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Der israelitische Lehrer · 1867-01-10 · 2 (10.1.1867) · p. Seite 7

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
7 (1867)
Issue
2 (10.1.1867)
Date
1867-01-10
Page
Seite 7 (sequence 3)
Language
German
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7 i brndsten jüdischen Gemeinden des südlichen Deutschland'», besoldete (abzesehm von dem an der Spitze einer separaten Gesellschaft der „Frommen" stehenden Previger) zwei Rabbinen, während für das Bestehen einer öffentlichen ReltgionSschule von Gemeinde wegen Nichts geschehen war. Wir verwahren uns von vorn herein gegen den Vorwurf, als wollten wir das W rken der Rabbiner verklei- «ern. Wir erkennen vielmehr an, daß ein tüchtiger Rabbiner an der Spitze einer Gemeinde durchaus unentbehrlich! ist, und dessen segensreiches Wirken für die religiös-sittliche | Hebung der Gemeinde von sehr großem Bortheil sein kann.! Wir sagen: „sein kann," weil, nach unserm Dafürhalten, daS Feld, auf welchem der Rabbiner wirken will und soll, erst pröparirt, und zur Aufnahme des darin zu legenden Samens empfänglich gemacht sein muß, und das kann nur in der Religionsschule bewirkt werden. Was soll eine Synagoge ohne Religionsschule? Es wäre allenfalls zu vergleichen, als wenn der Landmann seinen Samen in ein ungepflügtes Feld säete. Nicht als ob die ganze Aussaat sammt und sonders verloren wäre. daS nicht! es werden manche, es werden viele Körner keimen und fruchtbringend sein; aber nach einer segensreichen Fülle von WachSthum wird man sich vergeblich Umsehen. Hier ist gewiß anwendbar: v-6 ion xi.i na\> id' 'm ann TJ dp miro. Nur das frische kindliche Gemüth kann noch begeistert werden für eine Sache, die, wenn sie einmal als Ballast angesehen, nie wieder zu begeistern vermag. Mag auch der Rabbiner mit noch so viel Umsicht, mit noch so großem Fleiß den katechetischen Religionsunterricht an die in den verschiedenen Anstalten des Ortes vertheilten Zöglinge seiner Konfession ertheilen — mag er auch ein ganz vorzüglicher Katechet sein — den Religionslehret wird er niemals ersetzen, zumal da die israelitische Religio «sschule wieder eines Elementarunterrichts bedarf,*) was für den Rabbiner, besonders in einer großen Gemeinde. einerseits sehr zeitraubend, anderseits zu lästig sein dürfte.^ Wo und wann fand man überhaupt im Judenthum Rabbiner als Jugendlehrer? Höchstens daß Einer eine ra'B" für studirende und lernbegierige Jünglinge unterhielt; für die Jugend aber war stets durch Lehrer Sorge getragen. ES ist nicht unsere Absicht, hier alle diejenigen Unterrichtszweige namentlich aufzuführen, die in einer isr. Religionsschule zu behandeln sind; wir wollen indessen nur eines erwähnen: der Kemrtniß in der hebr. Sprache, reip/ der Bibel und der jüd. Liturgie im Urtexte. & (Hchl. f.) Wochenbericht. Vom Main, 16. Dez. Ein Pröbchen 2cht großstädtischer Anmaßung kann ich Ihrem ges-bähten Blatt nicht vorenthalten. Im Sommer 186» erließ der ehrenwe the Vorstand der damaligen freien, reichsstädtiichen i$r. Eultusgem inde in Frankfurt am Main eine Annonce im „Frankfurter Jaurnal," wonach eine Eantorstelle im iSr. AndachBaale besetzt werden sollte. Gehalt wa' vernünftigerweise k in r angegeben. Trotzdem liefen im Hinblick cuf Frankfurt und dessen damaligen Glanz Bewerbungen in Menge ein und ohne daß man lange ausranzirte, *) Man; hatte jedoch auch für diese» Religionsunterricht einen besonderen Lehrer. Redaktion. - J ließ man denn, Gott befohlen, all' die gemeldeten Sänger vom Nord und Süd, alt und jung, Männer und Jünglnge, Einen nach dem Andern Revue passiren und