschen Sprache in Verbindung mit! der Rechtschreiblehre und den nöthigen -Hebungen zu schriftlichen Aufsätzen. Für die Hand der Schüler ' bearbeitet von L. Hirsch mann, Lehrer an einer Ob rklaffe der Mädchen zu Regensburg. ~ egenSburg, Verlag von Johann!er, 1866 ur ist ungemein gewachsen in den reiht sich Gutes an Schlechtes und engsten Aufgaben einer Zeltschrift, das Gute zu finden und gehörig zu würdigen, das Schlechte nach Verdienst abzufertigen. Da freuen wir uns denn, wenn vftr eine Schrift finden, die wir mit kurzen Worten warm empfehlen können und zu den Schriften dieser Art hört die vorliegende. In richtiger Folge wird hier immer Regel, Uebung und Anwendung mit einander verbunden. Der UlbungSstoff ist ehenso vielseitig als anregend, die find klar, faßlich und vermeiden dadurch die Erdie die Folge ist des langathmigm Regelwerks', das wii bei andern Büchern der Art gar oft finden. Das Lern- und Uebungsmaterial liegt im Bereiche der Kinder, Zwei Bändchen. Re Georg Bößeneck Urfere Schullilera letzten Jahren. Ueberall es gehört zu den schw ei ist nichts unpraktisch, inichts, was der Volksschule fremd bleibe» kann. Der ganz r Lehrgang zeugt dafür, daß er hervorgegangen ist aus tüchtiger und gesegneter praktischer Lehrecwirksamkeit des H rn. Verfassers, und es ist wohl mit eine Folge dieser praktischen B auchbarkeit, die aus jedem Satze gleichsam hervorlugt, daß wir noch kaum je ein Büchlein fanden, ia besten Plan wir uns sogleich hineindenken, worin wir ins so bald heimisch finden konntm und dem wir so leicht und gerne folgen. Mögen die guten Büchlein in recht vielen £ »chulen Eingang finden. 38 o ch enbericht. Odernheim. Dies« chste Generalversammlung der Alliance israeüte universelle hat am "29. Noy. v. I. ftattgefunden. Wir erwarten täglich den qedru klen Rechenscka'tsbericht, und werden solche« alsbald veröffcntli hen. Jetzt fckon können wir as den Pariser jüdischen > eitschriftcn die erfreuliche Mittheilung bringen, daß der Rav m nicht hinreichte, die Zahl der Besucher jener Jah'eSversamn lung zu fassen und daß Männer und Damen aus allen Gesellsch iftsklassen -— auch Niästjuden — zugegen waren und die Tbeil rahme für die hohen Interessen, die dieser Verein vertritt, also noch stet» im Wachsen begriffen ist. Außer den in Nr 1 genannten 2 Herren, die als Israeliten in die hessische Kamme - gewählt sind, war auch Herr Leop. Goldschmidt — der bckani te Stifter, der wohlthätigen Lehrerunterstützungskaffe (L. G. i »tistung in Mainz) vorgeschlagen, der aber die Wahl .ablehnte. £ offen wir, daß es den geehrten Hrn. Abgeordneten gelingen wir), die.Frage der Gleichberechtigung und die Organisation der jüdischen Gemeinden endlich einmal auch im Großherzozthum i Hessen zum Austrag zu bringen. Homburg v. d. Höh:. Der Tmnusbote enthält in einer seiner letzten Rummern et: en Artikel, der, weil er ein allgemein verbreitetes Nebel gei zelt — die Sucht nämlich, glänzende Gotteshäuser zu errichten und die Schule, darüber zu vernachlässigen — hier mitgethei lt zu werden verdient. Er lautet: »Der »Taunusbote" entbält in seinen drei letzten NuMm rn einen Artikel »die neue Synagoge zu Homburg," in welchem mit Unparteilichkeit und Sackkenntniß über jüdisches Bauwesen überhaupt und über jenen Bau insbesondere gesprochen wird. Die Darstellung-weise ist :ine klare und di» geübte Kritik eine wohlwollende, die edle Ansicht erkennen lassend, nach keiner Seite hin verl tzen zu woll:a. ES ist auch so am B sten, denn für so manche schonend auf,edeckee Bausünde trifft den geehrten Baumeister jene- Tempelkein Tadel, er mußte zu weitgehenden Ansichten und Ansprüä in nachgebcn, so z. B. darin, daß Ser Eingang, statt vorn vcn.der Straße,- durch einen Eorridor — nach Westen gelegt wer>en mißte, was durchaus nicht nö» thig und selbst bei Svuazo ien ortbadorer Gemeinden nicht beansprucht und ausgesührt ourde. Man hätte dann die vollständige Breite benutzen köni en, die größere Breite — im Innern Länge — hätte den inner« Raum schöner gestaltet und von der Tiefe — im Innern Breite — hätte unten noch ein besonderes Andachtszimmer und oben «in Sitzungssaal, wie bei vielen derartigen Bauten, geschaffen werden können. Was die Thürme an den vier Seilen betriffl, so gereichen sie dem Bau allerdings zur Zierde; Unterzei bneter betrachtet dieselben aber ' Berücksichtigung der finanziellen Verhältnisse und anderer dringender Bedürfnisse seiner 8-meinde als Lurus. Sie sollen ungefähr den vierten Tbeil der Gesaaimtbaukosten ausmachen, ein Kapital, das man im 5 nteresse der Religionsschule (die ia einem Hofe, umringt von Kloaken sich befindet —) benützen muhte. Man hätte die alt« Synagoge znr. Religionsschule her-