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Der israelitische Lehrer · 1866-12-20 · 51 (20.12.1866) · p. Seite 209

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
51 (20.12.1866)
Date
1866-12-20
Page
Seite 209 (sequence 3)
Language
German
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200 Sitzbank von der Tischplatte muß entweder Null betragen, oder, waS bei weitem zweckmäßiger, der innere Rand des Tisches muß den vorder» Rand der Bank um einen Zoll überragen. Dadurch erst wird es dem Schüler möglich, bei normaler Körperhaltung mit seiner Hand daS Buch zu erreichen, ohne dag der Oberkörper nach vorn überneigt und daS Auge der Schriit zu nahe kommt. Rachdiesen Gcundverhältniffen sind die Schultische bisher in Breslau nicht angefertigt worden. Daher finden sich überall Dimensionen "an denselben, welche kaum den Größenverhältniffen erwachsener Personen, geschweige denn denjenigen der Kinder entsprechen. So schwankt die Höhe der Sitzbank an den jetzigen Subsellien zwischen 28 und 31 Zoll. Die „Differenz" beträgt 10—13, die „Distanz" dagegen 3—4, arch k, sogar 9 ZollI — Trotz dieser viel zu großen Dimensionen befinden sich fast nirgends Fußbretter an den Pulten Zufolge der von Hrn vr Hermann Cohn vorgenommenen Messungen und Berechnungen stellen sich die Größenverhältnisse unserer Elementarschule folgendermaßen: Aus dreiklassigen Schulen wurden 1453 K oder gemeffen. Sehr große und ganz kleine Schüler einer Klasse fanden als Ausnahme keine Berücksichtigung. Aus der Massengröße wurde die Durchschnittsgröße einer Klaffe berechnet, aus den verschiedenen Durchschnittsgrößen der verschiedenen Schulen aber erst die allgemeine Mittelgröße für die Abtheilung aufgesucht. Die Mittelgröße beträgt in Klasse Hl. Abth. b. 44," Abth. a 46“; Kl. II. Abth. b. 43", Abth. a. 50"; Kl. I. Abth b. 52 //, Abth. * 55". Bei den Schülern der vierklajsigen Elementarschulen gestalten sich diese Verhältnisse nur um ein Geringes anders. Es sind 1788 Schüler gemessen worden Das allgemeine Mittel der Durchschnittsgröße beträgt in Kl. IV. b. 42", a. 44"; Kl. III. b. 45'//, a. 47"; Kl II. b. 49", a. 51"; Kl I b. 53'/, *. 56*. Da das Vierklassensystem, in Breslau in nächster Zeit vollends durchgeführt sein wird, so sind in den nachfolgenden Berechnungen die obigen Größenverhältnisse der Schüler vierklasnger Elementarschulm zu Grunde gelegt und die dabei vorkommenden geringen Differenzen Oh-Va") aus praktischen Gründen außer Acht gelassen worden. Rach den acht verschieoenen Stufen müssen eben so viele Schultische in Gebrauch kommen, und kann die Unterabtheilung der dritten Klasse einer dreiklassigen Schule das Modell für die Oberabtheilung der vierten Klasse, dagegen die Oberabtheilung der brüten Klaffe der elfteren Anstalt dasjenige der Unterabtheilung dm dritten Klaffe einer vierklassigen Schule erhalten, und so fort. -l (Schluß folgt.) Wochenbericht. Odern heim, 14. Dez. An der Spitze unserer Nr. 49 brachten wir die Statuten des „Verein- ZSr. Lehrer für das Könige. Hannover", welche am 23. Mai in Lehrte entworfen, nunmehr dm Mitgliedern zur Kenntnißnahme und zum Anschluß zugeschickt wordm, da ja, w.nn auch daS Königreich als solcheaufgehört hat, doch der Verein jüdischer Lehrer — al» i i Prvvinzialverein — äußerst zweckdienlich sein dürfte. Es ist* traurig, daß man solchen Bereinigungen nicht mehr Theilnahme schenkt; Eie find dar beste Krästigun >smrltel für den deutschen Gesammtverband! Sie sind aber mch an und für sitz geistige und materielle Förderer des Gute». Und doch sind eS stets nur B-uchtheile, die sich di'sen Vereinen anschließen-; Man schreibt uns ta-über aus Harburg: Lu» den Statuten