erging sich in den verschiedensten Betrachtungen über ihre Manieren und Melodien. Einige glaubt n schon den Sieg davon zu tragen und in der reich:n und stolzen Geldstadt sich manierlich bewegen zu khnnea. Doch welche Täusch rng! Nachdem man die armen Leute alle hübsch nach einander abgehö t, ihnen weder Reise noch Zehrung vergütet und sich ungefähr ein Jahr lang mit GratiSvorstellungrn beholfen, erklärte man g,nz simpel, daß ck iner von all' Viesen gefallen hät e und daß auch mit dem auSzesetzten Gehalte von fl. 400 n cht durchzukommen sei! Welch' ein Hohn! Die Stelle ist biS heute noch unbesetzt und überlasse ich den Eomentar hierzu allen geschätzten Herren Collegen! — Homburg v. d. Höhr. Bon den Cmstriptionspflichtigen, die hier ihr Eramrn als einjährige Freiwillige bestanden, waren 4 Juden unter 9, während die Zahl der jüdischen Prüflinge nur wie 1 zu 5 sich verhielt. Auch kein schlimmes Zeichen. Bielefeld, im Dez. Der Unterzeichnete Vorstand der „Untersiühun'skasse des Vireins isr. Elementarlehrer für Westfalen und Rheinprovinz" er'ieß in diesen Tagen an h rvorragende, mit der jüdischen Schule und d-ren Lehrer in engerer Beziehung stehende Männer in den annectirten Ländern Hannover, Hessen, Nassau und Frankfurt a. M. eine Zuschrift, folzeudeu Inhalts: \ „Bei Gründung der unten näher bezrichneten „Ur.terstijtzunzs» „kasse" deren Statut wir beigehend zu überreichen unS beehren, „war es unsere ursprüngliche Absicht, die Thätigkeit deS segen- „verheißenden Jnsti'ut» auch aus die Nachbarländer auSzudehnen. „Es wurde jedoch der betreffende 8von den Könizl. Ministerien „beanstandet unb wir maßten auf diesen unfern Wunsch rer- „zichten und zu unsrem schmerzlichen Bedauern einzelne, den „Anschluß betreffende Gesuche und Anfragen aus Hannover, „Lippe rc. ablehnend beantworten. „Wir haben ind'ssen Ursache zu der Voraussetzung, daß „nunnlihr, nach erfolgter Annexion, die Köuigl. Ministerien un- „serm eoent. Gesuch: sich nicht mehr verschließen w'rden, „die „jüv Elementarlehrer der annectirten Länder zur Mitgliedschaft „unsrer „Unterst ützungs kasse" zulassen zu dürfen" „Bevor wir jedoch in diesem Sinne höchsten Orts vor- „stellig. werden, möchten wir erfahren, ob auch Seitens ber „Lehrer, resp. deren Vertreter in den betreffenden L »ndestheilen „die Theilnahm: an unserer Unterstllhunqskasse gewünscht wird. „V elleicht sind E. W. in der Lage, uns in di ser Hinsicht aufzu« „klären, resp. eine Meinungsäußerung der Leh er Ihre- Landes „Herbeizuführen und erlauben wir uns in diesem Fall die er- „gebenste Bitte, uns bald mit einer gefälligen Aeußeiung hier« „über beehren ru wollen. „Wir würden dann, falls unsere Wün'che in diesem Punkte „sich'begegnen sollten und Seitens der Königl. Ministen n unS „die Aussicht aus Genehmigung der erforderlichen Veränderung „de- Statuts eröffnet würde, den Gegenstand auf die Tagesord „nung der im Frühling oder Somhier k. I. zu berufenden „General-Versammlung bringen. Mit ddr nochmaligen Bitte u. s. w. der Vorstand der U lterstützuugslasse u. s. w. S. Blumen au, Vorsitzender. Es konnten indessen die betreffenden Herrn, deren Antworten, soweit sie bis jetzt eingegangen, unserm Vorschläge durchaus günstig lauten, nur ihre subjektive Meinang ausdrückene Wir richten daher an alle Herren College! > in den cn täittqn Ländern das Gesuch, unS in recht zählriichen und möglichst tgldiaen Zuschr.ften mit ihrer Ansicht bekannt machen zu/ wollen. Können wir zur Zeit auch noch nicht beurth ilen, ob die in einigen Landestbeilen,;. B. Hannomr, für die jüdische Schrzle (7 l j

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