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Der israelitische Lehrer · 1866-12-20 · 51 (20.12.1866) · p. Seite 208

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
51 (20.12.1866)
Date
1866-12-20
Page
Seite 208 (sequence 2)
Language
German
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h — 208 Die Lehrer Israels aber möge« sich bestreben, unserm Werke, das nur gedeihen kann durch gemeinsame Kraftanstrengung, immer mehr Freunde zuzuführen. Wo ein Stand die Zeitschrift aufgäde, die als sein Organ gilt, seine Interessen vertritt , so hätte er sich aüfgegeben. An unserer uneigennützigen Hingebung für die heftige Sache, der wir uns gewidmet haben, wird wohl.kein Lehrer zweifeln können. Es ist unmöglich, allen Anforderungen gerecht zu werden, Allen zu genügen. Wer Alle, befriedigen will, befriedigt Keinen. Das gilt insbesondere von wisienschaftlichen, pädagogischen und religiösen Aufsätzen. Wir haben bisher -einen großen Theil der Leitartikel selbst schreiben müssen; das würde uns auf die Dauer unmöglich werden. Darum bitten wir auch in dieser Richtung uni thätigere Mitarbeiter. Jeder- Lehrer, der sich seinem Berufe mit Eifer und" Hingebung widmet, sindet zuweilen einen neuen Gedanken, macht eine Erfahrung, die für Alle von Interesse ist. Der Einzelne oder Wenige, die immer wieder.schreiben wollen, ermüden sich und die Leser.- .Darum) frisch auf! Eingetreten in den für Alle geöffneten Sprechsaal! . Es ist selbstrerständlich, daß wir denjenigen Lehrervereinen, die als selbstständige und doch wieder dem Großen und Ganzen sich anschließende Vereinigungen der regsten und aufopferndsten Pflege bedürfen und unsere Zeitschrift als rhr Organ anerkannten, wie der Landeslehrerverein in Hannover, die Vereine in Kurhessen, Rheinland, Westfalen, bayerische Pfalz und Hessen — sowie insbesondere unserem „Unterstützungsverein für Deutschland" nach wie vor die größte Aufmerksamkeit und die regste Pflege angedeihen lassen und- Alles. diese betreffende prompt veröffentlichen. Wir sind deshalb auch gewiß, von den Mitgliedern dieser Vereine gelesen und mit Correspondenzen bedacht zu werden. - . •, Der .Alliance ksr. universelle*, jener großartigsten jüdischen Vereinigung, die b-, stimmt ist, um die Glieder unsres Stammes aus allen Echtheiten ein geistiges Band zu schließen, und die bereits.' so Erhebendes geleistet hat und leistet, läßt uns ihre Berichte und Mitthcilungen regelmäßig zufließen. Wir werden dieselben schleunigst veröffentlichen. Wir werden der Alliance als uneigennütziges und hingebendes Organ mit dem regst-n Eifer dienen und uns nach Kräften bemühen, ihr in Deutschland Theilnahme und Mitglieder zu erwerben. So hoffen wir denn, daß unsere Mahnung nicht ungehört verhallen wird, daß die große Masse der Lehrer, die Freunde der Schule und gebildeten Israeliten, welche bis letzt unserm Streben thertnahmlös zuschauten oder gar feindlich, gegenüberstanden, sich mit uns vereinigen, um der Wahrheit eine Stätte, dem Rechte der Schule und der Lehrer einen Kampfplatz zu wahren. In der Einheit li.'egt die Macht. Odernheim in Rheinhessen zum Chanukkafeste 1866. Zur Verbesserung der Schulzimmer. (Aus einem Bericht« der Pädagogischen Sektion der Schlesischen Gesellschaft für vatrrländisch« Cnltur.) In den jüngst verflossenen Monaten find durch den Herrn vr. Hermann Cohn an mehr als 10,000 Schulkindern angenärztliche Untersuchungen angestellt worden, welche zu dem Resultat führten, baß die Anzahl der kurzsichtigen Schüler im Verhältniß zur Dunkelheit der Lehrzimmer zunimmt. Zugleich erwiesen sich sämmtliche Subsellien der untersuchten Schulen für die Gewöhnung einer guten Körperhaltung und der dadurch bedingten Gesundheit der inneren Organe, namentlich aber für die Schonung der Augen als u n g e e i g n e t. Diese Thatsachen wurden der „pädagogischen Sektion" durch mehrere Vorträge dargelegt, sowohl ärztliche ', als pädagogischerseits in eingehenden DiscussioDen erwogen und sind der Grund, weshalb - die Unterzeichnete Section die nachfolgenden Vorschläge sich erlaubt. I. Zu einer ausreichenden Beleuchtung der Lehri zimmer ist nöthig, daß das Schulhaus womöglich nach allen Richtungen frei stehe, daß die Fenster desselben eine Höhe von 80—100 und eine Breite von 50—60 Zoll besitzen und zur Linkender schreibenden Schüler liegen. ider hat sich bei den Elementarschulen BreSlau's, welche 6—16 pCt. kurzsichtige Schüler haben, gezeigt, daß den Schulanstalten.in einer Entfernung von oft nur zehn Schritten Häuser (hohe Mauern) von 3—5 Stockwerken gegenüberstehen. In den Schulen, welche diese Lage haben, haben sich die meisten kurzsichtigen Schüler vorgefunden. Deshalb erscheint die Verlegung derselben aus diesen engen Gassen auf freie Plätze oder breite Straßen als dringend geboten. Es ist überhaupt zu empfehlen, zur Errichtung neuer Schulhäuser solche Plätzezu wählen,denen früher oder später durch angrenzende Neubauten das nöthige Licht nie entzogen werden kann. II. Der Sch ul tisch ist in allen Schulen Breslau's unzweckmäßig, weil nicht den Größenverhältniffen der Schüler entsprechend construirt. Hauptsächlich kommt es bei demselben auf drei Entfernungen an; auf die Höhe der Sitzbank, der Tischplatte und deren horizontalen Abstand von einander. Die Sitz bank darf für ein Kind nie höher sein, als : dessen Unterschenkel lang ist. Zahlreiche Messungen, welche von schweizer Aerzten, besonders von Hrn. I r. Fahrner . in Zürich angestellt und in Breslau wiederholt worden sind, haben ergeben, daß diese Dimensionen bei Knaben und Mädchen ungefähr 2/7 der Körperlänge betragen. Die Höhe der Sitzbank muß daher jederzeit hiernach festgestellt werden. Der senkrechte Abstand — „Differenz" — zwischen Sitzbank und Tischplatte muß immer gleich sein der . Entfernung der Ellenbogenspitze (des zwanglos herabhängen- I den Oberarmes) von der Sitzbank. .Diese Entfernung bei trägt bei Knaben Vs (bei Mädchen Vt) ihrer Körpergröße, so daß demnach die Höhe des innern, dem Schüler .zugekehrten Tischrandes -jplus Vs ihrer Körpergröße gleich fein muß.*) Die wagrechte Entfernung — „Distanz" — der Dies« Angaben gelten nach 11r. Fahrner nur für Knaben. Bei Mädchen komme dir Dicke der Kleid«, welch« dcm Sitz anfliegm, noch in Betracht, und ist die Höhe des tnnern Tischrandes daher auf 3,'f der Körpergröße ju bemessen.

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