ersehen Sie, daß der Zweck deS Verein» leüglich daraus binaasgehl: a für Hebung der Schule und des 6 iotteSdienste», b. für die watrrelle Lage seiner Mitglieder nach Kräften zu wirken. Man sollte nun d nfen, daß, nachten alle Lehrer Hannover's ein Eremplar der Statuten zugeschickt erhätken, die größte Mehrheit wenigstens sich beeilen würde, ihre Zustimmung, resp. ihren Bei.rilt zu erklären; aber nein! Außer dm 11 Lehrern, die persönlich in Lehrte erschienen waren, und den 5, die tamal» schon Bollmalt einzesandt. hatte i, bezw. den Verein mit gegründet hatten, haben sich di» jetzt 5, sage fünf jweitere Colleg n uns fest ängeschlossen, und einer noch tat seinen Beitritt in Aussicht gestellt! Was sazen Se zu diiser G-eichzültigkeit uns-rer Hannoverschen Lehrer? Von e'wfl 90 Lehrem sind nach mühevoller Arb it einiger Besserg sinntest jetzt 21 dem Verein beigetreten! Sollte man da nicht die Lusst v rlieren, für tas Allgemeine seiner Collegen zu wirken? — Sage» Sie nicht, daß rch bier zu particularistiich« Ideen verfolge, die nicht realistet werdm könnten*). Zu jedem Vereinleben jm Großen gehören auch Vereine im Kleinen!: zu einem deut ve eme, wie sie ihn ausführest wollen, gehören soll überall jener zu Stande klommen! Das ha>>e ich mir gedacht, und das ist beute noch meine feste Ansicht ch n Gene al- Spegialvereine, Daß ich nicht so sehr dem ParticularismuS huldige, dez-ugt Ihnen der von mir auSgcgaigene Artikel XV. der brüolg irden Statuten. Sie wecdchi d raus ersehen, daß ich es aus einen testen Anschluß an Ihren Verein abgeseh n hast, und daß unser Verein n chts anderes als ein Speciglverein se n und werten sollte. — Ich gebe aber bei alledem die Hoffnung noch nsckt aui, un'ere Hannovers chen Collegen aus i >rer L th.rgie amzurürteln, nnd ve-spreve ich mir bcscnd rS von der in Lebiste beschlossenen, nächstes Jahr 7>"'r« in Ha noor abzuhaltenden Conferen; recht viel. Ich amte, daß, wenn wir )u dieser Veriamulung eine passendere Z it nehmen, auch recht viele Leb er criche.nen werden. — Stoch m ine ich, daß, w nn die Spezialvercine unter den jüdischen Collegen nicht gcderb u vollen, auch Ihr projckiirter Generalverein nicht in'S Leben zu rusen sein wird!; denn wmn die Herren kleine Reisen zu säeuen belieben, werden sie aroße gewiß n cht -unternedm n. Wird aber nicht an g'vßer B rein cm besten durch Deputationen zu halten sein? Woher sollen aber Depatir e kommen, wcms keine Körperschaften Vorhäuten, von denen sie abgeschickt werde i? f In B tr fi d r Hannoverschen Wittiven'-Casse wird Hr. Dr. Meyer nun seine Bemikbrr rg wohl a rfgeben müssen. Ohne malerielle Unterstützung rer R, rierung würde diese Casse wohl , icht lebensfähig hurzustellen s<in; von d r früheren Regierung war eine so.che Unk rllüyung va^l zu erlang n: aber von der jetzigen, preußischen? Das glaube ich nicht! Es kann diese Thatsache nur dem großen d rutschen Bereir nützlich und ersprießlich werden. *) Jücr sagt bas? Particulif sch ist nur das, was sich von der ^^elammtheit abjchlicbt; aber wcr gm Neinen Verellne als ein Theil des «Äastzen sich fühlt, überall di^ mh.it in der Vielheit erstrebt, eine stufenweifc emporstcigcnde Lrganisarron bis zur Größten Einigung im Vaterland« vorbereiter, arbeitet nicht für Parlicularismus; das ist im eminentesten Sinne des Wortes „allgemein!" Rur wo ein kleiner Verein dem großen Nräste entzieht, r hne sich selbst »och kräftig enrwiüeln zu können, — und das ist bei Nnlcrstützungsvcreinen der Fall, die allgemeine Bctheiligung erstreben, — muß bas Kleine dem ttrohen. weichen, und sind Parliculacbestrcburgen verwerflich.! Redaktion. i

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